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Warum Freiwillige die Folgen der Wehrdienst-Abschaffung fürchten / Fahrzeug-Frust und kein Fest am falschen Platz

Die „Drückeberger“ werden auch den Wehren fehlen

Hagen (yt). „Wir sind kein Spielball der Politik“, machte Ortsbrandmeister Jörg Krüger bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hagen seinem Ärger darüber Luft, dass den Neersener Kameraden der Anbau an deren Gerätehaus verweigert wurde. Und mit Blick auf das für Hagen beantragte neue Fahrzeug zeigte er sich unsicher: Das Geld sei zwar im Haushalt für 2013 vorgesehen. „Aber ich glaube es erst, wenn ich die Schlüssel in der Hand habe“, meinte er in Anspielung auf Emmerthal, wo ein 25 Jahre altes Feuerwehrauto nur optisch aufpoliert werden soll.

veröffentlicht am 09.01.2011 um 20:11 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 21:41 Uhr

Vereinte Kräfte: Ortsbrandmeister Jörg Krüger (li.) und sein Stellvertreter Marco Brandt (2.v.re.) sowie Blombergs-Feuerwehr-Spi
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Wie wenig hilfreich es sei, die Wehren nicht entsprechend auszustatten, untermauerte Jörg Krüger mit einer niedersächsischen Statistik: Nach der sind in gut zehn Jahren sechs Prozent der Feuerwehrkameraden aus dem aktiven Dienst geschieden. Das Problem verschärfe sich noch durch die Abschaffung der Wehrpflicht. Denn so mancher Leistungsträger habe sich für – zuletzt vier Jahre – zum aktiven Feuerwehrdienst verpflichtet, um so von der Wehrpflicht freigestellt zu werden. Krüger: „Diese Kameraden werden uns fehlen.“ Es sei denn, Bund, Land und Kommunen könnten die Attraktivität des Dienstes in der Feuerwehr deutlich steigern. Übrigens: Allen Widrigkeiten zum Trotz waren Hagens 43 aktive Feuerwehrleute auch 2010 wieder fleißig: Sie leisteten rund 2000 Stunden ab. Der größte Einsatz wurde ein Feuer in Eschenbruch. Den würdigte nun Blombergs Feuerwehr-Spitze mit einem Besuch auf dem Hagen.

Der Hagener SPD-Ratsherr Frank Maus verteidigte das Abstimmungsverhalten seiner Fraktion: „Da die CDU dem Haushalt ihre Zustimmung verweigerte und die FDP nur unter der Bedingung zustimmte, dass der Neersener Anbau und das Hagener Flutlicht abgelehnt werden, mussten wir gegen unsere Überzeugung stimmen. Nur so konnten wir den Haushalt verabschieden.“ Während Maus eine baldige Lösung des Problems in Aussicht stellte, wollte sich Kurt-Heinz Zühlke „aus politischen Gründen“ nicht zu dem Thema äußern.

In seinem Ausblick verkündete Ortsbrandmeister Krüger, dass das Feuerwehrfest 2011 ausfalle. Nachdem einige Bürger durchgesetzt haben, dass das Fest nicht mehr auf dem Platz hinterm Gerätehaus stattfinden darf, „obwohl wir hier einen deutlich besseren Zuspruch haben als auf dem abgelegenen Festplatz“, habe sich das Feuerwehrkommando entschieden, am 30. April einen Tanz in den Mai im Hagener Hof zu organisieren, mit dem das Maibaum-Aufstellen gefeiert werden soll.



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