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Der Klavierabend der „arche“ mit Hans-Dieter Meyer-Moortgat begeisterte das Publikum im Konzerthaus

Ein Anschlags-Ästhet mit feinstem Einfühlungsvermögen

Bad Pyrmont. Der Klavierabend „Romantische Klaviermusik“, zu dem die „arche- kammermusik“ Bad Pyrmont in den Kleinen Saal des Konzerthauses eingeladen hatte, war in der Tat ein Geschenk zum 200-jährigen Geburtstag Felix Mendelssohn-Bartholdys! Zu Gast war der Pianist Hans-Dieter Meyer-Moortgat. Diesen Namen sollte man sich merken, denn der Künstler hat schon im Rahmen der letztjährigen Pyrmonter Orgeltage mit einem gewaltigen romantischen Orgelprogramm, unter anderem der berühmten Reubke-Sonate, auf sich aufmerksam gemacht!

veröffentlicht am 30.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 12:41 Uhr

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Autor:

Winfried Kühne
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Das Programm mit Werken von Felix Mendelssohn- Bartholdy, Robert Schumann und Franz Liszt war reine, ungeschminkte Romantik, in der Musik ein speziell deutsches Phänomen. Meyer-Moortgat verzichtete auf die großen „Reißer“, die häufig den Orchesterklang auf die Klaviatur übertragen. Aus dem ¼vre des Jubilars hatte er sich die Fantasie fis-Moll op. 28 und die „Variations sérieuses“ op. 54 ausgesucht. Ein Pianist als Anschlags-Ästhet, von höchster Sensibilität, feinstem Einfühlungsvermögen, mit Hingabe an Mendelssohns tief empfundene Melodik, die immer durch das perlende Spiel hindurchschimmert. Faszinierend die mit Hilfe der Pedaltechnik lang hingezogenen Vorhalte, so schwebten die Klänge aus dem Blüthner in den Raum.

Dazwischen stand das Kleinod der Klavier-Romantik: Schumanns „Kinderszenen“ op. 15! Der Pianist bot eine von jeder Sentimentalität (einschließlich der „Träumerei“) befreite Wiedergabe, flüssig, natürlich, eine Aufbereitung kurzer Psychogramme, konzentriert, innig und mit Herzenswärme!

In den drei Petrarca-Sonetten von F. Liszt zauberte der Künstler Poetik auf das Klavier! Jeder Ton inspiriert durch die geliebte Frau, Gräfin Marie d’Agoult, am Comer See, in Florenz und Rom. Im ersten (47) spürte man den Wechsel des „intimo sentimento“ mit aufbegehrender Leidenschaft, im zweiten (104) einen rasanten Klangzauber über die volle Tastatur und im dritten (123) ein Auskosten, ein Innehalten und wie in den Liebesträumen ein Gefühl von Seligkeit. Die Ballade h-Moll bescherte zum Schluss des Abends als letzte Facette der romantischen Klaviermusik Virtuosität und Brillanz. Das Ringen von Schaurigkeit in den Bässen, stürmischen Episoden, überbordenden Klangkaskaden und Passagen innigst empfundener lyrischer Gedanken bändigte Meyer-Moortgat in einen versöhnlichen Schluss. Den ganzen Abend hörte das Publikum atemlos zu und wagte zunächst nicht zu klatschen – erst nach einer angemessenen Pause. Zwei Zugaben aus dem Schatzkästchen der Klavierromantik: das Duett Nr. 18 aus den „Liedern ohne Worte“ (Mendelssohn) und die 2. Romanze op. 28 (Schumann). Mit fis-Moll begann, in Fis-Dur endete dieser begeisternde Abend!

Der Pianist Hans-Dieter Meyer-Moortgat. Foto: ein



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