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Moderne EDV hält auch in die Klassenzimmer der Grundschulen Einzug

Digitaloffensive: Wo es hakt, wo es läuft

LÜGDE. Insgesamt 240 Mädchen und Jungen besuchen derzeit die Lügder Grundschule St. Marien. Ab dem ersten bis zum Ende des vierten Schuljahrs werden sie dort auch mit Grundlagen im Umgang mit dem Computer vertraut gemacht. „Sie arbeiten im Mathematik- und im Deutschunterricht mit entsprechenden Übungsprogrammen an den Computern, sehr viel aber auch im Förderunterricht“, berichtet Anneli Runte im Gespräch mit dieser Zeitung.

veröffentlicht am 12.07.2018 um 12:00 Uhr

Den 240 Mädchen und Jungen der Lügder Grundschule St. Marien stehen für den Computer-Unterricht 15 PC-Arbeitsplätze zur Verfügung, von denen derzeit allerdings nur 13 funktionieren. Wandtafel und Kreide dürften an dieser, wie auch an den übrigen beid
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Burkhard Reimer Reporter
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Zudem erhalten die Mädchen und Jungen der vierten Klassen im laufenden Schuljahr noch die Möglichkeit, den „NRW-Medienpass“ zu erwerben, der ihnen grundsätzliche Fertigkeiten und die Fähigkeit zum kritischen Umgang mit dem Internet bescheinigt. „Ob das im kommenden Schuljahr auch noch möglich sein wird, kann ich noch nicht sagen“, so die Schulleiterin, „ich muss nämlich erst einmal sehen, ob und wie ich das in das Unterrichtskontingent einbauen kann, das mir zur Verfügung steht“. Zusätzliche Stunden würden ihr dafür nämlich nicht zugestanden.

Den Lehrkräften stehen in einem Computerraum 15 PCs zur Verfügung.

In Zeiten rasant fortschreitender Digitalisierung, mit der auch Grundschulkinder mithalten können sollten, ist das alles andere als eine üppige Ausstattung. „Zumal dann nicht, wenn von den 15 Geräten derzeit nur 13 funktionieren“, bestätigt die Schulleiterin. Kleinere Reparaturen könne zwar der Medienbeauftragte der Schule, Lehrerkollege Dennis Patallas, selbst erledigen, berichtet Anneli Runte weiter, „bei größeren müssen wir aber Fachleute von auswärts beauftragen – und das dann von unserem Schuletat bezahlen“.

Es ist, wie schon diese kurze Zustandsbeschreibung aufzeigt, selbst um die für den Einsatz digitaler Medien notwendige Ausstattung mit sogenannter Hardware nicht gerade gut bestellt. Ganz zu schweigen von anderen digitalen Lehr- und Lernmitteln wie beispielsweise sogenannten Active Boards anstatt der herkömmlichen Wandtafel und Kreide, die noch nicht so bald ausgedient haben dürften. Und das nicht nur an der St. Marien-Grundschule. Denn an der städtischen Grundschule im Lügder Ortsteil Rischenau sieht es kaum besser aus. Zwar sagt Schulleiterin Dagmar Schultz, dass ihre Schule „zum Glück kleine Klassen hat, sodass wir mit unseren 20 Laptops hinkommen, andererseits bereitet uns ein schwaches WLAN Probleme“. Dadurch nämlich komme es häufig zu Störungen, die den Medienbeauftragten der Schule, den Lehrkräften Loni Richert und Martin Gräler die Arbeit unnötig erschwerten.

Verglichen damit, herrschen an Lügdes Johannes-Gigas-Schule fast schon paradiesische Zustände. Da gibt es, wie Schulleiter Uwe Tillmanns aufzählt, unter anderem zwei PC-Räume mit jeweils 20 Schülerarbeitsplätzen und einem Lehrer-PC sowie ein Selbstlernzentrum mit weiteren zehn Plätzen. Auch könnten, so Tillmanns, „dank einiger Kollegen, die auf diesem Gebiet überdurchschnittlich fit sind“, Schülerinnen und Schüler in den Klassen fünf, sechs und acht je eine Stunde pro Woche EDV-Unterricht erhalten und so unter anderem „auf das künftige Arbeiten mit den klassischen Office-Programmen vorbereitet werden“. Was indes fehle, sei das WLAN, „aber das steht bereits auf unserer To-do-Liste“, betont der Schulleiter.

Die wiederum hat offenbar recht gute Chancen, auch verwirklicht zu werden. Und das nicht nur, weil für Lügdes Sekundarschule ohnehin eine Komplettsanierung ansteht, sondern auch, weil gerade in diesen Tagen die NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer mit der „Digitaloffensive Schule NRW“ um die Ecke kommt. Deren Ziel soll es sein, „den digitalen Wandel aktiv zu gestalten und die Chance für modernen Unterricht zu nutzen“, wie es während der kürzlich in Paderborn durchgeführten Auftaktveranstaltung hieß. In einer Pressemitteilung dazu liest sich das dann unter anderem wie folgt: „Es gilt, diese pädagogischen Aufgaben des Landes mit den Ausstattungsaufgaben der kommunalen Schulträger sinnvoll und konzeptionell zu verknüpfen.“

Im Klartext: Die Schulministerin startet eine Offensive, für deren Kosten zunächst einmal die Schulträger, also die Kommunen, aufzukommen haben. Im Gegenzug will das Land Nordrhein-Westfalen allerdings im Rahmen von „Gute Schule 2020“ ein mit zwei Milliarden Euro ausgestattetes Förderprogramm auflegen.

Und damit die Schulträger in Ostwestfalen-Lippe auch in den Genuss dieses Geldes kommen können, sollen sie bei der Beantragung der Fördermittel fachlich beraten werden. Zuständig dafür soll eine bei der Bezirksregierung in Detmold angesiedelte Geschäftsstelle „Gigabit.NRW“ sein.

Für Katrin Buer, Lügdes Stellvertretende Bürgermeisterin und Leiterin des Fachbereichs Zentrale Dienste und Finanzen, steht die kommunale Kostenpflicht außer Frage. Um diese über die angekündigten Fördermittel ausgleichen zu können, müsse die Stadt „nun zunächst einmal einen Medienentwicklungsplan erstellen“. Dessen Basis, erteilt sie im gleichen Atemzug einen Arbeitsauftrag, „wird ein Medienkonzept sein, das die Schulen erstellen müssen“.



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