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Der kreisweite „Tag der Kulturen“

Ein Genuss für Augen und Ohren

Bad Pyrmont (Hei). Wenn man in der Sprache des Landes, in dem man lebt, zu träumen beginnt und wenn man seine Vergangenheit nicht verleugnen muss, um in der neuen Umgebung eine Zukunft zu haben – dann ist „die Fremde zur Heimat geworden“ und die Integration gelungen. – So und ähnlich schrieben einige Besucher beim „Tag der Kulturen“ am Stand des Pyrmonter Integrationsrates in der Brunnenstraße ihre Meinung zum Thema auf. Offen sein für andere Kulturen, aufeinander zugehen und miteinander reden: Das nannte Landrat Rüdiger Butte, Schirmherr des Kulturtages, als ein Ziel der Integration und dieses Festes, das am Samstag zum fünften Mal stattfand. Nach anderen Orten im Landkreis war Bad Pyrmont an der Reihe, wo „87 Nationalitäten friedlich zusammen leben“, wie Bürgermeisterin Elke Christina Roeder zur Eröffnung unterstrich.

veröffentlicht am 17.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 20:41 Uhr

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Ein großer Ausschnitt dieses vielfältigen Miteinanders wurde den Besuchern in der Fußgängerzone geboten: Musik und Tanz, Kultur und Kulinarisches, dazu viele Informationen verschiedener Vereine und Gruppen.

Dass diese Vereine, vor allem im sportlichen Bereich, eine Brücke zwischen Einheimischen und Zuwanderern bilden können und auch gegenseitige Missverständnisse abbauen helfen, betonte der Kreis-Integrationsbeauftragte Dr. Feyzullah Gökdemir aus Hameln, der das Fest gemeinsam mit der Vorsitzenden des Pyrmonter Integrationsrates, Kiriakula Koussataloglou-Mund, eröffnete.

Mund unterstrich die Bedeutung und die Erfolge der Basisarbeit vor Ort. Sie räumte aber auch ein, dass zu wenig Demokratieverständnis oder auch Resignation für manche Zuwanderer eine Hemmschwelle sein könnten, sich aktiv einzubringen.

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Verstehen sich gut: Hüseyin Sahin aus Lügde, Rufin Gandah aus Hameln und Klaus Hagedorn aus Sondershausen.

„Bad Pyrmont ist bunt“, stellte Moderator Joachim Krause fest. Und das in mehrfacher Hinsicht: So viele auch ungewöhnliche Beiträge aus anderen Kulturen sah man selten auf einer Bühne. Mitreißende Trommelrhythmen eines deutsch-afrikanischen Trios, Balalaikamusik des ukrainischen Meisters Roman Telepenko, israelische und russische Lieder sowie Tänze in einer Gemeinschaftsproduktion der liberalen jüdischen Gemeinden Hameln und Bad Pyrmont oder Zumba-Fitness aus örtlichen Sportvereinen, wobei viele Besucher spontan mitmachten. Ein Genuss zum Hören und Hinsehen war der südkoreanische Frauenchor aus Hannover mit wohlklingenden Stimmen in farbenfrohen Trachten.

Besondere Aufmerksamkeit fand die Gruppe „Sivarajal Saravanai Tamilalajam“ mit Tänzen aus Sri Lanka. Die anmutigen Bewegungen und die kostbar wirkenden Kostüme, passende Musik und verstreute Rosenblätter – all das zusammen erzeugte eine ungewöhnliche exotische Stimmung. Etwas getrübt wurde der Eindruck durch den großen Stadtplan am Rathaus, Hintergrund auf der ungeschickt platzierten Bühne.

Auch an den Infoständen gab es viel zu sehen. Da demonstrierte Solmaz Yalcin am Stand des Deutschen Frauenrings die alte osmanische, „Oya“-Häkeltechnik. Heinz Sprick von der Hamelner Esperantogruppe weihte die Besucher in die Regeln der „internationalen Sprache“ ein. Und beim Türkisch-Islamischen Kulturverein Lügde zeigten Frauen, wie man Baklava und Gözleme zubereitet.

Sehr zufrieden zeigte sich Dr. Gökdemir mit dem Verlauf des Tages, der zudem von Wetter begünstigt war. Zwei Sätze von Landrat Butte blieben besonders haften: „Wir sind aufgrund des demografischen Wandels auf die angewiesen, die aus anderen Ländern und Kulturen zu uns kommen.“ Beifall von allen Seiten erhielt er für seinen Blick auf die aktuellen Unruhen und deren Ursachen: „Auch wenn brachiale Idioten ein unmögliches Video in die Welt setzen, berechtigt das noch lange nicht zur Gewalt gegen Unschuldige.“

Mit Charme und Anmut zeigten Arany, Gnalini und Sharmini Tänze aus ihrer Heimat Sri Lanka. Die Darbietung der Gruppe Sivarajal Saravanai Tamilalajam aus Hameln war einer der Höhepunkte im Programm.

Fotos: Hei



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