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Ein 225 Jahre altes Quäkerhaus im Friedensthal in Löwensen wird zurzeit umfassend saniert

Ein Haus mit langer Geschichte

Löwensen. „Es ist schon etwas Besonderes, sich auf so ein altes Bauwerk einzulassen“, sinniert Iris Zetzsche, die als Innenarchitektin durch das Wohnhaus in Friedensthal in Löwensen führt. Das Richtfest des Dachstuhls steht unmittelbar bevor und so finden sich zahlreiche an der Sanierung beteiligte Handwerker, die Familie der Eigentümerin Claudia Pfefferkorn sowie Freunde und Nachbarn ein. Gemeinsam mit ihrem Mann Andreas van Elten plant die Innenarchitektin in einem aufwendigen Stil eine dem Baudenkmal recht nah bleibende Umgestaltung.

veröffentlicht am 06.08.2015 um 14:36 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 22:21 Uhr

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Autor:

von Klaus Titze
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Dieses Wohnhaus ist kein normales Gebäude. Es wurde von den Quäkern im Jahr 1790 errichtet. Zurzeit wird umfassend saniert .„Wir wollen dabei möglichst auch im Innenbereich die früher angewandte Lehmputztechnik ausführen“, beschreibt Zetzsche und macht an einigen Beispielen deutlich, welch hervorragende Eigenschaften diese althergebrachte Baumethode auch heute noch hat und dabei auch sowohl klimatisch als auch in der Aufnahme von „Wohngiften“ für eine gesunde Wohnatmosphäre sorgt. An dem Jahrhunderte alten Gebäude könne man auch vielfach erkennen, welche Veränderungen das Haus mit der Zeit erfahren habe, aber auch welche Bausünden begangen worden seien. „So nahm beispielsweise das Aufbringen anderer Materialien auf den Lehmputz dessen Wirkung und zerstörte ihn nahezu substanziell“, so die Architektin.

Dazu kämen etliche Schäden am Bauwerk, die auch mit der Nähe zum Waldhang des Königsbergs, also mit dem Eindringen von Wasser und Feuchtigkeit zu tun haben. So musste an der Bergseite das verfaulte untere Fachwerk abgefangen und untermauert werden. Zudem hat sich das Haus im Laufe der Zeit gesetzt und das Fachwerk zum Teil gelöst. Das Gebälk des gesamten Dachstuhls sei durch Feuchtigkeit derart instabil gewesen, dass es mittig bereits eingesackt gewesen sei.

„Man kann an verschiedenen Stellen erkennen, dass das Haus anfangs kleiner gebaut worden war, sogar mit Ställen zur Bergseite hin“, beschreibt Iris Zetzsche den Zustand. Dann habe es immer wieder Erweiterungsbauten und Umgestaltungen gegeben, auch mit zum Teil bedenklichen Baustoffen, die dem alten Bauwerk erheblich zugesetzt hätten. Zu entdecken gibt es aus der frühen Zeit auch eine alte Sandsteintreppe, die in den Keller führt, ein geschwungen gestalteter Treppenaufgang mit einer alten Eichenholztreppe, alte Bautechnik mit ungebrannten Lehmziegeln sowie eine originale Dachgaube.

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  • Das ehemalige Quäkerhaus im Friedensthal in Löwensen. ti (3)
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  • Historischer Lehmputz und neuere Putzmaterialien weisen auf bauliche Veränderungen hin.

„Das Haus ist Ende des 18. Jahrhunderts mit der Quäkeransiedlung im Friedensthal erbaut worden. Seit dem frühen 20. Jahrhundert ist es im Besitz unserer Familie“, ergänzt die Bauherrin Claudia Pfefferkorn. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten in dem Gebäude einmal 44 Personen gelebt und ihre Großmutter sei in dem Haus 91 Jahre alt geworden. „Ich hänge deshalb auch an diesem Haus und möchte es unbedingt auch für mich erhalten“, sagt sie. Die Sandsteintreppen des Eingangs, das Holzständerwerk im Haus, die Strohlehmputzwände - überhaupt zu wissen, welche Geschichte sich mit diesem Haus verbinde, all das mache den besonderen Reiz aus. „Und das möchte ich auf keinen Fall missen.“

Mit Dachdecker Oliver Jessat feierte Bauherrin Claudia

Pfefferkorn kürzlich Richtfest.



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