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Stefan Waghubingers Pointen sind von ganz eigener Logik

Ein österreichisches Original

Bad Pyrmont. Ein Mann mit Koffer kommt auf die Bühne, zerknautschter Mantel, unordentliche Frisur, Bierflasche in der Hand. Ein Bild unauffälliger Alltäglichkeit. Beim Publikum im Kurtheater sucht er Unterschlupf: Seine Frau hat ihn verlassen. Armer Kerl.

veröffentlicht am 07.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:21 Uhr

Autor:

Karin Heininger
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Er beginnt zu erzählen, nichts Besonderes, wie man halt so plaudert, wenn man jemanden trifft. Aber Stefan Waghubinger ist Kabarettist, und darum hat er natürlich mehr zu bieten als nur small talk. Andererseits ist er als Österreicher mit der Langsamkeit vertraut. Und so setzt er seine Pointen und Gags bedächtig, unaufgeregt und vor allem unerwartet - was dann natürlich umso größere Wirkung erzielt. Immer wieder überrascht er das Publikum mit seiner abstrusen Logik.

Natürlich mache man sich Gedanken um den Zustand der Natur. „Aber wenn die Natur mit uns leben will, dann muss sie sich bittschön uns schon anpassen!“ Und wenn der Meeresspiegel immer mehr ansteigt, wäre Walfang doch sicher eine richtige Lösung: „Man kennt das ja von dicken Menschen, wenn die plötzlich aus der vollen Badewanne steigen...“

Früher sei es mit dem Klima noch eine einfache Sache gewesen: Wenn man seinen Teller leer aß, wussten die Erwachsenen, dass es am nächsten Tag schönes Wetter geben würde. Warum junge Leute heute unbedingt den Regenwald erhalten wollen, wo sie sich doch selbst brutal alle Körperhaare wegrasieren, sei ihm ein Rätsel, philosophiert Waghubinger.

Staubtrocken und ohne eine Miene zu verziehen, trägt er seine eigenbrötlerische Weltsicht vor und bereitet seinen Zuhörern ein ungetrübtes Vergnügen. Ob er ein Nahtod-Erlebnis im Zahnarztstuhl beschreibt oder ein Wellness-Wochenende in der Kirche, ob er sich Gedanken macht um erogene Zonen und die Suche nach dem viel gepriesenen G-Punkt („Viele Männer haben ja schon Schwierigkeiten, die Sache mit dem grünen Punkt zu kapieren!“) - stets hat er originelle Lösungen parat.

Immer wiederkehrendes Thema: Das Verhältnis zu seiner Frau. Seitdem er ihr im vergangenen Jahr einen Gutschein für eine Schönheits-OP zum Geburtstag schenkte, ist nichts mehr so, wie es war, klagt der Verlassene. Da vergisst er jetzt lieber ihren Geburtstag. Als das Programm zu Ende ist, kann das Publikum noch so viel klatschen: Eine Zugabe ist nicht vorgesehen. Grund: „Ich habe ja schon alles zugegeben“. Womit er nach seiner Logik wieder mal recht hat.

Wenn Stefan

Waghubinger die Welt erklärt, bleibt im Kurtheater kein Auge trocken. Hei



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