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Hagen Schwarzrock, Oliver Kipp und Katharina Troe spielen Haydn, Schubert und Mendelssohn Bartholdy

Dieses Trio präsentiert sich als musikalische Einheit

Bad Pyrmont. Sie scheinen Bad Pyrmont ins Herz geschlossen zu haben, denn schon nach kurzer Zeit begeisterten Hagen Schwarzrock (Klavier), Oliver Kipp (Violine) und Katharina Troe, (Violoncello) in Kammermusikkreisen als Hyperion-Trio bekannt, im Kurtheater ihr Publikum. Aus der reichen Literatur dieser seit der Wiener Klassik neben dem Streichquartett etablierten selbstständigen Gattung hatte man Werke ausgesucht, die nicht nur weniger bekannt, sondern auch alle aus den letzten Schaffensjahren der jeweiligen Komponisten sind: Joseph Haydns vorletztes Klaviertrio Es-Dur Hob XV: 29 zu Beginn, danach Franz Schuberts posthumes „Notturno“ aus seinem Todesjahr 1828 und Felix Mendelssohn Bartholdys zweites Klaviertrio c-Moll op 66, das letzte Kammermusikwerk mit Klavier des „Mozart des 19. Jahrhunderts“. Schnell merkte man, warum dieses Ensemble sich in wenigen Jahren auf internationaler Ebene einen Namen gemacht hat. Die drei Künstler spüren in jeder Phase die individuelle Handschrift der Komponisten und damit auch die speziellen Eigenheiten eines jeden Werkes auf. Haydns Welt ist eben eine völlig andere als die eines Schuberts oder Mendelssohns. Über ein Phänomen der Kammermusik mit Klavier kann man nie hinwegsehen, einen Verschmelzungsgrad wie bei Streichern kann es nicht geben, da die Dominanz des Klaviers eine natürliche ist. Das Hyperion- Trio präsentiert sich aber als eine homogene musikalische Einheit, der Pianist wahrt konsequent, auch bei höchst virtuosen Passagen, wie im romantischen Mendelssohn-Trio, die kammermusikalische Linie, eine Absage an die Vorstellung von „Klavierkonzert mit reduziertem Orchester“. Das Haydnsche Trio sprühte von Lebenslust, gepaart mit Überraschungen, Humor, aber auch verschmitztem Lächeln, und zum Schluss reiner Übermut im Wiener Ländlerstil. Welch ein Kontrast zu Schuberts Adagio. Bewundernswert, mit welcher Spannung die Künstler diese Vision von einer schöneren Welt in Klangfülle und Dichte umsetzten. Im abschließenden Trio offenbarte sich die Vielschichtigkeit der Künstlerpersönlichkeit Mendelssohn Bartholdys: Auf dem Fundament eines Riesen-Klavierparts eine bis zur Dramatik gesteigerte Emotionalität, schlichte Melodik, ein „Lied ohne Worte“, im Scherzo der obligatorische Elfenspuk und im Finale eine sich öffnende Weite, die eine Hörerin so beschrieb: „Man hätte gläubig werden können.“ Die beiden Zugaben, „Schlummerlied“ und „Romanze“, erinnerten an den Freund und musikalischen Weggefährten Robert Schumann.

veröffentlicht am 01.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

Winfried Kühne
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Hagen Schwarzrock, Oliver Kipp und Katharina Troe bei ihrem Konzert im Kurtheater.

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