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„Forum Inklusion“ richtet in Bad Pyrmont die 1. Fachtagung „Wirtschaft, Arbeit und Inklusion“ aus

Die Behinderung als Vorteil begreifen

Bad Pyrmont. „Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigung ist lohnenswert.“ Diesen Satz kann man einer Broschüre der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland entnehmen. Eben dieses Credo griff Constantin Grosch vom „Forum Inklusion“ auf, um im Namen des Landkreises Hameln-Pyrmont zur 1. Fachtagung „Wirtschaft, Arbeit und Inklusion“ für die Region Weserbergland in das Hotel Steigenberger einzuladen. Fast 40 Teilnehmer waren am Dienstag diesem Aufruf gefolgt und erhielten einen ganzen Tag lang Hinweise in sechs Referaten.

veröffentlicht am 18.03.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 21:41 Uhr

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Autor:

Klaus Titze
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Dabei ging es um Förderleistungen des Rentenversicherungsträgers, der Agentur für Arbeit oder dem Integrationsamt, um nur einige Fördermöglichkeiten zu nennen. Darüber hinaus beteiligen sich auch Berufsgenossenschaften an Arbeitsplatzausstattungen oder innovativen Ideen bei der Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderungen.

So schilderte beispielsweise Carina Andersohn von der Edeka Minden-Hannover, dass nicht nur Menschen mit motorischen Einschränkungen in den Betrieben der Genossenschaft beschäftigt werden, sondern zum Beispiel auch Gehörlose, Blinde oder Kleinwüchsige. „Für all diese Menschen lassen sich Arbeitsplätze und Beschäftigungsfelder finden und darstellen. Und sie lohnen es einem mit hohem Engagement, Kreativität und Zuverlässigkeit“, wisse sie aus eigener jahrelanger Erfahrung.

Für manche Teilnehmer war es auch überraschend zu erfahren, welch außergewöhnliche Fähigkeiten beispielsweise Menschen mit Autismus haben können, die dann, wie versichert wurde, zu „unglaublichen Ergebnissen“ zugunsten des Betriebes genutzt werden können. Auch André Schubert, stellvertretender Kurdirektor des Staatsbades Pyrmont, erinnerte in seinem Grußwort daran, dass gerade in Bad Pyrmont für die Wiedereingliederung von Menschen in den Arbeitsalltag investiert werde. Dabei gehe es nicht nur um Reha-Maßnahmen bei den Patienten, sondern auch um die Verwendung in staatsbadeigenen Arbeitsfeldern. Als Beispiel nannte er einen beim Staatsbad beschäftigten Masseur, der aufgrund seiner erheblichen Sehbeeinträchtigung außergewöhnlich entwickelte Tastfähigkeiten besitzt und diese insbesondere in seinem Beruf ausgezeichnet und erfolgreich anwenden könne, wie seine Patienten immer wieder bestätigten.

Wichtig sei, dass Menschen mit Behinderungen dies auch bei ihrem Arbeitgeber oder bereits bei ihrem Bewerbungsgespräch offen ansprechen sollten. „Selbst als Auszubildender soll man sich angstfrei bewerben“, betonte Carina Andersohn. Menschen mit Einschränkungen hätten oft ganz individuelle Fähigkeiten und Kompetenzen, die eben auf diese Behinderungen zurückzuführen seien. Und dies zu erkennen und auch branchenspezifisch zu nutzen, sei auch eine wichtige Aufgabe für Personalsachbearbeiter und Schwerbehindertenvertretungen.

Gerade Letzteres betrieblich einzurichten, habe sich als äußerst vorteilhaft erwiesen, da es wichtig sei, das vorhandene Netzwerk im Zusammenhang mit der Beschäftigung behinderter Menschen zu durchdringen, passende Arbeitsfelder zu finden, Arbeitsplatzausstattungen individuell zu gestalten und schließlich auch entsprechende Fördermittel zu erhalten.



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