weather-image
Carl-Herbert Braun durchleuchtet das Leben von Lope de Vega – und ein Duo spielt die Musik dazu

„Drama zwischen Lebensgier und Todesnähe“

Bad Pyrmont (Hei). In einer wunderbar stimmigen Einheit von Wort und Musik entführten in der Beletage des Pyrmonter Schlosses Carl-Herbert Braun von der „Theater Companie“ sowie Flötist Arndt Jubal Mehring und Ramona Friesen (Gitarre) ihre Zuhörer in die Welt des spanischen Theaters und eines seiner bekanntesten Protagonisten, Lope de Vega (1562-1635).

veröffentlicht am 14.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 21:41 Uhr

270_008_5752920_pn101_1408_4sp_Hei_Lopedevega_Abend_7843.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Anders als bei Shakespeare, dessen Epoche von Filmemachern und Medien gründlich durchleuchtet wurde und wird, liegt die Theaterwelt des schillernden Spaniers für eine breite Öffentlichkeit weitgehend im Dunkeln. Die Aufführung der Komödie „Der Glücksritter“ in diesem Sommer ließ den Dramaturgen der Companie, Carl-Herbert Braun, den Spuren Lopes folgen, und in der ihm eigenen gründlichen Art machte er daraus eine faszinierende biografische Skizze, die noch vertieft wurde durch Entdeckungen des Autors Bruno Frank im 20. Jahrhundert.

Wie „ein barockes Drama zwischen Lebensgier und Todesnähe“ sei das Dasein des Poeten, Jesuiten, Komödienschreibers und Liebhabers schöner Frauen verlaufen, der sich mit 73 Jahren zu Tode geißelte.

Brillant habe Lope die Versmaße gemeistert, in denen er seine Stücke schrieb, von denen noch rund 450 überliefert sind. Wie im „Glücksritter“ hätten in vielen Komödien die Paare Herrschaft-Diener (Caballero-Gracioso) eine wichtige Rolle gespielt, betont Braun.

Unterhaltsam schilderte Braun die Rolle der spanischen Theater jener Zeit, in der das Volk ein gefürchtetes kritisches Publikum war – ähnlich wie die „groundlings“ auf den Stehplätzen der englischen Theater. So gab Braun interessante und amüsante Einblicke sowohl in Lope de Vegas persönliche Situation als auch in die zeitgeschichtliche Atmosphäre des spanischen Theaters.

Und als wär‘s ein Stück von Lope, folgten die Musiker authentisch diesen lebendigen Schilderungen. Zu den Romanzen und der Volksmusik von Ribera, Cristobal de Morales und Juan del Eucina sah man Gestalten über Hinterhöfe huschen, Adlige ihre Degen-Duelle ausfechten und Liebespaare sich elegant im Tanz bewegen.

Ein rundum gelungener Abend im Geiste Lope de Vegas, der viel verdienten Beifall fand.

Eine stimmige Einheit aus Wort und Musik: Carl-Herbert Braun, Ramona Friesen und Arndt Jubal Mehring (v.re.) ließen Lope de Vegas und seine Zeit lebendig werden.

Foto: Hei



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt