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Toru Oyama im kleinen Saal des Konzerthauses

Ein Konzert wie Kirschblüten

BAD PYRMONT. Von der Zartheit japanischer Kirschblüten bis hin zu Ausbrüchen des Fudschijama-Vulkans reichten die Klangfarben des intensiven Konzertes, das der japanische Pianist Toru Oyama am Samstagnachmittag unter ein ganz besonderes Thema gestellt hatte.

veröffentlicht am 05.06.2017 um 21:23 Uhr

Toru Oyama stellte seinen Konzertnachmittag unter das Thema Ravel. Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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„Ravel – und die Suche nach dem Klang!“ vereinte im kleinen Saal des Konzerthauses so unterschiedliche Komponisten wie Mozart, Chopin, Albeniz und Ravel miteinander, auch wenn Ravel eigentlich zu den modernen Komponisten gezählt wird. Der Mozart-Bewunderer verglich seinen Stil mit diesem , hielt allerdings Chopin für den besten Komponisten.

Die facettenreiche, bunte Musik von Ravel fand sich sogleich in der „Sonate Nr. 4 Es-Dur KV 282“ von Wolfgang Amadeus Mozart wieder, die jener im Alter von achtzehn Jahren auf seiner Reise nach München geschrieben hatte. Schon hier legte Toru Oyama große Intensität, Leichtigkeit und Sensibilität an den Tag.

An den stilbildenden 24 „Préludes op. 28“ von Frédéric Chopin konnte der Pianist seine ganze interpretative Bandbreite ausloten. Dieses an den Präludien Johann Sebastian Bachs orientierte Werk reicht in seinem klavieristischen Anspruch von einfachen bis hin zu hochvirtuosen Stücken, von denen etwa die b-Moll-Prelude Nr. 16 nur von herausragenden Pianisten bewältigt werden kann. Rasende Sechzehntel-Läufe der rechten Hand korrespondierten mit Oktavsprüngen der linken Hand und verliehen dem Vortrag expressive Tiefe, Dramatik und Vielschichtigkeit.

Andere Stücke wiederum erinnerten an eine Mazurka, an einen Trauermarsch, oder ließen träumerisch die Gedanken fließen. Auch die „Regentropfen-Prélude“, Des-Dur Nr. 15, auf Mallorca entstanden und durch die Beschreibung seiner damaligen Gefährtin George Sand berühmt geworden, ist darin enthalten. In diesen Préludes kamen sowohl die glasklare Zartheit als auch die vulkanische Wucht des Anschlages von Toru Oyama ausdrucksvoll zum Tragen.

Schon in der Pause war das Publikum sowohl von dem Gehörten als auch von der freundlichen und zugewandten Persönlichkeit des Pianisten restlos begeistert. Mit der „Iberia – Drittes Heft“, dem Meisterwerk von Isaac Albeniz, setzte Oyama sein Programm fort, entführte in spanische Anklänge und ging dann über zu Maurice Ravel. Dessen „Le Tombeau de Coupérin M. 68“ (Das Grabmal Coupérins) in sechs Sätzen ist jeweils einem im Ersten Weltkrieg gefallenen Kriegskameraden Ravels gewidmet. Teils barocke und höfische Tanzformen beziehen sich dabei auf Werke des französischen Komponisten François Coupérin.

Den zahlreichen Zuhörern wurde damit ein imposanter Nachmittag präsentiert, in dem man der Spurensuche nach den Inspirationsquellen Ravels um einiges näher kam.

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