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Christian Joppich spielt französische und norddeutsche Orgelmusik in der Stadtkirche

Dietrich Buxtehude schlägt ein wie der Blitz

Winfried Kühne

veröffentlicht am 01.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 13:41 Uhr

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Bad Pyrmont. Im vierten Konzert der Pyrmonter Orgeltage war der Osnabrücker Organist Christian Joppich Gast an der Orgel der Stadtkirche. Er stellte Werke französischer Orgelmusik denen der norddeutschen Orgelschule gegenüber. Völlig unterschiedliche Welten taten sich auf im Nacheinander von Louis-Nicolas Clérambaults hochbarocker Suite im 1. Ton und Oliver Messiaens „Ressuscités“, einem Satz aus dem siebenteiligen Zyklus „Les Corps Glorieux“ von 1939.

Überschaubare, relativ kurze, in sich abgeschlossene Formen bestimmten die Suite. Joppich ließ die Orgel in leuchtenden Farben strahlen und wählte geschickt im Gegensatz zum vollen Werk die Soloregister. Messiaens Meditation über das Mysterium der Auferstehung setzt sich in der bekannten persönlichen Tonsprache des Komponisten mit der „Freude und dem Glanz der verklärten Leiber“ auseinander. Die spielerische Freiheit, das Klingen- und Schwingenlassen dissonanter Freudengesänge standen spiegelbildlich für das Phänomen der Verklärung. Bachs Fantasie c-Moll BWV 562 und Dietrich Buxtehudes Präludium in g führten abrupt in die Realität zurück. Joppich spielte die reich verzierte fünfstimmige Fantasie spannungsreich im ruhigen Gleichmaß. Dagegen schlug Buxtehudes Präludium ein wie der Blitz! Geradlinig, ohne Schnörkel wie die Pfeiler der Lübecker Marienkirche. Konzertant, lebendig und ein Ohrenschmaus die Basslinie. Die Choralvorspiele „Schmücke dich, o liebe Seele“ und „Herr Jesus Christ, dich zu uns wend“ von Bach ebenso wie die Partita „Freu dich sehr, o meine Seele“ von Georg Böhm zeigten, wie sich protestantische Organisten vom Choraltext inspirieren lassen. Joppich registrierte hinreißend abwechslungsreich die Partita. Den krönenden Abschluss bildete Bachs Präludium und Fuge a-Moll BWV 543, ein Werk, frei von theologischen Spekulationen. Der Künstler gestaltete, erfahren im Überblick, setzte Akzente im nicht endenden Laufwerk, Präludium und Fuge aus einem Guss, virtuos, spielfreudig – ein großzügiger Bach!

Das Abschlusskonzert der Orgeltage beginnt am Sonntag, 4. Oktober, um 19.30 Uhr in der Oesdorfer Kirche. Kreiskantor Hans-Christoph Becker-Foss spielt Werke von Bruhns, Muffat, Buxtehude und Pachelbel.

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