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Dürre in Kenia: Essen gibt es nur dank Hilfe aus Pyrmont

Von Herbert Friedrich

Bad Pyrmont. Nach einer Meldung der größten kenianischen Tageszeitung, der Daily Nation vom 18. August, leiden zehn Millionen Menschen im Land unter Hunger. Schuld daran ist eine seit über drei Jahren anhaltende Dürre. Besonders betroffen sind die Savannenlandschaften, in denen nomadisch lebende Stämme mit und von ihren Viehherden leben. Dies gilt auch für das im Norden Kenias gelegene Stammesgebiet der Samburu, in dem die Herderschule Bad Pyrmont seit über 25 Jahren eine Schulpartnerschaft zur Primary School in South Horr unterhält.

veröffentlicht am 04.09.2009 um 15:27 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 16:41 Uhr

kenia
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Von Herbert Friedrich

Bad Pyrmont. Nach einer Meldung der größten kenianischen Tageszeitung, der Daily Nation vom 18. August, leiden zehn Millionen Menschen im Land unter Hunger. Schuld daran ist eine seit über drei Jahren anhaltende Dürre. Besonders betroffen sind die Savannenlandschaften, in denen nomadisch lebende Stämme mit und von ihren Viehherden leben. Dies gilt auch für das im Norden Kenias gelegene Stammesgebiet der Samburu, in dem die Herderschule Bad Pyrmont seit über 25 Jahren eine Schulpartnerschaft zur Primary School in South Horr unterhält.
 „Vor wenigen Wochen haben meine Frau Sigrid und ich als Vertreter der Herderschule die Partnerschule wieder besucht“, sagte Karl-Heinz Recklebe. „Die Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen stand wie immer im Vordergrund, um den Kindern dieses Nomadenstammes eine selbst bestimmte Zukunft zu ermöglichen.“ Schulmaterial wie Bleistifte und Kugelschreiber, Schreibhefte und Schulbücher wurden eingekauft sowie die Ausstattung von Klassenräumen mit einfachen Schulbänken beauftragt. „Die Notsituation in der Lebensmittelversorgung der Region zeichnete sich bei diesem Besuch aber schon ab, da die letzte Regenzeit vollständig ausgeblieben war.“
 So musste der Internatsbetrieb in der benachbarten Schule in Kurungu wegen fehlender Vorräte eingestellt werden. Wenn kein Nachschub käme, könne man auch in South Horr im nächsten Trimester keine Mahlzeit mehr ausgeben, sagte der Rektor Paul Kambaki. „In Absprache mit der örtlichen Missionsstation haben meine Frau Sigrid und ich entschlossen, eine Lastwagen-Ladung mit gut neun Tonnen Mais, Bohnen und Öl für die Schule zu ordern.“ Umgerechnet 4000 Euro mussten dafür aufgewendet werden. Die Spendenmittel haben Schüler aller Pyrmonter Schulen und der Realschule Lügde beim „Rund for Help“ sowie private Sponsoren aufgebracht. „Ein Segen für die Schulkinder in South Horr“, wie Pater Peter Kariuki jüngst in einem Telefongespräch bestätigte. Da es in den Hütten fast nichts mehr zu Essen gibt, dürfen die Kinder auch in den jetzigen Ferien für eine Mahlzeit in die Schule kommen.
 Viele nehmen dafür mehrere Stunden An- und Abmarsch in Kauf, denn nur so können sie die Schule erreichen. Zwar gibt es seit Februar ein Mobilfunknetz, doch sonst fehlt es nach wie vor an jeglicher Infrastruktur in diesem Teil des Landes. Keine befestigten Straßen, kein öffentlicher Verkehr, keine Strom- und Wasserversorgung, kein Arzt im Umkreis von 150 Kilometern. „South Horr mit seinen verlässlichen Partnern in Bad Pyrmont und Lügde erscheint da wie eine Oase der Stabilität in einer von der Natur und dem Staat benachteiligten Gegend.“ Wie ernst die Situation inzwischen ist, machen Meldungen kenianischer Medien der letzten Wochen deutlich. Danach will die Regierung zusammen mit dem Welternährungsprogramm Lebensmittelhilfslieferungen und Trinkwasser in die Trockengebiete schaffen, um die Notlage zu mildern. „Die Erfahrung der Vergangenheit lehrt allerdings, dass durch mangelhafte Organisation, fehlende Transportmöglichkeiten und Korruption oft nichts bei den Bedürftigen ankommt.“ Zum Glück könne man jetzt durch das Mobilfunknetz leichter kommunizieren. Meine Frau und ich hoffen mit den Samburus auf Regen im November, der die Situation wieder entspannen kann.

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