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In Bad Pyrmonts Innenstadt kann bald ohne Kabel im Internet gesurft werden

Die Freifunker kommen

Pyrmonter und Gäste können in der Innenstadt bald auf schnelles und vor allem kostenfreies Internet zugreifen. Die ersten Richtfunkantennen wurden bereits installiert. Bald soll es ein flächendeckendes Netz in der gesamten Innenstadt geben.

veröffentlicht am 03.04.2016 um 15:08 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 10:35 Uhr

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Autor:

VON HANS-ULRICH KILIAn
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Bad Pyrmont. Der Name ist Programm: „Bad Pyrmont.Freifunk.net“ lautet die Kennung, unter der Pyrmonter und ihre Gäste in der Innenstadt künftig per WLAN Zugang zum Internet finden. Die Bad Pyrmont Tourismus GmbH (BPT), die diesen Plan schon länger verfolgt, beginnt in dieser Woche mit der kostenlosen Installation der unterschiedlich leistungsstarken Richtfunkantennen, Router und Repeater in Einzelhandelsgeschäften, Hotels und Ferienwohnungen. Ziel ist es, ein flächendeckendes Funknetz über der Brunnenstraße, der Hauptallee, dem Brunnenplatz, der Wandelhalle und dem Kurpark zu knüpfen.

„Die Geräte stellen wir kostenlos zur Verfügung und auch der WLAN-Zugang selber wird nichts kosten, erläutert BPT-Chef Karsten Stahlhut. „WLAN ist also ein Standortfaktor, der mittlerweile zum Must-Have geworden ist. Gemeinsam mit der Werbegemeinschaft, dem Kur- und Verkehrsverein und Ihnen wollen wir es künftig unseren Kunden anbieten“, heißt es in einem Brief Stahlhuts an die Geschäftsleute in der Innenstadt und fordert Sie zum Mitmachen auf. Um eine möglichst dichte und stabile Netzabdeckung vorzuhalten, ist er auf möglichst viele Gewerbetreibenden angewiesen. „Die dafür notwendige Hardware stellen wir dank der Sponsoren Stadtsparkasse, Staatsbad, Stadtwerke und Bad Pyrmont Tourismus GmbH kostenlos auf Leihbasis zur Verfügung, den Teilnehmern entstehen keine zusätzlichen Kosten und die Installation erfolgt ehrenamtlich“, erläutert Stahlhut, der von einer ersten Investitionssumme in Höhe von 4000 Euro spricht.

Das verwendete System „Freifunk.net“ wird bereits in vielen Kommunen verwendet und wird seit Anfang März auch vom niedersächsischen Landtag empfohlen. Bei dieser Variante bleibt das eigene WLAN-Netz erhalten. Es wird lediglich ergänzt durch ein offenes Netz mit eigenem Router, welches im gesamten Innenstadtbereich den gleichen Namen „Badpyrmont.Freifunk.net“ haben wird. „Die Geräte werden sozusagen von Router zu Router weitergereicht, immer an den, der am nächsten ist“, so Stahlhut. Dadurch sei das System auch sicher, denn wer den „Freifunk-Router“ hacke oder missbrauche, bleibe nur auf dem „Freifunk-Router“, ein Zugriff auf das gastgebende Netzwerk sei ausgeschlossen.

Bislang hat Stahlhut 20 Anmeldungen von Gewerbetreibenden, die sich am Freifunknetzt beteiligen wollen, eine erste Anlage bei „radio aktiv“ in der Hauptallee arbeitet sogar schon. „Das System ist jederzeit erweiterbar“ erläutert der BPT-Chef, der dabei auch an die Schillerstraße als Wirtschaftsraum denkt. Und auch Privatpersonen könnten mitmachen, allerdings werden die für ihre Router wohl bezahlen. Einfache Geräte gibt es aber schon ab 15 Euro.

Noch nicht endgültig geklärt ist die Frage der Störerhaftung. Danach haftet der Betreiber eines Internetzugangs, beispielsweise im Rahmen von Urheberechtsverletzungen, für das Verhalten seiner Nutzer. „Das gehört abgeschafft“, meint nicht nur Anja Piel aus Fischbeck, Fraktionsvorsitzende der Grünen im niedersächsischen Landtag. Und die Weichen scheinen gestellt. Wer seinen Kunden einen kostenlosen WLAN-Zugang zur Verfügung stelle, sei für deren Urheberrechtsverletzungen nicht verantwortlich, stellte jetzt Generalanwalt Maciej Szpunar vor dem Europäischen Gerichtshof fest. Für Piel ist freies WLAN aber mehr als nur kostenloses Internet. „Bei Freifunk geht es darum, aus einer basisdemokratischen Initiative heraus ein offenes Bürgernetz aufzubauen– von Bürger für Bürger“, betont sie.

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