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Die frühere stellvertretende Landesvorsitzende Martina Tigges-Friedrichs tritt aus der Partei aus

„Die AfD macht liberale Positionen nieder“

Bad Pyrmont. Mit Parteiaustritten kennt sich Martina Tigges-Friedrichs aus. Nach der FDP, der sie am 14. März 2013 den Rücken gekehrt hat, ist sie jetzt aus der „Alternative für Deutschland“ (AfD) ausgetreten, der sie einen „klaren Rechtsruck“ vorwirft.

veröffentlicht am 11.09.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 06:21 Uhr

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Immerhin war die Pyrmonterin stellvertretende Landesvorsitzende der AfD in Niedersachsen und einige Wochen sogar kommissarische Landesvorsitzende. „Das ist nicht mehr meine Partei“, begründete sie gestern ihre Entscheidung. Es sei die programmatische Ausrichtung der Partei, der deutsch-nationale Trend, die Islamphobie vieler Mitglieder, die Diskussion um ein Verbot der Abtreibung, die Forderung nach mehr Kindern von deutschen Frauen, die Diskussion über den Ukraine-Konflikt und der „häufig eigenartige Umgang“ miteinander, listet sie die Punkte auf, die sie an der AfD stören. „In dieser Partei werden liberale Positionen nicht diskutiert, sondern niedergemacht“, schildert die 47-Jährige ihre Erfahrungen. „Das ist für mich nicht länger hinnehmbar.“

Es hat eine Weile gedauert, bis die frühere FDP-Kreisvorsitzende, die für die Liberalen für den Bundestag und den Landtag kandidiert hat, im Landesvorstand der FDP saß und Fraktionsvorsitzende im Pyrmonter Rat war, ihre Erkenntnis gewann. Gerade zu „entsetzt“ sei sie über die Forderungen der AfD nach der Reduzierung des Kindergeldes und Arbeitslosengeldes für Ausländer gewesen.

In die Partei eingetreten sei sie, weil die AfD das Kirchhoffsche Steuerreform-Modell, bundeseinheitliche Bildungsstandards und die Einhaltung der Maastrichter Verträge gefordert und für liberale Werte gestanden habe, wie auch sie sie vertrete. „An meinem Selbstverständnis hat sich nichts geändert, wohl aber haben sich die Inhalte, für die diese Partei steht, geändert.“

Ihren Austritt aus der FDP hatte Tigges-Friedrichs damit begründet, das sie „abgestraft und gedemütigt“ worden sei, weil sie einen aussichtslosen Platz für die Landtagswahl gelandet war. Eine Rückkehr schließt sie kategorisch aus. Eine neue politische Heimat hat die Pyrmonterin als Mitglied der „Liberalen Vereinigung“ gefunden. Die machte im Mai Schlagzeilen, weil sich der Vorsitzende Alexander Dilger von dem Verein trennte und einigen ehemaligen AfD-Mitgliedern im Vorstand „blinden Hass auf die AfD“ vorwarf.uk



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