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Solistin Maria Todtenhaupt brachte ihr Instrument so charmant wie kompetent zum Klingen

Die Harfe – edel, romantisch und lebensprall

Bad Pyrmont. Einen ganz besonderen Abend erlebten die Zuhörer beim „Harfe pur“-Konzert mit Maria Todtenhaupt am Sonntagabend auf Einladung der „arche-kammermusik“ im voll besetzten Kleinen Saal des Konzerthauses. Bestechend dabei: die Ausstrahlung der Künstlerin. Denn sie stellte nicht nur drei verschiedene Harfen mit Charme und Natürlichkeit vor, sondern spielte diese auch mit musikalischer Kompetenz.

veröffentlicht am 18.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 05:41 Uhr

Maria Todtenhaupt bringt ihre Harfen auf faszinierende Art zum K

Autor:

Winfried Kühne
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In ihre Moderation bezog die Harfenistin immer wieder auch ihre persönliche Biographie mit ein. So eröffnete sie das Konzert auf der Keltischen Harfe mit „Lauda to St. Maddalena“, einer Weise aus dem 13. Jahrhundert, die sie schon als Zwölfährige in ihrem ersten Schulkonzert vorgetragen hatte. Die Klänge der Keltischen Harfe, dem Begleitinstrument der mittelalterlichen Spielleute, die von Herrensitz zu Herrensitz zogen, ließen die Melodien des „goldenen Zeitalters der Harfe“ lebendig werden: edel, ernsthaft, herrschaftlich.

Eine brillante Unterhaltungskünstlerin

Mit der Erfindung des Doppelpedals wird die Harfe aus den Zwängen von Spielmusik und Begleitung befreit. Die Konzertharfe avanciert im 18. Jahrhundert in Paris zum Lieblingsinstrument der kultivierten Gesellschaft. Die Solistin präsentierte sich in John Thomas’ „The Minstrel‘s Adieu“, dem ersten Satz aus Georg Friedrich Händels Konzert Nr. 6, B-Dur, das im vorletzten Sinfoniekonzert in der Orgelfassung zu hören war, und der c- Moll-Fantasie von Louis Spohr als brillante Unterhaltungskünstlerin.

Betonte sie in den ersten beiden Sätzen das spielerisch gefällige, ins Ohr gehende Moment, so öffnete die Fantasie zum ersten Mal den gesamten Klangraum über fünf Oktaven! Romantik pur, die weite Welt von Emotionen, weit gefächerte Akkorde, Arpeggien, individuelle Gestaltung und viel Freiraum für Ausspielen und Verklingen lassen. Da war es nur ein kleiner Schritt zum französischen Impressionismus.

Mit „La Source“ (Quelle) von Alphonse Hasselmann und dem „Impromptu Caprice“ von Gabriel Pierné fühlte sich die Künstlerin so richtig in ihrem Element! Naturschilderungen, Spielarten des Wassers – Debussy ließ grüßen!

Mit den Klängen auf der Paraguayharfe zog südamerikanische Folklore ein. Pralle Lebensfreude, Latino-Rhythmen und in jeder Phase die beiden Urelemente der Musik: Melodie und Rhythmus! Das Publikum ließ sich mitreißen und forderte mit viel, viel Applaus zwei Zugaben: auf der Konzertharfe noch eine „Quelle“, diesmal von Marcel Tournier, und einen fröhlichen Tanz aus Paraguay.



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