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Phoenix-Auszubildende trainieren mit Schülern der Max-Born-Realschule die erfolgreiche Bewerbung

Ein Lächeln am Telefon hilft

Bad Pyrmont. „Drei Minuten. Ab jetzt!“ „Na klasse“, stöhnt Florian in der ersten Reihe, als er die Aufgaben auf dem Arbeitsblatt erblickt. Dann herrscht Schweigen in der Klasse 9b der Bad Pyrmonter Max-Born-Realschule. Im ersten Moment könnte man eine Klassenarbeit vermuten, stünden nicht anstelle des Lehrers an diesem Montagmorgen zwei junge Auszubildende der Firma Phoenix Contact hinter dem Lehrerpult. Und bei dem Arbeitsblatt handelt es sich um keine Mathearbeit, sondern um einen Original-Einstellungstest, der bei der Auswahl neuer Mitarbeiter zum Einsatz kommt.

veröffentlicht am 26.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 01:21 Uhr

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In den 9. Klassen der Pyrmonter Realschule findet derzeit ein viertägiges Bewerbungstraining statt. „Den Anstoß zu dem Projekt gab die FAA-Bildungsgesellschaft Hameln“, berichtet Lehrerin Anita Lübbert, die für die Berufsorientierung zuständig ist. Die FAA führt das Projekt in Zusammenarbeit mit Phoenix Contact durch, das Kultusministerium und Phoenix tragen die Kosten. „Unsere Schüler müssen nichts zuzahlen, das ist bei einem derartigen Zeitaufwand nicht selbstverständlich“, betont Lübbert.

Mit dem Berufsleben setzten sich die Neuntklässler im Laufe des nun zu Ende gehenden Schuljahres mehrmals auseinander. Sie absolvierten ein Praktikum, besuchten das Berufsinformationszentrum und die Job-Informations- und Ausbildungsmesse in Hameln. „Das Schreiben von Bewerbungen haben wir im Deutschunterricht durchgenommen und geübt“, erklärt Oliver Kindervater, Klassenlehrer der 9d. Die so entstandenen Bewerbungen bilden nun die Grundlage des Bewerbungstrainings.

„In unserem Seminar bekommt jeder Schüler die Möglichkeit, ein Probevorstellungsgespräch für seinen Wunschberuf zu führen“, erklärt Karin Freise-Sievers, Kommunikationstrainerin der FAA-Bildungsgesellschaft. Dabei soll alles möglichst realistisch ablaufen. Auf die vorher eingereichten Bewerbungen und den jeweiligen Wunschberuf wird im Gespräch eingegangen. „Wir bitten die Schüler sogar, an diesem Tag ein für ein Vorstellungsgespräch geeignetes Outfit zu wählen“, erläutert Freise-Sievers. Zur Vorbereitung auf das Übungsgespräch gibt es im Workshop eine Menge Tipps, und zwar nicht nur von

der Kommunikationstrainerin, sondern auch von echten Auszubildenden der Firma Phoenix Contact, die vor gar nicht langer Zeit selbst noch auf Jobsuche waren: Isabel May und Niklas Bent absolvieren zurzeit ihr zweites Ausbildungsjahr.

„Dadurch, dass die Auszubildenden das Seminar mitgestalten, wird das Thema für die Schüler sehr real und greifbar“, erklärt Organisatorin Anita Lübbert. „An gleicher Stelle könnte ja der eine oder andere unserer Schüler in kurzer Zeit ebenfalls stehen.“ Und auch bei den Schülern kommt das realitätsnahe Bewerbungstraining gut an. „Wir haben Tipps bekommen, wie man sich bei einem Blackout verhält“, berichtet zum Beispiel Stephan (15), der Fachinformatiker werden will. „Und wir haben gelernt, uns vorher über den Betrieb, bei dem wir arbeiten wollen, richtig schlau zu machen“, ergänzt Florian (15), der sich bei der Bundeswehr bewerben möchte. „Wie wichtig das ist, ist mir vorher nicht klar gewesen.“

Nadine (14), Berufswunsch Physiotherapeutin, hat die Vorbereitung auf Telefonate besonders gut gefallen. „Ich habe mir gemerkt, dass man den Namen des Gesprächspartners kennen, sich Notizen machen und unbedingt höflich sein sollte.“ Einen kleinen Trick dazu verriet Kommunikationstrainerin Freise-Sievers: „Wer beim Telefonieren lächelt, klingt automatisch freundlich.“

Mit den Tipps und Erfahrungen aus dem Bewerbungstraining sind die Schüler für das erste Vorstellungsgespräch gerüstet. „Sie haben sich ihre Stärken klargemacht und können damit beim Bewerbungsgespräch sozusagen ‚Marketing‘ in eigener Sache betreiben“, sagt Freise-Sievers. Im Winter wird es ernst: Dann fangen die Schüler an, ihre ersten ‚echten‘ Bewerbungen zu verschicken.sfl

Niklas Bent und Isabel May, Auszubildende bei Phoenix Contact, trainieren mit den Realschülern.fl



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