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A-Capella-Ensemble „Maybebop“ boten virtuose Bühnenshow

Durch alle Stilrichtungen gesurft

BAD PYRMONT. Musik ohne Instrumente – dass das geht beweist die A-Capella-Gruppe „Maybebop“. Die vier Sänger haben diese Stilform zu neuer Qualität entwickelt und sind inzwischen sogar weltweit ein Begriff. Jetzt gastierte das Ensemble zum wiederholten Mal in Bad Pyrmont.

veröffentlicht am 22.08.2016 um 20:02 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:30 Uhr

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Autor:

Achim Krause
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Das Ensemble setzte mit seinem aktuellen Tourneeprogramm „Das darf man nicht!“ die nunmehr 13-jährige Erfolgsgeschichte dieser A-Capella-Kultformation eindrucksvoll fort.

Maybebop – das sind vier starke Stimmcharaktere vom Countertenor bis zum Kellerbass, die einfach staunen lassen. Oliver Gies, Sebastian Schröder, Jan Bürger und Lukas Teske boten auch diesmal wieder eine turbulente, perfekte Bühnenshow. Dabei wirkt bei dem Quartett nichts gekünstelt – vielmehr kommt alles locker und leicht und äußerst sympathisch über die Bühnenkante. Doch was zum Teil wie rein zufällig oder improvisiert erscheint, ist das Produkt intensiver höchst professioneller Arbeit mit Stimme, Geist und Körper.

„Kein Konzert ist wie das andere“, schwärmt auch eine, die es wissen muss: Rebecca aus Bielefeld hatte in einem Wettbewerb einen Preis der Band gewonnen und darf die Sänger ein ganzes Jahr zu jedem Konzert begleiten. Sie ist es auch, die an diesem Abend mit dem Quartett auf der Schlosshof-Bühne vor ausverkauftem Haus mit den Vieren die Ballade „Kleiner Falter“ singen darf. Text- und stimmsicher, wenn auch aufgeregt, bewältigt die Hobby-Chorsängerin diese Herausforderung und kassiert dafür frenetischen Applaus des Publikums und Anerkennung von den Profis.Auch mit ihren neuen Songs aus dem Programm „Das darf man nicht“ lassen die Maybebops die Zuschauer vergessen, dass bei ihrem Auftritt absolut keine Instrumente mitspielen, auch wenn man sich dabei ertappt durch genaues Hinhören nachzuprüfen, ob da nicht doch irgendein Rhythmusinstrument im Spiel ist. Die Profis von Maybebop surfen dabei in allen Stilrichtungen und sind Meister der Improvisation. Chef-Texter Oliver Gies baut etwa eine irrwitzige Geschichte aus mehreren, spontan aus dem Publikum zugerufenen Wörtern wie Lollipop, Transformatorenhäuschen und Wassermelone, den er zu einem mit einem „Applausometer“ an der Beifallsintensität der Zuschauer ermittelten Musikstil dann zum Besten gibt. Diesmal war’s der Samba, den die übrigen drei dann mit Rhythmus und Melodie intonieren! Das war pures Hörvergnügen wie auch alle anderen Songs, die von Pop über Rock und Ethno bis HipHop und Jazz reichen und nahezu alle Hörervorstellungen von A-Capella-Musik im herkömmlichen Sinn unterlaufen.

Das Quartett singt deutsche Songs mit Widerhaken im Text, gegen den Strich und den Zeitgeist gebürstet und mit kleinen Bosheiten lustvoll durchsetzten Zwischenmoderationen. Mit intelligentem Humor vorgetragene pointierte Kritik an gesellschaftlichen und menschlichen Missständen sind Bestandteil ihrer Texte – eben getreu ihrem Motto „Das darf man nicht!“. Aber das Quartett bezieht auch unter anderem in seinem „Deutschlied“ politisch Stellung, in dem es sich zur Melodie der Nationalhymne gegen rechte Tendenzen und Nazis positioniert und kassiert dafür Spontanbeifall aus dem Publikum. Auch über ihr Bühnenengagement hinaus zeigen die Jungs Flagge, indem sie von jeder verkauften ihrer inzwischen acht CDs und fünf DVDs zwei Euro an das privat finanzierte Projekt „Seawatch“ zur Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer überweisen. Mehrere tausend Euro sind inzwischen bereits zusammengekommen.

Die ausgefeilten Arrangements und die perfekt choreografierte Show hatten auch das Pyrmonter Publikum im seit Wochen ausverkauften Schlosshof vom ersten Ton an gepackt und am Ende zu wahren Beifallsstürmen animiert. Und das alles nur mit der Kraft der Stimmen! ach



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