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Für den BPT-Chef Jürgen Drescher ist nach 15-jähriger Dienstzeit heute endgültig Schluss

„Die haben mich einfach machen lassen“

Bad Pyrmont (uk). Wenn Jürgen Drescher heute seinen Schreibtisch in der Touristinformation an der Südstraße verlassen hat, dann tut er das für immer, denn es ist sein letzter Arbeitstag. Nach gut 15 Jahren tritt der Geschäftsführer der Bad Pyrmont Tourismus GmbH (BPT) in den Ruhestand. Er geht nicht nur mit dem guten Gefühl, etwas in Bad Pyrmont erreicht zu haben. „Es war die spannendste Aufgabe und gleichermaßen auch die schönste Zeit meines beruflichen Schaffens“, lautet das Fazit des Marketingexperten, der im Mai 64 Jahre alt wird.

veröffentlicht am 29.04.2010 um 18:58 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 12:41 Uhr

Begegnungen: Jürgen Drescher mit Klaus-Henning Demuth und Marie-
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Dabei war der Start alles andere als einfach, denn Bad Pyrmont stand 1996 die Kurkrise bevor. Drescher spricht heute von der schwierigsten Phase, die der Kurort jemals durchmachen musste. Aus 950 000 jährlichen Übernachtungen wurden 610 000. Gefragt waren neue Impulse und Ideen und das Vertrauen der Gesellschafter Stadt, Staatsbad und Kur- und Verkehrsverein. „Und die haben mich und mein starkes Team einfach machen lassen“, erinnert er sich. Weg von langfristigen, hin zu kurzfristigen Angeboten lautet das Gebot der Stunde. Die BPT packte gemeinsam mit dem Staatsbad Gesundheits-, Wellness- und Kulturpakete fürs Wochenende. Dass seit 1997 die Zahl der Privatgäste in Bad Pyrmont ständig gestiegen ist und im letzten Jahr sogar einen Rekordwert erreicht hat, sieht Drescher als Verdienst der von ihm geführten BPT. Allerdings konnten die Übernachtungszahlen mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten. „Wir haben gut 500 Betten in Hotels und Kliniken weniger“, dämpft er Erwartungen, dass sich das auf absehbare Zeit spürbar ändern werde. „Ohne neue Hotels im 3-und 4-Sternebereich können wir kaum gegensteuern.“ Gerne hätte er darum als BPT-Chef noch die Eröffnung eines Vier-Sterne-Hotels erlebt. Der Wunsch bleibt unerfüllt. Als Erfolgsmodell hebt er die Vernetzung der BPT mit dem Staatsbad hervor. Identische Dienstkleidung, Vernetzung mit allen Servicestellen unter Nutzung identischer Technik und Programme, Abstimmungen und gemeinsame Vermarktungen der Angebote, Anzeigenkooperationen, Personal- und Kostenteilung bei Aktionen, Thermenbesuche in allen Angebotspaketen, Sponsoring von Veranstaltungen und die Kreation eines Gutscheinheftes stehen dafür. Auf seiner Erfolgsliste stehen auch Bad Pyrmonts neues Logo, die Beteiligung am Entdeckertag der Region Hannover, die Entwicklung des ersten Internetauftritts, die Kreation „Fürstenbad“ und Initiator des „round table“. Weniger gut sind die Erfahrungen, die Drescher mit dem kleinsten Gesellschafter, dem KVV, gemacht hat. Der habe sich schwer mit der BPT getan, da seine Aufgaben auf die BPT übertragen worden seien. „Darum versuchte der KVV, öfter das eigene Kind BPT in der Öffentlichkeit zu diskreditieren, anstatt sich persönlich intern mit uns zu verständigen.“ Dem Verein rät der scheidende BPT-Chef stärker Position zu beziehen und sich zu aktuellen Problemen in der Kurstadt zu äußern und sich nicht zu scheuen, kritische Anmerkungen zu machen. Nur so könne der KVV seinem Anspruch gerecht werden, Sprachrohr der Wirtschaft zu sein. Auch das lässt Drescher hinter sich. Er freut sich auf einen neuen Lebensabschnitt mit der Gewissheit, mit Karsten Stahlhut einen guten Nachfolger zu haben. Wie er es mit dem Ruhestand hält, wird sich zeigen. Offen bekundet das CDU-Mitglied Interesse an Pyrmonter Kommunalpolitik, und auch ein Engagement in einem Vereinsvorstand kann er sich vorstellen. An Angeboten dürfte es nicht mangeln.

... mit dem damaligen Ministerpräsidenten Siegmar Gabriel ...
  • ... mit dem damaligen Ministerpräsidenten Siegmar Gabriel ...
... und dem TV-Journalisten Franz Alt. Fotos: privat
  • ... und dem TV-Journalisten Franz Alt. Fotos: privat
Jürgen Drescher vor der Touristinformation. „Spannend und
  • Jürgen Drescher vor der Touristinformation. „Spannend und schön“ sei die Zeit hier gewesen. Foto: uk

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