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Beckord sauer über Nackes Vorpreschen

Ein Augenarzt muss sich erst einmal finden

Bad Pyrmont. Dass die Kur-stadt durchaus eine Chance auf einen neuen Augenarzt hat, sofern sich einer hier niederlassen will, ist erst einmal keine schlechte Nachricht. Deshalb dürfte die auf der Internet-Seite der Pyrmonter Christdemokraten abgesetzte Meldung (PN vom Donnerstag) bei den meisten Lesern auf ein positives Echo gestoßen sein.

veröffentlicht am 07.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 17:21 Uhr

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So wie Heike Beckord (SPD) die von CDU-Fraktionschef Udo Nackes verbreitete Meldung interpretierte, kam sie bei ihr jedoch nicht gut an. „Ich bin über den meiner Meinung nach voreiligen Bericht verärgert,“ sagte die Sozialdemokratin am Donnerstagabend im Finanzausschuss.

Zur Erinnerung: Im Nachgang eines Gesprächs von Bürgermeisterin Elke Christina Roeder (SPD), den Landtagsabgeordneten Ulrich Watermann (SPD) und Petra Joumaah (CDU) mit Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) und Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) hatte der ebenfalls mit nach Hannover gereiste Pyrmonter CDU-Fraktionschef seine Sicht des Gesprächsergebnisses berichtet.

Dass Nacke mit der Nachricht vorgeprescht war, monierte Beckord allerdings nicht. Vielmehr sah sie durch den Bericht die bisher nicht wirklich berechtigte Hoffnung auf eine anstehende Verbesserung der augenärztlichen Versorgung genährt. Aus ihrer Sicht gibt es nämlich noch eine Reihe von Fragezeichen in diesem Verfahren. „Die Enttäuschung bei den Bürgern wird dann groß sein, sollte es nicht zu dieser fachärztlichen Niederlassung kommen“, glaubt sie.

Dass das Gespräch kein eindeutiges Ergebnis brachte – was Nacke allerdings auch nicht behauptet hatte –, bestätigte Stefan Oelmann von der Stadtverwaltung, als er den Politikern einen Bericht der KVN vorstellte. Demnach unterteilt die Vereinigung die Arztgruppen jetzt zwar anders und berücksichtigt bei der Bedarfsplanung auch regionale Besonderheiten. Allerdings hat sie auch die Regionalbereiche neu gefasst. So bilde nun der gesamte Landkreis Hameln-Pyrmont mit Hildesheim eine Region für die spezialisierte fachärztliche Versorgung. Den Bedarf an etwa an Augenärzten, Chirurgen, Gynäkologen, HNO- und Hautärzten berechne die KV weiterhin landkreisbezogen. Nur bei der Hausarzt-Versorgung werde Bad Pyrmont extra betrachtet.

„Eine neue Berechnung bringt noch keinen neuen Arzt“, so Oelmann. Das heißt: Selbst wenn - wie jetzt von der KVN zugesagt - im Kreisgebiet eine neue Augenarztpraxis öffnen dürfe, erhalte Bad Pyrmont nicht automatisch den Zuschlag. Voraussetzung hierfür wäre, dass es einen Mediziner hierhin zieht. Doch solche persönlichen Entscheidungen hängen bekanntlich an unterschiedlichen Faktoren. Hierzu können zum Beispiel auch die Angebote an Kitas und Schulen zählen. Darauf dürften vor allem Frauen achten, und ihr Anteil im Arztberuf steigt. „Allein im hiesigen Landkreis liegt der Anteil weiblicher Mediziner bei über 50 Prozent,“ zitiert Oelmann aus dem KVN-Papier. Zudem sei jeder zweite Facharzt im Landkreis älter als 50 Jahre. Der Kampf um die Köpfe werde also zunehmen - und die Wege zu den Fachärzten könnten noch weiter werden.

Der Wettbewerb der Kommunen um die Ärzte werde Bad Pyrmont ein hohes Maß an Innovation abfordern, schloss Udo Nacke aus dem Bericht. Und er dankte insbesondere dem SPD-Landtagsabgeordneten Watermann. Denn der hatte das Gespräch mit der Ministerin und den KV-Vertretern eingefädelt.

Die Bürgermeisterin berichtete indes über die Zusage der KVN, bei künftigen Berechnungen auch Bad Pyrmonts Grenzlage zu NRW „zu prüfen und einzubeziehen“. Ti/jl



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