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Enthüllung am 26. November

Die vergessene Erinnerungstafel für Sally Abraham

BAD PYRMONT. Mit zehnjähriger Verspätung und auf Antrag des Arbeitskreises „27. Januar“ wird die Stadt Bad Pyrmont kommende Woche am Rathaus eine Tafel anbringen, die an das Leben des Schirmfabrikanten Sally Abraham erinnern wird.

veröffentlicht am 19.11.2018 um 14:36 Uhr
aktualisiert am 19.11.2018 um 19:00 Uhr

Auf dem Platz vor dem Pyrmonter Rathaus erinnern bereits seit 2006 „Stolpersteine“ an Sally Abraham und seine Frau Anna, die 1939 nach England emigrierte. Zwei weitere Steine tragen die Namen der Kinder der Familie. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Es ist fast genau zehn Jahre her, dass sich die Pyrmonter Politik eine erregte Diskussion lieferte. Es ging um den Antrag des Arbeitskreises, den Platz vor dem Rathaus nach Sally Abraham zu benennen und damit an den von den Nazis 1938 im KZ Buchenwald umgebrachten Schirmfabrikanten jüdischen Glaubens und seine Familie zu erinnern. Am Ende beschloss der Rat nach der Abwägung der verschiedenen Argumente, die für beziehungsweise gegen eine Platzbenennung sprachen, eine Gedenktafel aufhängen zu lassen. Doch damit endete die Geschichte abrupt. Zwar erinnerte der Arbeitskreis bei seinen Gedenkstunden regelmäßig an Sally Abraham, aber von der Gedenktafel für ihn war keine Rede mehr.

Erst nach einem Bericht der Pyrmonter Nachrichten über die „vergessene Tafel“ im Juli dieses Jahres tat sich etwas. Der Arbeitskreis wurde aktiv und nahm Kontakt mit der Stadtverwaltung auf. Ergebnis ist ein mit Bürgermeister Klaus Blome abgestimmter Text, der vom Arbeitskreis selbst entworfen und nun auf eine 30 mal 42 Zentimeter großen Tafel gedruckt worden ist. Auf eine künstlerisch gestaltete Bronzetafel, wie es ursprünglich geplant war, wurde aus Kostengründen verzichtet.

In den frühen Morgenstunden des 10. November 1938 wurden neben anderen jüdischen Männern Bad Pyrmonts auch die Familie Abraham von SA-Leuten aus der Wohnung geholt und später in das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar gebracht. Sally Abraham verstarb am 25. November 1938 dort qualvoll.

Das Wohngebäude der Familie und die Fabrik (Rathausstraße 1 und 1 a) gingen später in den Besitz der Stadt Bad Pyrmont über. Zunächst wurde es von den Pyrmonter Nachrichten und als Hotel genutzt. Zwischen 1987 und 1989 wurde das Gebäude abgerissen. An dessen Stelle wurde das jetzige Rathaus mit der dazu gehörenden Parkfläche erstellt.

Die Erinnerungstafel werde am Montag, 26. November, um 12 Uhr anlässlich des 80. Todestages von Sally Abraham an der Rathausfassade enthüllt, teilte die Stadtverwaltung mit. Zu dieser Veranstaltung seien interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.



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