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Slowakische Sinfonietta spielt im 2. Sinfoniekonzert des Staatsbades / Publikum ist begeistert

Ein musikalisches Abbild dreier Lebensläufe

Winfried Kühne

veröffentlicht am 02.02.2009 um 20:04 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 18:21 Uhr

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Bad Pyrmont. Das Jahr 2009 ist ein musikalisches Jubeljahr. Denn es gilt, ein Dreigestirn hochleben zu lassen, das – jedes einzelne zu seiner Zeit – die musikalischen Geschicke der Epoche mitbestimmt hat. Georg Friedrich Händel starb vor 250 Jahren, Joseph Haydn vor 200 und ebenfalls 1809 wurde Felix Mendelssohn Bartholdy geboren.

So gedachte das Staatsbad im 2. Sinfoniekonzert dieser drei Jubilare. Allen ist eines gemeinsam, ihre Liebe für das zu ihrer Zeit heimliche Mekka der Musik: England. Mendelssohn bringt es auf den Punkt. Begeistert schreibt er nach Hause: „London ist das grandioseste und komplizierteste Ungeheuer, das die Welt trägt.“ Die Slowakische Sinfonietta unter der Leitung von Volker Schmidt-Gertenbach wartete mit einem Programm auf, das zunächst einen paradoxen Eindruck vermittelte. Denn es ist ungewöhnlich, dass im ersten Teil „Reißer“ des Romantikers Mendelssohn Bartholdy zu hören waren und im zweiten Teil des barocken Grandseigneur Händel und des Klassikers Haydn gedacht wurden. Aber jede Gedächtnisfeier beginnt nun mal mit einem ernsten Teil, und nach dem obligatorischen Sekt zur Pause folgt die „leichtere“ Kost.

In der „Die Hebriden“-Ouvertüre zu Beginn entwickelte die Slowakische Sinfonietta ein bezauberndes Lichterspiel an Motiven und Harmonien über einer unendlich wogenden Meeresidylle. Aufkommende Stürme und entsprechender Seegang waren unüberhörbar, sorgten aber nicht für „Seenot“. Ein musikalisches Abbild der drei Lebensläufe: skandalfrei, gefeiert, gutbürgerlich etabliert.

Noé Inui, gerade als Gewinner eines Violinwettbewerbes in New York zurückgekehrt, verzauberte als Solist im Violinkonzert e-Moll op 64. Jugendlich frisch, dynamisch, energiegeladen genoss er im Dialog mit einem ebenso „appassionato“ agierenden Orchester die unendliche Vielfalt von emotionalen Spannungen, ob nun gesanglich, virtuos, lyrisch, brillant oder hauchzarte Pianissimi in schwindelnder Höhe – und als Zugabe die Sarabande aus der Partita d-Moll von Bach.

Ein stimmiger Übergang zum Orgelkonzert B-Dur op 4 /6 von G. F. Händel. Oliver Kluge an der Konzerthausorgel und eine kleine Besetzung des Orchesters musizierten allerfeinste Händel‘sche Kammermusik. Eleganter Unterhaltungsstil, tänzerisch, virtuos, aber auch gefällig, launig, barocke „Pop“-Musik! Klein, aber fein! Glitzernde konzertante Musik, bekannt auch als Bearbeitung für Harfe, Gitarre, zwei Flöten.

Das Konzert

ist Musik pur

Und zum Abschluss die Sinfonie e-Moll Nr. 44 von Haydn. Schmidt-Gertenbach animierte die Sinfonietta zu einer mehr galanten als klassischen Spielweise. Musik pur, in der Spannweite von robuster Thematik, sentimentaler Liedhaftigkeit (Adagio) und pointierter Motorik. Die Zugabe, der letzte Satz der 2. Beethoven-Sinfonie, rundete ein vielschichtiges Programm ab. Das Publikum war begeistert!



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