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Ostpreußenvereinigung will heutigen Ratsbeschluss gegen rechte Ideologie abwarten

Die Landsmannschaft schweigt

Bad Pyrmont. Den im Pyrmonter Rat vertretenen Parteien ist es gelungen, sich auf eine gemeinsame Erklärung zu einigen, mit der sie sich gegen „rechte Ideologien“ aussprechen wollen. Die Beschlussfassung über diese Resolution soll heute als zusätzlicher Tagesordnungspunkt auf die Sitzung des Rates gesetzt werden. Im Kern geht es darum, dass der Rat keinerlei rechtsextremes Gedankengut in Bad Pyrmont tolerieren will.

veröffentlicht am 07.03.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 12:21 Uhr

Autor:

hans-ulrich Kilian
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Anlass für die Erklärung ist die „13. Winterakademie“ des als rechtsextrem eingestuften „Institutes für Staatspolitik“ (IfS) vor gut zwei Wochen im Pyrmonter „Ostheim“. Mit einer Mahnwache und einem friedlichen Spaziergang hatten mehr als 100 Pyrmonter gegen diese „junge Elite der neuen Rechten“ protestiert.

Konkret wird das Ostheim in der vorliegenden Erklärung allerdings nicht genannt. Es ist vielmehr davon die Rede, dass die Winterakademie in einer „Bildungsstätte in Bad Pyrmont“ von den Verantwortlichen dieser Stadt abgelehnt werde. „Wenn wir angreifen, dann sollten wir die angreifen, die gemeint sind“, nennt Wilfried Seibel (Bürgersinn) den Grund für diese Formulierung. Auf seinen Einwand hatten sich die Parteien darauf geeinigt. „Wir sollten dem Ostheim nicht automatisch unterstellen, dass es die Gedanken derer teilt, die dort tagen“, so Seibel gegenüber den Pyrmonter Nachrichten. Er selber habe dort früher oft getagt und sei zudem beeindruckt von der Integrationsleistung, die das Ostheim seit Jahrzehnten leiste.

Das sieht man auch bei der Landsmannschaft Ostpreußen so, die das Pyrmonter Haus als „Jugendbildungs- und Tagungsstätte“ nutzt, „die allen Landsleuten und Freunden offensteht“, wie es auf der Internetseite des Ostheims zu lesen ist. „Wir bringen dort seit den 50er Jahren verschiedene Nationalitäten zusammen, und soviel ich weiß, gibt es Einrichtungen dieser Art in Bad Pyrmont nicht so viele“, sagte der Bundesgeschäftsführer Dr. Sebastian Husen aus Berlin auf Anfrage. Zu den Winterakademien des IfS, die dort nach Auskunft der Hausleitung schon seit Jahren stattfinden, wollte Husen nichts sagen. „Wir warten erst einmal ab, was der Pyrmonter Rat beschließt, dann werden wir dazu Stellung nehmen“, so der Bundesgeschäftsführer gestern.

Geführt wird das Ostheim von einem Trägerverein, dessen Vorsitzender der Rechtsanwalt Stephan Grigat aus Lemgo im Kreis Lippe ist. Grigat ist auch Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen. Husen ließ erkennen, dass er über die jüngsten Vorgänge in Bad Pyrmont genau informiert ist. Das dürfte erst recht für Grigat gelten. Doch obwohl zwei Wochen vergangen sind, sah sich die Landsmannschaft bislang nicht veranlasst, sich zu den Winterakademien zu äußern.



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