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So bewältigt der junge Violinist Noé Inui auch „Unspielbares“

Ein Konzert für Augen und Ohren

Bad Pyrmont. Ein atemberaubend virtuoser Solist auf der Violine und ein glänzend disponiertes Orchester begeisterten am Donnerstagabend beim dritten Sinfoniekonzert des Staatsbades ein leider nicht ganz ausverkauftes Konzerthaus. Das Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 77 von Johannes Brahms im ersten Programmteil forderte der Staatlichen Slowakischen Philharmonie Ko¨ice unter ihrem dynamischen Dirigenten Zbynek Müller alles an Spielfreude ab. Ganz besonders allerdings strahlte das Spiel des jungen Violinisten Noé Inui über allem. Denn so viel Virtuosität, Geschwindigkeit, einfühlsame Modulation und Präzision ist in Pyrmonts Musiktempel selten zu hören. Wie vor allem Damen in der Pause bemerkten, konnte der hier schon vor Jahren konzertierende Geiger mit Geburtsort Brüssel, griechischer Mutter und japanischem Vater auch mit seiner Erscheinung sehr bei ihnen punkten.

veröffentlicht am 09.03.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 12:21 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Inui bewältigte dieses große romantische Werk von Brahms mit spielerischer Leichtigkeit, obwohl es bei seiner Uraufführung 1879 in Leipzig durchaus gespaltene Kritiken erzeugt hatte. Der Dirigent Hans von Bülow fand es eher „gegen die Violine“ als „dafür“ geschrieben, Henryk Wieniawski nannte es „unspielbar“, und der Violinvirtuose Pablo des Sarasate weigerte sich gar, es zu spielen. Doch Noé Inui zeigte, was schon Musikschuldirektor Arndt Jubal Mehring vorab versprochen hatte: „Es ist eines der großartigsten Solokonzerte der gesamten Orchesterliteratur.“

Ebenfalls der Romantik gewidmet war die Symphonie Nr. 9 e-Moll op. 95 „Aus der neuen Welt“ von Antonin Dvorák, die er 1893 in New York schrieb. Er hätte sie nicht so schreiben können, wäre er nicht in Amerika gewesen, hatte Dvorák dazu bemerkt, und viele moderne Melodieelemente, die man durchaus in amerikanischer Filmmusik wiederfindet, sind darin enthalten. Und auch wenn laut Dvorák der 2. und 3. Satz unter dem Eindruck von Longfellows „Song of Hiawatha“ entstanden sind, nahm er dennoch keinen Rückgriff auf indianische Volksmusik, sondern man hörte im 3. Satz slawische Volksmusik vom Feinsten.



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