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Schwurgericht setzt Beweisaufnahme fort / Wie Marc H. ins Visier der Sonderkommission geriet

Diese Pistole überführte Ingrid P.s Mörder

Bad Pyrmont/Hannover. Er hatte sie dabei, als er der Pyrmonter Seniorin Ingrid P. (76) am 29. April auf dem Parkplatz der Hufeland-Therme neunmal ein 33 Zentimeter langes Küchenmesser in den Hals rammte. Auf der Flucht hat Marc H. (34) aus Lügde die täuschend echt aussehende Schreckschusswaffe – ein Nachbau einer Walther P 99 – verloren oder weggeworfen. Diese Pistole führte die Fahnder der Mordkommission „Therme“ auf die Spur des inzwischen geständigen Mannes – sie hat ihn überführt, denn: Wissenschaftler des Landeskriminalamtes Niedersachsen entdeckten an der P 99 genetisches Material. Eine Laboranalyse ergab am 25. Mai: Die sichergestellte DNS gehört Marc H. aus der Nachbarstadt.

veröffentlicht am 14.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 04:21 Uhr

Hat zugegeben, Ingrid P. getötet zu haben: Marc H. (34).

Autor:

Ulrich Behmann
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Auf den 34-jährigen Heizungsbauer waren bereits zwei Tage zuvor Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen – unsere Leser hatten den Mann auf den in unserer Zeitung abgedruckten Fotos, die eine Überwachungskamera im Hufeland-Bad gemacht hatte, erkannt. Doch der Name allein nützte den Polizisten nicht viel. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten die Ermittler nur, dass sich H. in der Therme herumgetrieben hatte.

Polizisten versuchten mit ihm Kontakt aufzunehmen. Sie wählten die Nummer seines Handys, hörten aber nur eine Bandansage und hinterließen eine Nachricht. H. kam der Bitte um Rückruf nach. Er versprach der Polizei, er komme demnächst zur Wache und mache eine Aussage. Reagiert so ein Mörder auf der Flucht? War Marc H. am Ende doch nur ein Zeuge? Die Moko konnte diese Fragen zunächst nicht beantworten. Noch nicht. Erst nach dem DNA-Abgleich wussten die Fahnder: „Marc H. ist der Täter.“

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden Polizisten den Karton, in dem die in Ingrid P.s Mercedes entdeckte schwarze Pistole aufbewahrt worden war. Am 28. Mai setzte Staatsanwältin Kathrin Söfker Zielfahnder auf Marc H. an. Die Spezialisten der Polizeidirektion Göttingen spürten den Gesuchten am 3. Juni in Bad Bergzabern (Rheinland-Pfalz) auf. Ein Sonderkommando nahm H. in der Fußgängerzone fest. Noch am selben Tag legte der Lügder ein Geständnis ab.

Wurde brutal getötet: Ingrid P. †

Diese zum Teil bislang unveröffentlichten Details verriet gestern der Vorsitzende Richter der 13. Großen Strafkammer, Wolfgang Rosenbusch. Er verlas auch den Tatortbefund- und den Spurensicherungsbericht der Kriminaltechnik Hameln und einen Vermerk der Mordkommission.

Marc H. tauchte diesmal nicht hinter einer Balustrade ab. Der Angeklagte war um 14.30 Uhr von einem Justizwachtmeister in den Saal geführt worden. Er trug Handschellen. Am ersten Prozesstag war der Angeklagte stundenlang auf Tauchstation gegangen und hatte geschwiegen. Gestern Nachmittag beantwortete er vor Beginn der Hauptverhandlung eine Frage des Vorsitzenden Richters mit klarer und fester Stimme. „War der psychiatrische Gutachter schon bei Ihnen?“, wollte Rosenbusch wissen. „Ja, gestern“, sagte Marc H. und lächelte.

Die Verhandlung wird am 22. Dezember um 15.30 Uhr fortgesetzt.



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