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Pfarrer Winfried Neumann zelebriert seine letzte Messe in St. Georg

Ein Abschied, der zu Tränen rührt

BAD PYRMONT. Auf einer der Bänke in der Pfarrkirche St. Georg sitzt eine junge Frau. Sie hat den Kopf auf ihre gefalteten Hänge gelegt und weint. Vorsichtig legt ihre Banknachbarin den Arm um sie, versucht sie zu trösten. Doch die Tränen der Gottesdienstbesucherin wollen nicht versiegen. Es ist eben kein gewöhnlicher Gottesdienst, an dem die junge Bad Pyrmonterin teilnimmt, gilt es doch, Abschied zu nehmen.

veröffentlicht am 03.05.2019 um 14:48 Uhr
aktualisiert am 03.05.2019 um 17:00 Uhr

Zum letzten Mal hat Pfarrer Winfried Neumann am Maifeiertag, dem Tag des Heiligen Josef, eine Messe in der Pfarrkirche St. Georg in Bad Pyrmont zelebriert. Der katholische Geistliche wird seinen seelsorgerischen Dienst künftig im Pastoralen Raum Lipp
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Nach achteinhalb Jahren als Seelsorger der katholischen Kirchengemeinde St. Georg und Pastor im Pastoralverbund Lippe-Süd muss Pfarrer Winfried Neumann Bad Pyrmont den Rücken kehren. Wie diese Zeitung bereits in ihrer Ausgabe vom 6. Februar berichtete, wird Pfarrer Neumann auf Weisung des Erzbistums Paderborn nach Detmold wechseln. Er soll dort künftig im Pastoralen Raum Lippe-Detmold tätig sein.

Es ist dieser Abschied, der die junge Gläubige so sehr zu Tränen rührt. „Pfarrer Neumann ist ein so gütiger, verständnisvoller Mensch, er hat mir als Seelsorger sehr, sehr nahegestanden“, klagt sie.

Und sie ist wahrlich nicht die Einzige in der St.-Georg-Pfarre, die so fühlt. Nahezu die gesamte Gemeinde bedauert die Paderborner Entscheidung zutiefst, hat sich, wie ebenfalls berichtet, intensiv und absolut im Sinne von Pfarrer Neumann dafür eingesetzt, dass das Erzbistum den Beschluss rückgängig machen möge. Genützt hat es nichts. Was blieb, war die Möglichkeit, noch einmal die tiefe Verbundenheit der Pyrmonter zu ihrem Pfarrer Winfried Neumann deutlich zum Ausdruck zu bringen. Und so sind sie in hellen Scharen zum Gottesdienst in die Pfarrkirche St. Georg gekommen, an diesem 1. Mai, einem Feiertag, an dem andere Menschen bei fröhlichen Unternehmungen im Freien den strahlenden Sonnenschein genießen.

Und auch die Amtsbrüder aus dem Pfarrverband sind gekommen, um diese letzte Messe des priesterlichen Kollegen in St. Georg gemeinsam mit ihm zu feiern, ebenso wie Vertreterinnen und Vertreter aus den evangelischen Kirchengemeinden in der Region.

Pfarrer in Ruhe Peter Hellersberg hält die Predigt, wendet sich darin mehrfach mit „lieber Winfried“ auch direkt an Pfarrer Neumann, hebt hervor, dass der scheidende Priester nicht zuletzt als guter Zuhörer geschätzt werde, vor allem aber auch „als Seelsorger, dem das Miteinander stets besonders wichtig war“. Seit 39 Jahren, so Hellersberg, sei Winfried Neumann nun bereits Priester, habe in dieser Zeit „einen Beruf ausgeübt, der nicht immer einfach, andererseits aber auch sehr erfüllend ist, weil Du den Menschen die Liebe Gottes verbindlich verkünden kannst“.

Pfarrer i. R. Peter Hellersberg schließt seine Predigt mit den Worten: „Ich danke Dir von Herzen für die gute, brüderliche Gemeinschaft und wünsche Dir und der Gemeinde Gottes reichen Segen.“

Von Dank an den scheidenden Seelsorger und guten Wünschen für dessen weiteren Lebensweg sind dann auch die Grußworte geprägt, die unter anderem Gerd Fliege als stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands und Bad Pyrmonts Bürgermeister Klaus Blome an Winfried Neumann richten.

Derweil sind die Kirchenbänke in St. Georg bis in die hinterste Reihe durchgehend besetzt. Auch das ein Zeichen der engen Verbundenheit zu und solidarischen Gemeinschaft mit dem Seelsorger. Ob es indes auch in Paderborn den erwünschten Eindruck hinterlässt, ob es dort überhaupt wahrgenommen wird, bleibt zumindest fraglich.

Zwar wird den Bad Pyrmonter Katholiken „ihr“ Pfarrer Winfried Neumann zweifellos noch lange in guter Erinnerung bleiben. Weit weniger gut dürfte sich hingegen in ihr Gedächtnis einprägen, dass die hohen geistlichen Herren in Paderborn das gemeine Kirchenvolk in Bad Pyrmont bisher nicht einmal einer offiziellen Begründung für würdig befunden haben, einer schlichten, dafür aber für jedermann verständlichen Erklärung dafür, dass der schriftlich an Erzbischof Hans-Josef Becker gerichteten Bitte um Rücknahme der Versetzung nicht entsprochen worden ist.



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