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Bildmaterial fließt laut Konzern aber nicht in Streetview ein

Ein Google-Auto scannt Bad Pyrmont

BAD PYRMONT. Wer sich in der Kurstadt online orientieren will, der kann sich Bad Pyrmont nicht nur via Google Earth aus der Luft angucken. Der Internet-Dienstleister hat auch diverse „Street View“-Ansichten im Sortiment. Die stammen aber gar nicht von Google.

veröffentlicht am 11.08.2021 um 07:00 Uhr

Juliane Lehmann

Autor

Reporterin (Pyrmonter Nachrichten) zur Autorenseite

Wer die entsprechenden Punkte auf dem Luftbild anklickt, sieht im Rundumblick ganze Straßenzüge mit diversen Häuserfronten.

Doch aktuell ist gerade ein himmelblauer Opel mit einem auffälligen Kameraaufbau in Bad Pyrmonts Straßen unterwegs und dreht seine Runden in der Stadt. Allem Anschein nach ist es das erste Mal. Denn die meisten via Google abrufbaren Straßenansichten hat nicht das Unternehmen selbst erstellt, sondern ein Pyrmonter Nutzer. Ehrenamtlich. „Ich habe schon vor Jahren angefangen, fast die ganze Stadt zu digitalisieren“, sagt der Fotograf Bernhard Ebert.

Dass das US-Unternehmen nun ein Auto durch Bad Pyrmont geschickt hat, wundert ihn. „Denn eigentlich hat Google schon vor Jahren an Deutschland die Lust verloren“, sagt er. „Es gab zu viel Widerspruch.“ Republikweit hätten seit Beginn der Erfassung vor mehr als zehn Jahren viele Hauseigentümer mit Verweis auf den Datenschutz das Pixeln ihrer Immobilien verlangt. „Jeder kann der Veröffentlichung der Aufnahmen jederzeit widersprechen“, sagt Ebert. Im Jahr 2011 hatte Google bekanntgegeben, diesen Dienst in Deutschland vorerst nicht weiter zu aktualisieren.

Ebert kann solche Bedenken eher nicht nachvollziehen. „Ich könnte ohne Google gar nicht mehr leben“, sagt er. So informiere er sich etwa vor auswärtigen Kundenbesuchen stets über die Verkehrsverhältnisse ab seinem Zielort. „Ich gucke mir die Gegend an und weiß: Ich finde da keinen Parkplatz.“ Also kalkuliere er mehr Zeit für die Anfahrt und Stellplatzsuche ein.

Allem Anschein nach werden Eberts 360-Grad-Schwenks aus der Kurstadt den Nutzern des Foto-Straßendienstes aber wohl auch künftig erhalten bleiben. Denn auf der Infoseite des Internet-Riesen heißt es: „Bei den kommenden Fahrten nutzen wir das Bildmaterial aber nur, um Google Maps zu verbessern und haben keine Pläne, dieses zu veröffentlichen.“ Vielmehr wolle man sicher gehen, die richtigen Straßennamen, Straßenschilder, Streckenführungen und Informationen über Geschäfte und andere Orte zu verwenden.

In Niedersachsen sind die Fahrzeuge im Zuge der aktuellen Kampagne übrigens seit März unterwegs. Unter den bereits aufgenommenen oder laut Plan noch bis Oktober anzusteuernden 33 Städten und Landkreisen finden sich allerdings weder Bad Pyrmont noch, als größere Einheit, der Landkreis Hameln-Pyrmont. Gelistet sind dagegen die Nachbarlandkreise Hildesheim, Holzminden und Schaumburg. Dazu heißt es, eher wenig ortskundig, auf der Google-Homepage: „Auch sind bei der Angabe von Städtenamen eventuell umliegende kleinere Städte und Dörfer mit eingeschlossen.

Ob die aktuell in Bad Pyont aufgenommenen Fotos tatsächlich nicht zur Einspeisung ins Streetview-Sortiment vorgesehen sind, wird sich frühestens in einigen Monaten zeigen. So lange dauert nämlich dem Konzern zufolge die Verarbeitung der Bilder.

Dann könnte in jedem Fall ein Klick auf die Streetview-Ansicht des Altenauplatzes lohnen. Denn dort drehte das Google-Auto dieser Tage gleich zwei Runden infolge.

Die aktuellen Streetview-Bilder stammen jedoch noch von Bernhard Ebert. Sie zeigen nicht die abgeräumte Platz-Ansicht mit dem leeren Neubau-Grundstück, sondern den Blick aus der Zeit vor dem Abriss zweier historischer Logierhäuser, davor eine Reihe großer, alter Bäume. So wird der virtuelle Schwenk zu einer Reise in die noch ziemlich junge Vergangenheit.



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