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Marc Schnittger und Arne Bustorff fesselten im kleinen Saal des Konzerthauses ihr Publikum

Die ganz hohe Kunst des Fingerpuppenspiels

Dagmar Nickelsen

veröffentlicht am 26.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 08:41 Uhr

Der Tod fährt mit – auch im Taxi. Foto: nic
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Bad Pyrmont. Am Anfang kommt ein Kind zur Welt – und zum Ende wird wieder ein Kind geboren: der Kreislauf hat sich vollendet. Was dazwischen ist, ist halt das Leben. Mit Liebe und Tod Sex, Sünde, Mitleid - und alles mit viel Philosophie und Humor auf die schwarze Bühne gebracht. Wenn erwachsene Menschen im Puppentheater sitzen und vor Lachen quietschen, dann muss das schon was Besonderes sein.

„LIFE.stories – Liebe, Tod und Taxifahren“ nennen Martin Maria Blau und Ralf Schulze ihren szenischen Reigen, den Marc Schnittger und Arne Bustorff auf die Bühne des kleinen Saals des Konzerthauses brachten. Was sie mit ihren Fingerpüppchen an feinem Witz, Lebensweisheit, aber auch derbem Humor und Boshaftigkeit in ihre kleinen Geschichten verpacken – erinnernd an Artur Schnitzlers Reigen – war sehr besonders.

Die Episoden waren durch ihre jeweiligen Protagonisten miteinander verwoben, als da waren der Taxifahrer, der irgendwie wie Johnny Depp aussieht..., der junge Unbekannte, die Pornodarstellerin und ihr Partner, der Pornoregisseur, der Geistliche, die Oma, die Krankenschwester, der Penner, der Tod und der Hund. Alles geht gut aus, der junge Mann, der sich zu Beginn auf dem Bahnhof in die Pornodarstellerin verliebt, bekommt sie am Ende zur Frau und beide kriegen ...siehe oben.

Die kleinen Darsteller kommen so menschlich daher, dass man manchmal vergisst, dass es „nur“ Püppchen sind. Oft sind es die Details, die einen zum Schmunzeln bringen, wie die Bahnhofsansage, die sich bei genauem Hinhören als Kauderwelsch entpuppt – egal, man kann sie ja doch nicht verstehen. Herrlich auch die mit der Stimme geknarzten Tür- oder Schaltgeräusche des Taxis, oder der quietschende Rollstuhl.

Es war überhaupt eine Wahnsinnsleistung der beiden Puppenspieler, mit so viel Fingerfertigkeit die Puppen tanzen, schlurfen, trippeln oder rennen zu lassen und dann noch die vielen unterschiedlichen Stimmen und Hintergrundgeräusche zu geben.

Beim heutigen Überfluss der verschiedensten Medienangebote Menschen derart verzaubern zu können, da muss schon eine große Spielleidenschaft gepaart mit künstlerischem Geschick und Einfallsreichtum dahinterstehen. Und die bescheinigte das leider nicht so zahlreiche Publikum dem Team um Marc Schnittger mit kräftigem Applaus.



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