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Bibliothek fördert frühkindliches Lesen

Diese Bücher machen selbst den Eltern Spaß

Bad Pyrmont (Hei). Bilder angucken war gestern. Heute ,,begreifen“ Kleinkinder in ihren ersten Büchern das Leben noch auf ganz andere Art. Da wird ein Schlafsack per Reißverschluss zugemacht, und ein Arztkoffer verrät beim Öffnen sein Innenleben. Das Baby wird aus der Windel gepackt und das kleine Känguru aus seinem Beutel. Der Eisbär hat ein streichelweiches Fell und der Elefant eine echt dicke Haut. Es knistert und raschelt zwischen den Blättern, und bei Babys Badevergnügen darf das wasserfeste Buch mit in die Wanne.

veröffentlicht am 18.10.2010 um 18:43 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 01:21 Uhr

Büchereileiterin Birgit Jaskolla mit einem der Fingerbücher und
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Was ist schon die spannendste Fernsehsendung gegen einen solcherart sinnlichen Umgang mit Büchern! Nach den modernen pädagogischen Zielrichtungen kann und sollte dieser Umgang möglichst früh beginnen, und für Birgit Jaskolla hat das auch Sinn: ,,Vor allem das Vorlesen ist unverzichtbar als Grundstein für die spätere Sprachförderung“, davon ist die Leiterin der Stadtbibliothek fest überzeugt. Und darum steht sie voll und ganz hinter einem Projekt, das im September landesweit in etwa 140 Büchereien angelaufen ist.

Beim ,,Lesestart Niedersachsen – frühkindliche Leseförderung von Babys und Kleinkindern“ werden bereits jetzt mehr als zwei Drittel aller Einjährigen in Niedersachsen mit einem Lesestart-Set versorgt, das der Kinderarzt oder ein anderer Mediziner bei der üblichen U 6-Untersuchung den Eltern aushändigt. Dieses Set beinhaltet je ein Bilderbuch, ein Plakat, einen Vorleseratgeber und ein Lesetagebuch für die Eltern, die ganz wichtige Partner sind für die Initiatoren des Lese-Starts. „Der Umgang der Eltern mit Literatur prägt ganz entscheidend das Leseverhalten von Kindern und ist Vorbild für die Kleinen“, betont Jaskolla. Die wichtigsten Informationen sind auch in Russisch und Türkisch übersetzt.

Die frühkindliche Leseförderung der Büchereizentrale Niedersachsen in Kooperation mit der Akademie für Leseförderung und der Stiftung Lesen wird finanziell gesponsert vom Landes-Ministerium für Wissenschaft und Kultur. In der Stadtbibliothek ist in der Abteilung Jugendbücherei schon ein ganzer Tisch aufgebaut mit den schönsten bunten Bilderbüchern. Die kann man sich ausleihen, denn das Lese-Set soll ja die Eltern auf den Geschmack bringen. Zu den witzigsten Exemplaren gehören die Fingerspielbücher. Steckt man zwei Finger in die dafür vorgesehenen Löcher, dann gucken sie als Zehen aus den Socken eines kleinen Jungen. Die menschlichen Extremitäten werden zu Fühlern bei einer Schnecke oder zu Pfoten einer Katze. „Das ist dann nicht mehr nur ein Buch, sondern ein kleines Spielzeug, an dem sich sogar Erwachsene begeistern können“, demonstriert Birgit Jaskolla mit Überzeugung den lustigen Gag.

Zum Umgang mit Büchern und zum Vorlesen gehört aber noch viel mehr, weiß die erfahrene Büchereileiterin, die selbst in ihrem großen Raum für die Kleinen eine Lese-Kuschelecke eingerichtet hat. ,,Vorlesen, vor allem vor dem Schlafengehen, sollte zu einem kleinen Ritual in der Familie werden. Da muss der Klangbrei von Radio und Fernsehen, der uns oft den ganzen Tag umgibt, ausgeschaltet werden. Man sollte klar, deutlich und betont lesen, aber keine schauspielerische Solonummer daraus machen. Wichtig sind auch die Wiederholungen bekannter Bücher. Und bitte nichts an Text auslassen – Kinder merken das sofort“, so Jaskolla.

Phantasie, Kreativität und sprachlicher Ausdruck könnten so „je eher, desto besser“ schon vor dem Kindergarten-Alter gefördert werden. In der Stadtbücherei werden projektbegleitende Veranstaltungen dazu angeboten, eine davon findet am Montag, 25. Oktober, für die Tagesmütter des Bad Pyrmonter Familien- und Kinderservicebüros statt.



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