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Große Aufregung um angebliche Vollsperrung der Heemsteder Brücke im November

Droht dem Talkessel der Verkehrsinfarkt?

Bad Pyrmont/Lügde. „Wir machen die Grenze dicht“, „Nun haben wir das Chaos“, „Statt Taxi oder Bus dann mit Helikopter zum Bahnhof, damit man den Zug schafft...“. „Bin gespannt, wie ich zur Arbeit kommen soll“. – Die ersten Reaktionen im Internet-Forum „Facebook“ waren gestern heftig. Diverse User diskutierten die drohende Vollsperrung der Heemsteder Brücke, die zuvor vom Leiter der Landesstraßenbaubehörde in Hameln, Markus Brockmann, auch gegenüber dieser Zeitung bestätigt und von Radio Aktiv bereits verbreitet worden war. Wegen dringend erforderlicher Erkundungsarbeiten im Gründungsbereich sei das Bauwerk, das in der Pyrmonter Bahnhofstraße über die Emmer führt, Ende November zwei Wochen lang für den Autoverkehr in beiden Richtungen unpassierbar, hieß es.

veröffentlicht am 16.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 11:41 Uhr

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Wegen der bereits gesperrten Bad Freienwalder Brücke begannen sofort die Spekulationen, wie der Verkehr in dieser Zeit umgeleitet werden könnte. Durch die Innenstadt Lügdes über die Hohenborner Straße nach Holzhausen? Von Amelgatzen über Gellersen nach Aerzen und von dort über den Grießemer Berg ins Staatsbad? Die Ost-West-Tangente der Kurstadt wäre lahmgelegt und dem Talkessel drohe der Verkehrsinfarkt, wenn die derzeit vielbefahrene Heemsteder Brücke dem rollenden Verkehr nicht zur Verfügung stünde.

„Dann können wir den Busbetrieb zum Bahnhof in dieser Zeit einstellen“, erklärte Stadtwerke-Chef Dieter Boldt, als er von der Redaktion über die drohende Vollsperrung informiert und nach einer Lösung befragt wurde. Ihm war bislang nur eine Teilsperrung avisiert worden. „Damit könnten wir leben. Dann müssten wir zwar auch gucken, wie wir den Bahnhof mit Bussen erreichen, aber das ließe sich bewerkstelligen“, sagte er. Und auch im Rathaus zeigte sich die stellvertretende Leiterin des Ordnungsamtes völlig überrascht: „Eine Vollsperrung ist falsch. Ich habe heute Morgen noch mit der Landesstraßenbaubehörde in Hameln telefoniert und man hat mir bestätigt, dass es eine Teilsperrung geben wird“, gab sich Tanja Pohl absolut überzeugt.

Und die Verwaltungsbeamtin sollte recht behalten. „Asche auf mein Haupt“, meldete sich Markus Brockmann gestern Nachmittag in der Redaktion. „Ich habe mich geirrt, es wird Ende November tatsächlich nur eine Teilsperrung der Heemsteder Brücke geben – und zwar Richtung Bahnhof“, stellte der Behördenleiter klar. Er bestätigte jedoch, dass es in seinem Haus zunächst Überlegungen gegeben habe, das Bauwerk voll zu sperren. „Aber das ist schon ein paar Wochen her und da habe ich wohl etwas durcheinandergebracht“, gestand er freimütig und bat um Entschuldigung.

Da die Landesstraßenbaubehörde zu wenig Bestandsunterlagen über die Heemsteder Brücke hat, muss die Beschaffenheit des Bauwerks laut Brockmann dringendst geprüft werden. Es gehe insbesondere um die Gründung und die Widerlager. „Dafür müssen wir kurz vor der Brücke viereinhalb Meter ins Erdreich. Dazu werden Spundwände gerammt, muss das Erdreich ausgehoben werden“, erklärte er. Danach werde eine Spezialfirma die Festigkeit und die geometrischen Abmessungen der Brücke unter die Lupe nehmen. „Das Ganze wird etwa zwei Wochen dauern. In dieser Zeit wird dann eine Ampelanlage den Verkehr über die Heemsteder Brücke regeln“, korrigierte sich Brockmann.

Aber auch schon Anfang November werde das Bauwerk „zwei, drei Tage lang“ nur einseitig zur Verfügung stehen, kündigte der Behördenleiter gestern an. Der Grund ist eine gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung. „Es kommt ein Lkw mit einem Brückenbesichtigungsgerät zum Einsatz, um mögliche Schäden von unten zu erkennen. Wir suchen nach Erkenntnissen, die man von oben nicht bekommt. Das findet alle sechs Jahre statt und ist eine ganz normale Prüfung – wie TÜV“, erklärte Brockmann, und versicherte, dass der mittelfristig ebenfalls sanierungsbedürftigen Heemsteder Brücke vorerst keine dauerhafte Vollsperrung wie der Bad Freienwalder Brücke drohe: „Das kann ich mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen. Erst wenn die Freienwalder Brücke wieder befahrbar ist, werden wir mit den erforderlichen Arbeiten an der Heemsteder Brücke beginnen.“ Der Behördenleiter kündigte zudem an, dass durch die nun anstehenden Maßnahmen weder das Weihnachtsgeschäft in der Kurstadt noch der Weihnachtsmarkt beeinträchtigt werden sollten. „Bis dahin sind wir fertig“, versprach Brockmann.



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