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Brandschutz fordert Fluchtweg

Die Volkshochschule muss aus dem Kommandantenhaus raus

BAD PYRMONT. Die Volkshochschule muss ihr angestammtes Domizil im Schloss verlassen. Der Brandschutzprüfer fordert einen zweiten Fluchtweg für das Kommandantenhaus. Für Verbandsdirektor Hagen Zywicki kam das völlig überraschend. Ersatzräume mussten gesucht werden und wurden im Bfw in Holzhausen gefunden.

veröffentlicht am 28.08.2017 um 16:07 Uhr

Hausmeister Andreas Brasche schleppt einen Aufsteller mit Hinweisen für Kursteilnehmer aus den oberen VHS-Räumen im Kommandantenhaus. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Die Hiobsbotschaft erreichte die Volkshochschule Ende Juni, eine Woche, nachdem das Programm für das Herbstsemester 2017 druckfrisch auf dem Tisch lag. Weil der Brandschutzprüfer des Landkreises nach einer Begehung des Kommandantenhauses einen zweiten Fluchtweg für die oberen Etagen forderte, durften die Räume ab sofort nur noch eingeschränkt genutzt werden. Was danach begann, nennt Verbandsdirektor Hagen Zywicki „hektische Betriebsamkeit“. „Das hat uns aus heiterem Himmel getroffen, ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass so etwas geschieht“, sagt der VHS-Chef, der sich über den Zeitpunkt der Auflage wundert, denn zweite Fluchtwege gebe es grundsätzlich schon länger.

Die behördliche Anordnung, über die das Staatsbad Pyrmont die Volkshochschule informierte, ist eindeutig. Solange es keinen zweiten Fluchtweg gibt, dürfen sich maximal 10 Personen pro Geschoss in den VHS-Räumen aufhalten, und zwar nur den Räumen, die unmittelbar an das Treppenhaus anschließen. „Nur gut, dass gerade Semesterferien waren“, sagt der VHS-Chef.

Seit 1988 nutzt die Einrichtung, die von sieben Kommunen und dem Landkreis getragen wird, das Gebäude auf der Schlossinsel, hat hier insgesamt auf zwei Etagen 1040 Quadratmeter für Büros, eine Lehrküche und Unterrichtsräume angemietet. Auch die beiden Kavaliershäuser auf dem Wall gehören dazu.

Das Kommandantenhaus ist zurzeit vollkommen eingerüstet. Schon die Sanierungsarbeiten am Dach waren eine Belastung für die VHS. Foto: uk

Für die VHS bedeutete die behördliche Anordnung, für die gut 60 Kurse des Herbstsemesters neue Räume zu finden. Fündig wurden Zywicki und seine Mitarbeiter im Berufsförderungswerk in Holzhausen, verteilt auf mehrere Gebäudeteile. Dazu kommt noch ein Seminarraum in der Touristinfo am Europlatz, der in erster Line für Bildungsurlaubsangebote genutzt wird. „Oberste Prämisse für uns war es, keinen Kurs ausfallen zu lassen. Und das ist uns schließlich auch gelungen.“

Die Zeit wurde am Ende ziemlich eng, denn das Semester startet am 2. September, aber erst seit gut eineinhalb Wochen steht laut Zywicki definitiv fest, wo die Kurse stattfinden können. Im Kommandatenhaus bleibt nur das Büro geöffnet, das die Dozenten nutzen können, wenn sie zum Beispiel Unterlagen kopieren müssen. Sie werden in diesen Tagen über den Umzug informiert und dann in die räumlichen Begebenheiten im Bfw eingewiesen. Für Kursteilnehmer soll ein Treffpunkt eingerichtet werden, denn die Gefahr sich zu verlaufen, ist in dem Bfw-Komplex für Ortsunkundige durchaus real.

Trotzdem spricht der VHS-Chef von einer guten Lösung, die trotzdem nur eine Übergangslösung sei. „Wir wollen natürlich so schnell wie möglich nach Hause, denn das Schloss ist als Standort schöner und liegt zentraler.“ Zywicki, der betont, dass Bad Pyrmont als zweitgrößter VHS-Standort im Kreis seine Bedeutung habe, rechnet mit mindestens einem oder zwei Semestern Emigration. Doch die übliche Lösung – eine Außentreppe als zweiter Fluchtweg – würde zum einen dem Denkmalschutz widersprechen und könnte zum anderen auf sich warten lassen. Zurzeit wird das Dachgeschoss des Kommandantenhauses saniert und das Gebäude ist komplett eingerüstet. Die Arbeiten sollen noch bis Juni 2018 dauern. Garantiert ist das nicht.



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