weather-image
Was sich auf dem Bausektor in Bad Pyrmont tut

Eigenes Heim ist Goldes Wert

BAD PYRMONT. Eigener Herd ist Goldes Wert. Zumal in heutigen Niedrigzins-Zeiten. Dabei scheint es, als seien Investitionen in Neubauten derzeit in der Kurstadt beinahe attraktiver als in Bestandsimmobilien, die erst noch restauriert werden müssen. Diesen Eindruck erwecken jedenfalls diverse Neubauvorhaben in der Kurstadt.

veröffentlicht am 21.08.2018 um 23:05 Uhr

Das Projekt der Volksbank an der Friedrichstraße ist fast fertig. Bis auf eine sollen alle Wohnungen verkauft sein. Foto: yt
Avatar2

Autor

Klaus Titze Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

So scheint ein größeres Neubaugebiet im Stadtteil Holzhausen, das Flurstück „Auf dem Stücke“ mit der erschlossenen Bürgermeister-Drinkuth-Straße nahezu komplett bebaut zu sein.

Im oberen Teil des Vogelreichsweges ist ein größeres Einfamilienhaus im Bauhaus-Stil fast einzugsbereit, während gegenüber und nebenan an zwei Rohbauten gearbeitet wird. Einige weitere erschlossene Grundstücke auf dem Areal unterhalb der Mozartstraße zeigen noch keinerlei Bautätigkeit.

Ansonsten stehen an mehreren nach Baulücke aussehenden Grundstücken in der Kurstadt Tafeln von Bauunternehmen. Sie lassen darauf schließen, dass hier wohl noch etwas Neues entstehen könnte. „Das ist auch gerade in Bad Pyrmont ein Problem“, sagt Jens Veneman, Vorstand der Stadtsparkasse Bad Pyrmont, die in mehrere Bauvorhaben involviert ist. „Es gibt hier zu wenig größere geschlossene Flächen, die als Baugebiet ausgewiesen, geschweige denn erschlossen sind.“ Dabei sei der Bedarf da, etwa bei Führungskräften hier ansässiger Unternehmen. Aber auch mehrköpfige Familien suchten adäquaten Wohnraum.

Das Areal am Vogelreichsweg ist eines der wenigen neuen Baugebiete in der Kurstadt. Foto: Ti
  • Das Areal am Vogelreichsweg ist eines der wenigen neuen Baugebiete in der Kurstadt. Foto: Ti
Im Angebot ist eine überschaubare Anzahl von Baulücken, wie hier in der Heinrich-Mogk-Straße. Foto. Ti
  • Im Angebot ist eine überschaubare Anzahl von Baulücken, wie hier in der Heinrich-Mogk-Straße. Foto. Ti

Diese Erfahrung hat auch Reinhold Reker gemacht, der Regionaldirektor der Volksbank Hameln-Stadthagen in Bad Pyrmont. Deren Bauvorhaben an der Friedrichstraße ist so gut wie abgeschlossen. Die ersten Bewohner sind eingezogen und die Arbeiten an der Außenanlage im Gange. Nach Informationen unserer Zeitung sind, bis auf eine, alle Eigentumswohnungen verkauft. Laut Reker vorwiegend an „Paare, die auch bereit sind, höhere Preise für entsprechend qualitative Wohnausstattungen in guter Lage zu akzeptieren“. Auf jeden Fall sei man sehr froh über das gelungene Bauprojekt – nicht zuletzt, weil mit den maroden Resten des früheren Christlichen Hospizes an dieser Stelle ein regelrechter Schandfleck verschwunden sei.

„Lage, Lage, Lage“, so sagt auch der Lügder Bauunternehmer Uwe Stumpe, der neben der Friedrichstraße, aktuell unter anderem ein Bauvorhaben am Vogelreichsweg zum Abschluss bringt, sei ein wesentlicher Entscheidungsfaktor. Hiervon profitiert als erschließender Makler Conrad Kircher für das in „1A-Wohnlage“ gegenüber der Gustav-Beermann-Straße befindliche Baugebiet. War hier ursprünglich von 16 Bauplätzen auf knapp 18 000 Quadratmetern die Rede, so sagt Kircher aktuell auf Anfrage: „Von den insgesamt 22 voll erschlossenen Baugrundstücken, die eine Flächengröße zwischen 870 und rund 1000 Quadratmetern haben, können aktuell nur noch fünf von Interessenten erworben werden.“

Die Fotos der fast fertigen Villa und der Rohbauten, die er in Anzeigen auf den einschlägigen Immobilien-Plattformen im Internet präsentiert, zeige Wirkung und übe einen entsprechenden Anreiz aus. Das zeige die Nachfrage, sagt Kircher.

Einige seiner Kunden haben übrigens geklotzt, statt zu kleckern: Sie kauften gleich zwei benachbarte Baugrundstücke. Und die vertraglich vorgesehene Vorgabe, dass hier nur Häuser im einheitlichen Bauhausstil errichtet werden sollen, schrecke keinesfalls ab. Sie führe eher dazu, dass sich hier Gleichgesinnte um die Wohnlage bemühen.

Mit Blick auf das kleine Baugebiet am Vogelreichsweg beklagt indes auch Bauunternehmer Stumpe, dass in Bad Pyrmont bei hoher Nachfrage insgesamt zu wenige und dafür teure Baugrundstücke angeboten würden. Bis auf Lücken seien kaum zusammenhängende Bebauungsflächen ausgewiesen oder in Sicht.

Immerhin sieht der Pyrmonter Architekt Werner Brandstetter, der aktuell zwei der Bauvorhaben am Vogelreichsweg betreut, keine Probleme, ansässige Handwerker zu finden und so Bauvorhaben zügig voranzubringen.

So wie Jörg Schmieder von der WaP Mühlenhof und Schmieder OHG in Bad Pyrmont hat auch die Stadtsparkasse in Holzhausen in der Dr.-Sturmthal-Straße ein Mehrparteienhaus mit mehreren, großzügigen und anspruchsvollen Eigentumswohnungen errichtet.

Gar nichts tut sich dagegen auf dem Gelände des ehemaligen Hotels „Bergkurpark“ „Wir sind bei diesem Vorhaben noch in der Abstimmung mit der Stadtverwaltung“, räumt Sparkassenvorstand Veneman ein. Geplant sei hier aktuell der Bau zweier Wohnkomplexe.

Eines haben so ziemlich alle Projekte gemein: Ihre Zielgruppe sind Besserverdienende. Menschen mit geringeren Einkommen, die eine Wohnung suchen, oder gar so etwas wie sozialen Wohnungsbau haben die Investoren naturgemäß nicht auf dem Plan.

Laut Reinhold Reker finden insbesondere Familien hier zwar die Wohngegend und die vorhandene Infrastruktur beispielsweise im Schulangebot vor. Passende Wohnangebote seien jedoch Mangelware.

Wer sich dann im Alleingang für einen Neu- oder umbau entscheidet, der muss mitunter sehr, sehr lange warten auf die notwendige Genehmigung dafür aus dem Rathaus.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt