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Pyrmonter Bahnhof sorgt für Verdruss, doch vielleicht kommt jetzt Bewegung in die Sache

Ein „Ort des Grauens?“

Bad Pyrmont. Vielleicht tut sich was am Zustand des Pyrmonter Bahnhofes. Die Stadtverwaltung nimmt sich nach Hinweisen des Seniorenbeirates und des Behindertenbeirates des Themas an. Bemängelt wird allgemein der ungepflegte Zustand.

veröffentlicht am 01.03.2016 um 14:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:48 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Bad Pyrmont. Der Zustand des Pyrmonter Bahnhofs ist immer wieder Grund zur Klage. Bemängelt wurde in der Vergangenheit der ungepflegte Zustand, der defekte Lift zu den Bahnsteigen, das geschlossene Wartehäuschen auf dem Bahnsteig, der Zustand und die Öffnungszeiten der Toiletten. Immer wieder haben sich der Pyrmonter Seniorenbeirat und der Behindertenbeirat der Unzulänglichkeiten angenommen. Anita Bechtloff, Schriftführerin des Behindertenbeirats, bezeichnet den Bahnhof jetzt gegenüber dieser Zeitung sogar als „Ort des Grauens“. So weit will Stadtsprecher Wolfgang Siefert zwar nicht gehen, doch auch er ist der Meinung, dass sich etwas ändern muss. „Immerhin ist der Bahnhof die Visitenkarten der Stadt.“

Durchschnittlich steigen hier täglich 1600 Zugäste ein und aus. Die Berufspendler werden sich wohl im Laufe der Zeit an den Anblick gewöhnt haben, doch Gäste der Stadt erschrecken sich. „Der Zugangsbereich ist zur Müllhalde verkommen, der Lift ist total verschmutzt und übel riechend, das Wartehäuschen auf dem Bahnsteig ist demoliert und die Tür verschlossen“, zählt Antia Bechtloff das auf, was sie jüngst dort in Augenschein nahm, nachdem ein Besucher sie auf die Zustände hingewiesen hatte. „Hier ist unverzüglich Abhilfe notwendig“, fordert sie und gibt zu bedenken: „Bad Pyrmont ist Staatsbad und bemüht sich gerade um die Anerkennung als Weltkulturerbe. Das ist mit dieser ,Visitenkarte` mehr als vermessen.“

Nun spielt der Bahnhof im Bewerbungsverfahren zwar keine Rolle sondern das historische Alleensystem und am Dienstag war von einer Müllhalde auch nichts zu sehen, doch auch im Rathaus ist man natürlich der Meinung, dass ein ordentlicher Bahnhof zu einem gepflegten Kurort gehört. „Vom Bahnhofsmanagement in Hannover haben wir die Auskunft erhalten, dass der Bahnhof in größeren Intervallen gereinigt wird“, berichtet Wolfgang Siefert. Doch zufrieden ist er damit nicht. „Der Bahnhof macht keinen einladenden Eindruck“, stellt der Stadtsprecher fest. Er hat das Gespräch mit den Bahnvertretern gesucht und die Zusicherung erhalten, dass man sich dort nicht aus der Verantwortung zurückziehen werde.

Das Wartehäuschen auf dem Bahnsteig ist wieder geschlossen, eine Scheibe eingschlagen. Das soll sich ändern. Foto: uk

Das hört sich gut an, ist aber nicht neu. Sogar einen „grünen Bahnhof“ hatte die Bahn einst versprochen. Für Grün sorgt lediglich das Staatsbad, das alljährlich im Sommer Palmen von dem Gebäude aufstellt. Als vor drei Jahren der Bahnsteig im Rahmen eines Kunstprojektes aufgehübscht wurde, schien Bewegung in die Sache zu kommen, sogar das Wartehäuschen wurde gestrichen und geöffnet. Jetzt ist es wieder verschlossen, eine der Scheiben ist eingeschlagen. „Das Häuschen sollte natürlich wieder den Bahnreisenden zur Verfügung stehen“, meint Siefert. Zurzeit befasse sich der Seniorenbeirat mit dieser Frage.

In der jüngsten Sitzung des Behindertenbeirates kam die Rede erneut auf den Bahnhof und möglicherweise tut sich etwas, denn Stefan Ölmann vom Fachgebiet Finanzen und Wirtschaft wird gemeinsam mit dem Bauhof und der AIBP (Verein für Arbeit und Integration Bad Pyrmont) noch in dieser Woche nach Möglichkeiten suchen, die Pflege zu verbessern. „Wir müssen das jetzt angehen, denn die Touristensaison beginnt bald“, bekräftigt Siefert. Man darf gespannt sein. Aber es bedarf wohl einer Entscheidung des Bürgermeisters oder des Rates, diese Möglichkeiten umzusetzen.

Geklärt ist derweil die Nutzung der Toiletten. Die Stadt hat mit dem Gebäudeeigentümer vertraglich geregelt, dass der die Anlagen in Ordnung bringt und sie selbst sie unterhält. Den Schlüssel können sich Reisende in der Bahnhofsgaststätte geben lassen. Allerdings decken deren Öffnungszeiten nicht den gesamten Zugbetrieb ab. „Wegen der Gefahr von Vandalismus wollen wir die Toiletten aber grundsätzlich geschlossen lassen“, so Siefert. Den Vorschlag aus Reihen des Behindertenbeirates, die Türen mit einem Euroschloss zu versehen, nannte er überlegenswert. Davon würden aber nur Menschen mit Behinderungen profitieren.

Eigentümer der Immobilie ist der britische Finanzinvestor Patron Capital, der vor Jahren von der Deutschen Bahn über eine luxemburgische Gesellschaft rund 1000 Bahnhöfe erwarb und seitdem und über seine deutsche Tochter Main Asset Management GmbH nach Käufern sucht – in Bad Pyrmont bislang ohne Erfolg.



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