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Defekter Fahrstuhl am Bahnhof: Der Pyrmonter Behindertenbeirat ist mit den Antworten des Unternehmens unzufrieden

„Die Deutsche Bahn ist nicht willig oder nicht fähig“

Bad Pyrmont. „Die Deutsche Bahn ist nicht willig oder nicht fähig, die unbefriedigende Situation am Pyrmonter Bahnhof zu ändern.“ Zu diesem ernüchternden Schluss ist Dieter Schröder, Mitglied des Pyrmonter Behindertenbeirates, anlässlich der jüngsten Sitzung des Gremiums gekommen.

veröffentlicht am 21.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 06:41 Uhr

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Mehrfach war in der Vergangenheit der Fahrstuhl defekt, auf den besonders Rollstuhlfahrer angewiesen sind, um auf Gleis zwei zu gelangen. Ein Rollstuhlfahrer hatte den Bahnsteig nur mithilfe von Freunden verlassen können, eine Frau hatte Probleme, ihren Zug zu erreichen. Die Seniorin sei verzweifelt gewesen, so Schröder, denn die Bahn habe ihr nicht zusichern können, dass die ihr angezeigte Bahnverbindung für sie ohne Hilfe erreichbar sei. Bei weiteren Nachfragen bekam sie insgesamt vier Verbindungen rausgesucht – alle mit dem Unsicherheitsfaktor, ob die Verbindungen für sie als Rollstuhlfahrerin erreichbar seien.

Das sehbehinderte Mitglied des Beirates Bernd Plöger berichtete, dass er selber sich vor Bahnreisen mit der Bahnhofsmission in Verbindung setze, um Hilfe beim Umsteigen zu bekommen. Das funktioniere natürlich nur an großen Bahnhöfen. „Doch wenn sich der Zug verspätet, dann ist auch die Bahnhofsmission weg.“

Die Stelle für Barrierefreiheit der Deutschen Bahn teilte Schröder auf Nachfrage schriftlich mit, dass der Fahrstuhl am Pyrmonter Bahnhof nicht mit einer Kamera überwacht werde. Die Bahn sei deshalb auf Schadensmeldungen angewiesen. „Dass E-Rolli-Fahrern zugemutet wird, sich von der Feuerwehr vom Bahnsteig retten zu lassen, ist unglaublich“, so Schröder empört. Notrampen über die Gleise seien aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich, so die Auskunft.

Ein Schild mit dem Hinweis auf die S-Bahn-Zentrale hängt im Bahnhofseingang auf der rechten Seite, etwas links entfernt vom Fahrkartenautomaten, jedoch keines direkt neben dem Fahrstuhl. „Das habe ich lange suchen müssen“, berichtete die Beiratsvorsitzende Steffi Maltzahn. Und die Schilder auf den Bahnsteigen zwei und drei seinen wenig aussagekräftig. Ein Schild mit einer klaren Aussage, an wen Rollstuhlfahrer sich bei einem defekten Fahrstuhl wenden können, wäre hilfreich – angebracht direkt am Fahrstuhl. „Am besten gleich mit dem Notrufknopf daneben“, so Maltzahn.

Auch der Vorsitzende des Behindertenbeirates beim Landkreis Hameln-Pyrmont, Gotthardt Feist, will sich laut Schröder mit dem unbefriedigenden Zustand nicht länger abfinden. „Sollte die Bahn nicht einlenken, will er sich an den Bundesverkehrsminister wenden“, berichtete Schröder.cg



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