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Geschäftsinhaberin Anke Gnädig musste ihren Laden nach nur einem halben Jahr enttäuscht schließen

Ein Leerstand mehr

BAD PYRMONT. Die Schaufenster von „Anke’s Lebensmittel-Lädchen“ in der Kirchstraße 17 sind leer, den Laden musste Anke Gnädig nach nur einem halben Jahr wieder schließen. Dabei war die Euphorie über einen Nahversoger in der Stadt groß gewesen. „Aber die Pyrmonter haben mich hängen gelassen,“ sagt Gnädig.

veröffentlicht am 06.02.2019 um 17:49 Uhr

So sieht Anke’s Lebensmittel-Lädchen derzeit aus. Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Anke Gnädig findet man in ihrem kleinen Laden in der Parkresidenz und sie ist enttäuscht und frustriert. Nur ein halbes Jahr konnte das Geschäft in der Kirchstraße existieren, „doch es war nicht mehr wirtschaftlich zu halten,“ resümiert die Inhaberin.

Dabei war die Euphorie groß gewesen, und viele Pyrmonter aus dem Umfeld hatten sich über den kleinen Nahversorger sehr gefreut. Er sei für die Innenstadt und besonders für die älteren Leute ein Gewinn, hatte es geheißen. Brötchen, Wurst und Marmelade fürs Frühstück, Molkereiprodukte, Obst und Gemüse lockten frisch und bunt, die Eier kamen vom Bauern, Obst und Gemüse aus Hameln, und als speziellen Service portionierte die Fleischerei Key sogar Wurst in kleinen Packungen für den geringfügigen Bedarf. „Aber die Pyrmonter haben mich hängen gelassen,“ berichtet Anke Gnädig. „Sie fanden den Laden gut, aber sie sind nicht einkaufen gekommen.“

Es gab Leute, die bestellten Dinge und holten sie dann nicht ab. Vor allem jene, die zunächst vollmundig den Laden lobten, haben ihn dann nicht unterstützt.

Anke Gnädig

Eine Ursache sieht sie darin, dass die Preise nicht auf Discounterniveau waren und das auch aufgrund der besonderen Lieferverhältnisse nicht sein konnte. „Da spielte es schon eine Rolle, wenn ein Produkt 20 Cent teurer war, obwohl ja die Fahrt zu einem Discounter in weiterer Entfernung ein Mehrfaches kostet.“ Auch der Service, Dinge nach Wunsch zu besorgen, fruchtete nicht. „Es gab Leute, die bestellten Dinge und holten sie dann nicht ab,“ zeigt sich Anke Gnädig enttäuscht, „vor allem jene, die zunächst vollmundig den Laden lobten, haben ihn dann nicht unterstützt“.

Bei der Eröffnung vor einem halben Jahr waren Anke Gnädig (li.) und ihre Mitarbeiterin Lina Raths noch optimistisch. foto: Archiv/rr

Die Kritik mancher Kunden, man könne ja nicht ins Innere sehen, weil die Schaufenster mit Folie beklebt seien, ist für sie ebenfalls enttäuschend. „Wenn sich die Leute vor dem Meckern informiert hätten, dann wüssten sie, dass ich lebensmittelrechtlich gezwungen war, die Fenster zu bekleben, denn die Ware darf nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt sein, da sie sonst in kürzester Zeit verderben würde. Und ab Mittag steht hier die Sonne drauf.“

Als Geschäftsfrau musste sie natürlich gewinnorientiert arbeiten, doch „mit den Personalkosten, und als wir anfingen, privates Geld hineinzustecken, da musste dann Schluss sein“. Ebenso hätte das signalisierte Entgegenkommen von Vermieterseite das Geschäft nicht retten können, befindet sie.

Kontakte zur Pyrmonter Politik gerieten nur unzureichend in Gang, doch auch von der Gruppe 17 kam keine konkrete Unterstützung wie wenigstens ein Appell an die Bürger um ein bewussteres Kaufverhalten. Jedenfalls, so Anke Gnädig, „über die Pyrmonter bin ich riesig enttäuscht“.



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