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Emmerthals Christdemokraten wollen abtrünnigen Pyrmonter Ex-CDU-Fraktionschef aufnehmen

Diedrichs landet Wechsel-Coup

Bad Pyrmont. Mit Handschlag haben Bad Pyrmonts ehemaliger CDU-Fraktionschef Lars Diedrichs und Matthias Koch aus der Spitze der Emmerthaler CDU Diedrichs‘ Wechsel zu den dortigen Christdemokraten besiegelt. Die haben kein Problem damit, dass der 44-Jährige in Bad Pyrmont mit einer eigenen Liste Wahlkampf macht.

veröffentlicht am 29.04.2016 um 17:36 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:27 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Der Streit zwischen der Pyrmonter CDU und ihrem ehemaligen Fraktionschef geht in die nächste Runde. Und zieht weitere Kreise: Lars Diedrichs will nun dem CDU-Gemeindeverband Emmerthal beitreten.

„Ich habe nach Bekanntwerden der Bestrebungen der CDU Bad Pyrmont viele positive Rückmeldungen aus der Kreis- und Landes-CDU erhalten“, wird der 44-Jährige in einer am Freitag von Emmerthals CDU versendeten Pressemitteilung zitiert. In den Gesprächen mit auswärtigen Parteifreunden habe er mehrfach den Rat bekommen, zur Lösung der Konflikte vor Ort den Ortsverband zu wechseln. Das sei dann im Gespräch mit Matthias Koch, dem zweiten Vorsitzenden der Emmerthaler CDU, konkret geworden. Deren Vorstand beschloss daraufhin laut Koch einstimmig, den Pyrmonter aufzunehmen. Denn: Diedrichs habe sich in Wahlkämpfen und in der täglichen ehrenamtlichen Arbeit mit „viel Leidenschaft für die CDU eingesetzt“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Diedrichs sieht der Mitteilung zufolge Emmerthals CDU nicht nur geografisch, sondern auch inhaltlich als „eine sehr naheliegende politische Heimat für mich“. Auf Anfrage nennt er als ausschlaggebend für den Wechsel: „Wenn mich die Pyrmonter CDU loswerden will, dann gehe ich halt. Aber ich gehe nicht aus der CDU raus.“ Er sei überzeugter Christdemokrat. „Aber wir haben unterschiedliche Meinungen über lokale Themen.“ Sein Schritt sei sein Versuch, die Situation zu entzerren. „Sie sind den Stachel im Fleisch los und wir gehen uns aus dem Weg.“ Er findet: „Damit ist eigentlich allen Seiten gedient.“

Mit dem Wechsel reagiert Diedrichs auf den von den Christdemokraten in der Kur-stadt angestrebten Parteiausschluss. Dass die ihren abtrünnigen ehemaligen Frontmann wegen „parteischädigenden Verhaltens“ loswerden wollen, hatten sie Mitte April in einer Pressemitteilung erklärt. Was Diedrichs daran nach eigenem Bekunden wurmt, ist der gestrigen Emmerthaler Pressemitteilung zufolge der Umstand, „dass im Vorfeld kein Vertreter der Pyrmonter CDU auf mich zugekommen ist, um Kompromisse zu finden oder mich zumindest vorab über diesen Vorgang zu informieren.“ Diese Tatsache könne „jeder für sich selbst bewerten“, so Diedrichs.

Dass seine wohlwollende Begrüßung in Emmerthal die Pyrmonter CDU in Bedrängnis bringen könnte, nimmt Ursula Körtners Vorgänger an der Fraktionsspitze in Kauf. „Ich muss mich nicht um deren Image kümmern“, sagt er. „Daran arbeiten sie selbst.“ Gleichwohl bedaure er, „dass dem Ansehen der Pyrmonter Lokalpolitik erneut ein Bärendienst erwiesen wurde“.

Dass Diedrichs mit der von ihm gegründeten Liste „Wir für Pyrmont“ zur Kommunalwahl in der Kurstadt angetreten ist und die örtlichen Christdemokraten damit Stimmen kosten könnte, stört seine Parteifreunde in Emmerthal offensichtlich nicht. Sähen sie Diedrichs’ Verhalten als ebenso parteischädigend an, wie Bad Pyrmonts CDU-Spitze das tut, dann hießen sie ihn wohl kaum in ihren Reihen willkommen.

Den seit Monaten zugespitzten Streit in der Pyrmonter CDU nennt Matthias Koch in seiner Mitteilung bedauerlich. Mit Blick auf Lars Diedrichs betont er: „Er teilt aber unsere Werte, ist einer von uns – und das soll auch so bleiben!“ Deshalb begrüße Emmerthals CDU den Verbandswechsel des Pyrmonters.

Der wiederum kann aus der Aufnahme einen neuen Rückhalt für sich ableiten – und hat damit zugleich der Pyrmonter CDU einen Haken geschlagen. Denn deren Chancen, ihn ins Abseits zu stellen, dürften nun nicht steigen.

Seine politisches Engagement will Lars Diedrichs nun allerdings nicht nach Emmerthal verlegen. „Ich will in der Pyrmonter Kommunalpolitik aktiv bleiben“, betont der Unternehmer. Formell muss Hameln-Pyrmonts CDU-Kreisvorstand seinem Wechsel noch zustimmen.



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