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Verlust hydraulischer Flüssigkeit verursacht hohe Reparaturkosten an Rettungsfahrzeug

Drehleiter ein „Auslauf“-Modell

Bad Pyrmont. Sie ist in die Jahre gekommen und im wahrsten Sinne des Wortes ein „Auslauf“-Modell“, dem Stadtbrandmeister Jürgen Bitterling nur noch eine überschaubare Lebensdauer voraussagt. Rund 36 000 Euro musste die Stadt jetzt aufwenden, um die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Pyrmont wieder instand setzen zu lassen, damit sie im Gefahrenfall funktionstüchtig ist. Das hat jetzt Sabine Spiegel der Politik bekanntgegeben. „Glücklich sind wir nicht“, sagte die Fachgebietsleiterin Ordnung und Soziales vor dem Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Verkehr. Sie vertritt die Ansicht, dass die Schäden schon früher erkennbar gewesen seien und kündigte Gespräche mit der Geschäftsführung des Karlsruher Unternehmens an.

veröffentlicht am 21.08.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 19:21 Uhr

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Mitte April sei bei der Fahrzeugpflege der Drehleiter ein Flüssigkeitsaustritt im Bereich des Leiterparks festgestellt worden, was eine Undichtigkeit im Hydrauliksystem befürchten ließ. Da im April jedoch noch kein genehmigter Haushalt für das Jahr 2013 vorgelegen habe, sei mit den Beteiligten einvernehmlich festgelegt worden, die notwendige Reparatur bis zum erwarteten Zeitpunkt der Etatgenehmigung zu verschieben. „Daher wurde angeordnet, die Drehleiter bis zur Reparatur ausschließlich für Rettungseinsätze und nicht mehr zu Übungszwecken zu nutzen“, erklärte Spiegel.

Da der Landkreis Hameln-Pyrmont den Haushalt aber auch im Mai noch nicht genehmigt hatte und um Folgeschäden an der Drehleiter zu vermeiden, sei dann in Abstimmung mit Kämmerer Eberhard Weber der Reparaturauftrag für Juli erteilt worden. Das Fahrzeug sei durch zwei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr zum Werk in Karlsruhe überführt und dort einer intensiven Überprüfung unterzogen worden. Dabei seien weitere Mängel entdeckt worden, die die Sicherheit beeinträchtigten und sofort abgestellt werden mussten. „Wir haben uns auch dazu entscheiden, um eine weitere Überführung des Fahrzeuges sowie Arbeitsstunden der Fachfirma einzusparen“, begründete Spiegel. Erneuert worden seien unter anderem die Sperrblöcke der Abstützzylinder, da für die Drehleiter im abgestützten Zustand durch Einsacken eine Kippgefahr bestand. Zudem seien verrostete Dehnhülsen und Schraubbolzen, das Hauptsteuerkabels im Leiterpark, bei dem ein Kabelbruch befürchtet wurde, Dichtungen in Zylindern, Unterbodenschutz und Sprossenbelege erneuert und der komplette Leitersatz gereinigt und geschmiert worden. „Einige Positionen hätten nach Einschätzung von Feuerwehr und Verwaltung bereits bei den regelmäßigen Überprüfungen festgestellt werden müssen, die in Bad Pyrmont durch Monteure der Karlsruher Firma durchgeführt werden“, monierte Spiegel und begründete damit auch das noch ausstehende Gespräch mit der Geschäftsführung. Denn diese Arbeiten seien für einen ordnungsgemäßen Einsatz des Fahrzeuges notwendig.

Inzwischen steht das Rettungsfahrzeug, das 1996 für 812 000 D-Mark gekauft worden ist, wieder unter dem Dach der Freiwilligen Feuerwehr an der Waldecker Straße. In Bad Pyrmont ist es üblich, dass Feuerwehr-Fahrzeuge alle 25 Jahre erneuert werden, doch ob die Drehleiter noch bis 2020 ihren Dienst verrichten kann, hält Bitterling für fraglich. „Wir haben damals ein Vorführ-Modell erworben, aus dem Baujahr 1995. Wenn die Drehleiter noch fünf Jahre hält, sind wir gut bedient“, erklärte der Stadtbrandmeister und forderte von der Politik, sich für den „Tag X Gedanken zu machen“. In Bad Pyrmont sei in den vergangenen Jahren so gebaut worden, dass es im Rettungsfall ohne funktionsfähige Drehleiter Probleme geben könne. Bürgermeisterin Elke Christina Roeder kündigte daraufhin an, dass sich die Verwaltung Gedanken machen wolle, sobald der Beschaffungsplan für Feuerwehrfahrzeuge abgearbeitet sei. „Das ist bald der Fall“, sagte die Sozialdemokratin.

Von einem Skandal sprach hingegen Bettina Schlüter. Die CDU-Ratsfrau echauffierte sich darüber, dass die Verwaltung die Drehleiter für den Einsatz freigegeben habe, nicht aber zu Übungszwecken. „Dadurch ist das Leben der Feuerwehrleute gefährdet worden. Das kann es echt nicht sein“, schimpfte sie.

Aufgrund der Bauweise in Bad Pyrmont mit vielen hohen Gebäuden und Kliniken ist eine funktionsfähige Drehleiter – hier bei einem Feuerwehr-Einsatz in der Brunnenstraße – für den Gefahrenfall zwingend erforderlich.

Archiv/ube



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