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Gebäude diente Gärtnern der Fürstenfamilie als Wohnsitz / Heimatbund präsentiert „Bad Pyrmonter Geschichtsblätter“

Ein Haus mit wechselvoller Geschichte

BAD PYRMONT. Das Haus Nr. 17 am Ende der Schlossstraße steht leer und verlassen da und verfällt zusehends. Dabei befindet es sich an so exponierter Stelle, dass es mit seiner stattlichen Größe und seinen grünen Fensterläden den Autofahrern auf der Schillerstraße unweigerlich ins Auge springt. Und viele Kurstädter fragen sich: Wer hat das markante Haus gebaut, wer wohnte darin, und wem gehört es jetzt?

veröffentlicht am 24.08.2016 um 21:01 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:30 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Mit der Geschichte dieses ehemaligen Gärtnerhauses befasst sich jetzt ein Beitrag von Manfred Willeke in der neuen, der dritten Ausgabe der „Bad Pyrmonter Geschichtsblätter“, herausgegeben von der „Gruppe Bad Pyrmont“ des Heimatbundes Niedersachsen. Was vor drei Jahren als ein neuer Versuch zur Vertiefung der Pyrmonter Geschichte begann, hat sich inzwischen zu einer veritablen Serie entwickelt.

Neben Tätigkeitsberichten über laufende und geplante Aktivitäten widmet sich der 1971 gegründete Verein für Geschichte, Landeskunde und Naturschutz in jeder Veröffentlichung besonderen Themen, die nicht nur für Mitglieder des Vereins von Interesse sind. Meist werden die Beiträge von den Vorstandsmitgliedern der Gruppe verfasst.

So geht Walter Dietrichkeit in dieser Ausgabe der Historie der alt-lutherischen Kirchengemeinde St. Johannis von 1876 bis 1939 nach, und Matthias Schlüter befasst sich mit gefährdeten Kulturdenkmalen im Bad Pyrmonter Forst. Dem europaweit einzigartigen Naturphänomen Dunsthöhle widmet sich in dem Heft ein Auszug aus dem Antrag der Heimatgruppe, sich um den Titel „UNESCO-Weltnaturerbe“ zu bemühen. Besonderer Hingucker ist ein Foto, das Wilfried Böke aus seiner reichhaltigen Sammlung beigesteuert hat: Ein wunderschönes Farbfoto von 1910 aus dem Verlag F.W. Rumpff, das den Brunnenplatz aus ganz ungewohnter Perspektive zeigt.

Als ein Haus mit wechselvoller Geschichte beschreibt Manfred Willeke das alte Gärtnerhaus, das im Bereich des ehemaligen Schloss-Küchengartens westlich der Graft um 1720 gebaut wurde – anstelle eines früher dort stehenden Fachwerkhauses vermutlich gleichzeitig mit dem Neubau des Schlosses errichtet. Die Bewohner waren stets die jeweiligen Gärtner der Fürsten zu Waldeck und Pyrmont. Bei ihnen logierten jedoch, wie die Kurlisten aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts belegen, häufig auch Mitglieder der fürstlichen Regierung aus Arolsen.

Zu den heute noch bekannten Bewohnern gehörte auch Gartenmeister Friedrich Dirks und sein Sohn Werner Dirks. Lange befand sich hinter dem Haus noch die Gärtnerei für den Kurpark, die erst 1908/09 an den Oberen Weg verlegt wurde. Danach wurde das Gärtnerhaus an private Nutzer verkauft. Als dort später kurzzeitig eine Augenarzt-Praxis untergebracht war, wurde das Gebäude noch einmal ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Heute ist es nach wie vor in privater Hand.

Die „Bad Pyrmonter Geschichtsblätter“ sind im Museum im Schloss und bei der Buchhandlung Heuer für eine Schutzgebühr von 4,50 Euro zu erwerben.



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