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Bruno Fritz macht den „Fürstentreff“ und den Schuhmachermeister Gerhard von der Heide glücklich

Ein Paar neue Stiefel für den Grafen zu Lippe

Bad Pyrmont Am liebsten würde er seine neuen Stulpenstiefel gar nicht mehr ausziehen: Graf Friedrich Adolf zu Lippe, eine wichtige Figur aus dem historischen ,,Fürstentreff“, hat sich die edlen Gehwerkzeuge aus Boxcalf-Leder von dem Pyrmonter Schuhmachermeister Gerhard von der Heide nach Maß anfertigen lassen.

veröffentlicht am 26.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 12:41 Uhr

Bruno Fritz möchte die Stiefel am liebsten gar nicht mehr auszie

Autor:

Karin Heininger
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„Natürlich könnte man Stiefel auch kaufen, aber für diesen Zweck sind handgemachte eben etwas ganz Besonderes“, schwärmt Bruno Fritz, Darsteller des auch „Lippischer Sonnenkönig“ genannten Adeligen.

Aber Bruno Fritz hat als langjähriges Mitglied und Darsteller beim ,,Fürstentreff“ die Stiefel nicht nur für sich machen lassen, sondern sie dem Verein gesponsert. „Solange ich den Grafen spiele, werde ich sie natürlich tragen, doch sie sind Eigentum des Vereins“, betont er. Wieviel sie gekostet haben, will er nicht verraten.

Vereinsvorsitzende Heidi Bretz indes versichert: „In Süddeutschland hätten wir die gleichen Stiefel für etwa 750 Euro kaufen können, hier sind sie günstiger gewesen.“ Denn eigentlich hatte der Verein daran gedacht, den Auftrag dorthin zu vergeben. Doch noch rechtzeitig wurde klar, dass es für so eine ungewöhnliche Arbeit auch vor Ort einen Fachmann gibt. „Und es auch besser, das heimische Handwerk zu unterstützen“, betont die Vorsitzende.

„Eine echte Herausforderung“

Für Schuhmachermeister Gerhard von der Heide, der in Baarsen seine Werkstatt und in der Humboldtstraße einen Laden hat, war der Auftrag in der Tat nicht alltäglich und eine echte Herausforderung, wie er versichert. ,,Solche langschäftigen Stulpenstiefel in kompletter aufwendiger Handarbeit habe ich bisher noch nicht gemacht“, berichtet der erfahrene Fachmann. Vorlage für die original historische Fußbekleidung in Größe 42 waren ähnliche Stiefel, die der Verein schon vor längerer Zeit für den „Alten Fritz“ beim Kostümverleih im Studio Babelsberg in Potsdam gekauft hat.

Der Schuhmachermeister fertigte die neuen Kreationen nach einer alten Technik in holzgenagelter Ausführung und bediente sich dazu einer etwa 90 Jahre alten Nähmaschine, die extra für die Anfertigung von Stiefeln mit langen Schäften entsprechend ausgerüstet ist. Etwa 35 Stunden brauchte der erfahrene Handwerker, und er verarbeitete etwa 1,4 Quadratmeter feinstes Leder plus Futterstoff. „Es ist ein schönes Gefühl, wieder einmal das gelernte Handwerk so aufwendig anwenden zu können“, versichert er voller Stolz.

Für Bruno Fritz, der sein Kostüm als Graf zur Lippe erst jetzt als komplett betrachtet, kommt dann beim „Fürstentreff“ im Juli die Stunde der Wahrheit. Denn er muss in seinen neuen Stiefeln beim Festumzug nicht nur einen Fußmarsch durch die Stadt zurücklegen, sondern als Mitglied der Tanzgruppe auch noch eine elegante Quadrille hinlegen. Und dann wird sich zeigen, ob die historische Fußbekleidung auch für einen Mann des 21. Jahrhunderts geeignet ist. Grund, daran zu zweifeln, gibt es bislang allerdings nicht.

Schuhmachermeister Gerhard von der Heide mit seiner etwa 90 Jahre alten Nähmaschine, die speziell für Stiefel geeignet ist.

Foto: ein



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