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Nahtlos soll Dr. Alfter einen Nachfolger erhalten / Kann sich die Stadt das leisten?

Ein Mann vom Fach

Bad Pyrmont. Dezernent ist Dr. Dieter Alfter nicht, „nur“ Fachbereichsleiter für Kultur, wie die Amtsleiter heute genannt werden. Aber als Leiter des Museums im Schloss hat der Kunsthistoriker eine besondere Aufgabe und steht im Fokus der Öffentlichkeit. Er ist – nach der Bürgermeisterin und ihrem Stellvertreter – der bestbezahlte Mitarbeiter der Stadt. Am 14. November dieses Jahres verabschiedet er sich nach 30 Jahren im Dienst in den Ruhestand. Die Diskussion über seine Nachfolge muss die Politik noch führen, denn auch für diese Stelle gilt die grundsätzliche Wiederbesetzungssperre.

veröffentlicht am 04.02.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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„Wir versuchen, einen nahtlosen Übergang hinzubekommen“, so Bürgermeisterin Elke Christina Roeder, die berichtete, dass man zurzeit eine Stellenbeschreibung für die Aufgabe erarbeite. Fest steht, dass die anders aussehen wird als die für den gegenwärtigen Stelleninhaber. „Wir müssen sie überarbeiten. Zum Beispiel war Herr Dr. Alfter ja auch für die Weltausstellung Expo 2000 zuständig“, so die Bürgermeisterin. Grundsätzlich hält sie aber eine qualifizierte Wiederbesetzung für wichtig und notwendig. „Unser Museum ist für einen Ort wie Bad Pyrmont eine wichtige Einrichtung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ehrenamtlich geführt werden kann.“ Die Vergütung werde sich nach den Vorgaben des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst (TVöD) richten, so Roeder.

In der Frage der Wiederbesetzung ist sich die Bürgermeisterin mit Klaus-Henning Demuth einig. „Ob Frau oder Mann – Bad Pyrmonts Museumsleiter muss vom Fach sein“, betont der Vorsitzende des Pyrmonter Museumsvereins und frühere CDU-Bürgermeister, dessen Stimme auch heute noch in den Reihen der Christdemokraten Gewicht hat. Der von ihm geführte Verein unterstützt das Museum regelmäßig mit Spenden, beteiligt sich zum Beispiel mit 80 000 Euro an der Neugestaltung der Dauerausstellung. „Alles andere als eine qualifizierte Wiederbesetzung ist mit dem Verein nicht zu machen“, sagt er. „Es muss ja kein Kunsthistoriker wie Dr. Alfter sein, und auch über die Höhe der Vergütung wird man reden. Aber der Leiter oder die Leiterin sollte Organisationstalent haben, Ausstellung initiieren können und vor allem auch mit Menschen umgehen können. Letzteres hat ja bekanntlich im Hamelner Museum nicht funktioniert“, so Demuth, der in der Frage der Wiederbesetzung nach eigenem Bekunden die CDU hinter sich weiß.

Widerspruch kommt aus den Reihen des Pyrmonter Bürgersinns. „Das Museum verursacht derzeit 260 000 Euro Personalkosten und verwaltet 50 000 Euro Sachkosten“, stellt Wilfried Seibel, Vorsitzender des Kulturausschusses, fest. „Das ist ein krasser Widerspruch, über den wir nachdenken sollten. Wir hören immer wieder von Personalmangel in der Verwaltung. Frau Roeder kann ja ihren Mitarbeitern einmal erklären, warum wir uns das so immer noch leisten.“

Dr. Alfter ist im Pyrmonter Museum für 40 000 bis 50 000 Exponate – so genau weiß er das auf Anhieb gar nicht zu sagen – verantwortlich. Es verwundert nicht, dass er selber unterstreicht, dass seine Aufgabe nicht „nebenher“ gemacht werden könne. „Unser Museum ist kein normales Heimatmuseum. Wir haben viel bewegt, und mit dem Brunnenfund haben wir einen ganz großen Schatz zu hüten, der auch professionell betreut werden muss“, argumentiert der Kunsthistoriker. Es wäre gut, so Alfter, wenn sein Nachfolger einen akademischen Hintergrund und wissenschaftliche Kenntnisse habe. „Ein Kunsthistoriker geht mit Objekten um, er ist am stärksten mit einem Museum wie unserem verbunden.“ An der Nachfolgesuche wird er zumindest indirekt beteiligt sein, denn das Anforderungsprofil wird aus seiner Feder stammen.



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