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Erstaufführung und Konzerthausorgel

Donnerstag wird es spannend

Bad Pyrmont. Eigene Stücke zu komponieren ist das Eine. Aber die von jemand Anderem zu Papier gebrachten Noten weiterzudenken, stellt eine ganz eigene Herausforderung dar. Denn hier sind Werktreue und Fantasie gleichermaßen gefragt.

veröffentlicht am 02.09.2013 um 21:42 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 14:00 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Dieser Herausforderung hat sich Arndt Jubal Mehring gestellt, als er auf Basis allein des Klavierauszugs ein Flötenkonzert für ein Streicherorchester mit vier Bläsern instrumentiert hat. „Man muss überlegen, was im Klavierauszug nicht drin ist und versuchen, den Klang zu treffen“, erklärt der Flötist und Komponist die Aufgabe.

Zu der kam Mehring durch eine rein zufällige Entdeckung: Als er beim Leipziger Musikverlag Zimmermann, bei dem er auch Herausgeber ist, nach neuen Stücken für sein Konzert-Repertoire suchte, stieß er eines Tages auf den Namen Ferdinand Büchner. „Als Kind musste ich zwar Etüden von ihm üben“, erzählt der Musiker. „Aber als Komponist sagte er mir zunächst nichts.“ Als Mehring dann erfuhr, dass der im 19. Jahrhundert international renommierte Komponist aus Bad Pyrmont stammte, überlegte er nicht lange. „Das müssen Sie spielen“, rieten die Leipziger. Bei Dirigent Volker Schmidt-Gertenbach traf er ebenfalls auf offene Ohren.

Der Musikverlag konnte allerdings nur mit dem Klavierauszug von Büchners Flötenkonzert in f-moll op. 38 dienen. „Die Orchesterfassung ist im Zweiten Weltkrieg verbrannt“, hat Mehring in Erfahrung gebracht.

Jetzt neu entdeckt, auch als berühmter Sohn Bad Pyrmonts: Der Flötist Ferdinand Büchner (1825 bis 1912) begeisterte schon als 13-Jähriger das Publikum in London. Weitere Stationen seiner Karriere waren Berlin, St. Petersburg und schließlich Moskau, wo er als erster Professor für Flöte am Musikkonservatorium lehrte. Am Donnerstag ist im Pyrmonter Konzerthaus die Erstaufführung seines von Arndt Jubal Mehring neu instrumentierten Flötenkonzerts in f-moll op. 38 zu erleben.

Seit rund zwei Monaten liegen dem Generalmusikdirektor und dem Orchester „Concerto Verizano“ nun Mehrings in monatelanger Arbeit erstellte Noten vor. Seither hat jeder für sich geprobt. „Ich musste richtig üben, um das spielen zu können“, gesteht Mehring. „Denn das 19. Jahrhundert war die große Zeit der Virtuosen. Alle, die für sich selbst komponierten, versuchten beim Publikum mit Artistik zu punkten.“

Richtig spannend wird es am Donnerstag. Denn im Vorfeld des abendlichen 5. Staatsbad-Sinfoniekonzerts können alle Musiker das Konzert erstmals gemeinsam proben. Bis ins Letzte weiß deshalb auch Mehring noch nicht, wie seine Arbeit nun eigentlich klingt. Aber soviel ist sicher: „Das ist ein romantischer Stilmix, der weder die Schwere von Brahms, noch die Süße von Tschaikowski hat“, deutet der Flötist über das von ihm komplettierte Werk des Zeitgenossen von Brahms, Verdi, Wagner und Liszt an.

Außergewöhnliches versprechen auch die weiteren Kompositionen des Abends: Neben der Erstaufführung von Mehrings Instrumentation des Büchner-Konzerts stehen Werke von Georg Friedrich Händel, Ottorino Respighi und Joseph Haydn auf dem Programm.

Als zweite Solistin des Abends wird die Organistin Judit Izsak Händels Orgelkonzert in g-moll, op. 4 Nr. 1, auf der einzigen Konzerthausorgel Niedersachsens interpretieren. Zudem sind Haydns intensivste Sturm-und-Drang-Sinfonie Nr. 44 in e-moll und Ottorino Respighis Suite Nr. 3 mit Antiken Tänzen und Arien zu hören. „Der erste Satz dieser Suite ,Italiana‘ ist für Klassikhörer unmittelbar verbunden mit der italienischen Lebensweise“, heißt es in der Ankündigung des „spätsommerlichen Konzertabends im ansprechenden Ambiente des Konzerthauses“.

Karten für das Sinfoniekonzert gibt es im Vorverkauf in der Wandelhalle und in der Tourist-Info sowie am Donnerstag an der Abendkasse.

Um 19 Uhr, eine halbe Stunde vor Konzertbeginn, gibt Arndt Jubal Mehring eine Einführung in das Programm.



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