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So schnell hat sich Hagens neue Grundschulleiterin eingelebt / Begeistert vom Eltern-Engagement

„Die zweitbeste Entscheidung meines Lebens“

Hagen (uk). Wenn Christa Cassel an ihren neuen Arbeitsplatz denkt, dann strahlt sie. „Das war die zweitbeste Entscheidung meines Lebens. Es macht so viel Spaß, mit den Kindern zu arbeiten, das hätte ich nicht gedacht.“ Lehrerin ist die frühere Konrektorin der Pyrmonter Herderschule schon lange. Doch niemals hatte sie es mit Grundschülern zu tun. Das hat sich in diesem Jahr nach dem Ende der Sommerferien geändert. Denn als neue Schulleiterin ist die Pädagogin in Hagen für 44 Kinder im Grundschulalter verantwortlich.

veröffentlicht am 03.10.2010 um 15:22 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 01:41 Uhr

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Dabei macht Christine Cassel keinen Hehl daraus, dass sie gründlich überlegen musste, ob sie sich wirklich auf die vakante Schulleiterstelle einlassen sollte. Sie hat es getan und bislang noch keinen Tag bereut. Vorerst ist sie kommissarisch im Amt, auf ihren Wunsch erst einmal für ein Jahr. „Kollegen haben mir dazu geraten“, berichtet sie. Zweifel, dass sie verlängern wird, hat sie aber längst nicht mehr. „Die Kinder wollen noch, die reißen sich den Arm aus, um etwas zu erreichen“, erzählt sie begeistert vom Schulalltag. Und das gelte auch für die Eltern. Das Schulfest, das die Schule am vergangenen Samstag feierte, haben die Eltern ausgerichtet. „Die haben sich, wie auch ihre Kinder, richtig toll dafür eingesetzt. Man merkt, dass sie alles dafür tun wollen, die Schule für Hagen zu erhalten.“ Die Stimmung beim Fest sei denn auch richtig gut gewesen, freut sie sich.

Die kleine Hagener Schule hat turbulente Zeiten hinter sich. Die Ergebnisse der letzten Schulinspektion ließen zu wünschen übrig, und einige Eltern schickten ihre Kinder zum Unterricht nach Bad Pyrmont. Ende dieses Jahres steht die nächste Inspektion an. Christine Cassel und ihre Kolleginnen sind fest entschlossen und hoch motiviert, diese Inspektion „mit Glanz und Gloria“ zu bestehen, wie sie schmunzelnd erklärt.

Mit schuleigenen Lehrplänen, neuen Unterrichtsmethoden wie Gruppen- und Partnerarbeit, aber auch mit Lernkarteien wollen sie die Inspektoren überzeugen, dass die Grundschule Hagen einen guten Unterricht bietet. Ihr ist es wichtig, dass die Kinder in „ihrer“ Schule Teamfähigkeit lernen und zur Selbstständigkeit erzogen werden.

Nach Hagen zu wechseln ist der ehemaligen Herderschul-Konrektorin Christa Cassel nicht leicht gefallen. Aber bis heure hat sie diesen Schritt nicht bereut.

Auch Menschlichkeit ist Christa Cassel ein Anliegen. „Das kann man durch soziales Lernen und viele, viele Gespräche mit den Schülern vermitteln.“

Die kleinen Schulklassen bieten die Voraussetzung dafür. In der 1. Klasse werden zehn, in der zweiten zwölf , in der 3. acht und in der 4. zwölf Schüler unterrichtet.

Cassel selbst empfindet es heute für ihren Beruf von Vorteil, dass sie nicht nur als Lehrerin gearbeitet hat. Weil es keine freien Stellen gab, jobbte sie nach ihrer Ausbildung eine Zeit lang für eine Krankenkasse. „Das hilft mir heute noch dabei, über den Tellerrand hinwegzublicken“, glaubt sie. „Und wenn Lehrer oder Lehrerinnen über viel Arbeit klagen, dann kann ich ihnen sagen, dass es in der freien Wirtschaft noch ganz anders aussieht.“

14 Unterrichtsstunden gibt sie, den Rest ihrer Zeit widmet sie der Schulleitung. „Das ist wie mit einer kleinen Firma.“ Auch die Suche nach Sponsoren gehört dazu, denn das Geld des Schulträgers ist knapp – auch wenn sie versichert, jegliche Unterstützung von der Stadt zu bekommen. Darum freut es die Schulleiterin, dass der Förderverein Hagen und die Stadtsparkasse Bad Pyrmont das Lehrerzimmer anlässlich des Schulfestes mit einem Computer samt Drucker ausgestattet und außerdem ans Internet angeschlossen haben.

Zehn Schulanfänger wurden in diesem Jahr auf dem Hagen eingeschult, im nächsten Jahr sollen es nach dem gegenwärtigen Stand dann 18 Abc-Schützen sein. Das sind gute Aussichten, dass es weiter geht mit der Grundschule Hagen.



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