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Noch nie wurden der Pyrmonter Polizei so wenig Straftaten angezeigt wie im vergangenen Jahr

Deutlich weniger Einbrüche und Raubüberfälle

Bad Pyrmont (uk). Noch nie wurden so wenig Straftaten in Bad Pyrmont angezeigt wie im vergangenen Jahr. Die Gesamtzahl ging um 22 Prozent von 1651 auf 1286 Straftaten zurück. Diese Bilanz, die dem Trend im Weserbergland entspricht, hat gestern der Leiter des Pyrmonter Polizeikommissariats, Udo Nacke, gezogen. „Dies ist der niedrigste Wert der letzten Jahre“, so der Erste Kriminalhauptkommissar. Der deutlichste Rückgang sei bei den Raubtaten (minus 45 Prozent) und bei den Einbruchdiebstählen (minus 41 Prozent) festzustellen.

veröffentlicht am 09.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 04:21 Uhr

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Die Aufklärungsquote blieb gegenüber dem Vorjahr konstant. Von den 1286 Straftaten wurden 927 aufgeklärt, das ist eine Aufklärungsquote von 72 Prozent, genau wie 2010. Das Polizeikommissariat Bad Pyrmont liegt dabei im Vergleich der Polizeidienststellen im Land Niedersachsen ganz weit oben, durchschnittlich werden in Niedersachsen von der Polizei 61,4 Prozent der Straftaten aufgeklärt, im Bereich der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden sind es 68,9 Prozent.

Innerhalb der einzelnen Deliktsfelder stellt sich die Entwicklung sehr unterschiedlich dar, sowohl was die Anzahl der Fälle als auch die Aufklärungsquote angeht. Auffällig ist der Anstieg bei den Sexualstraftaten, von denen 25 bei der Polizei angezeigt wurden, neun mehr als im Vorjahr. Die Polizei geht allerdings von einer großen Dunkelziffer aus, da sich viele dieser Fälle im häuslichen oder familiären Bereich abspielen und nicht angezeigt werden. Laut Nacke waren im letzten Jahr in elf Fällen Kinder Opfer sexueller Gewalt.

Schlagzeilen hat 2011 vor allem der Fall der 21 Jahre alten Diana Webel gemacht, die von ihrem Freund erstochen wurde. Der 19-Jährige musste dafür sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Außerdem wurde im letzten Jahr bekannt, dass ein 35 Jahre alter Mann seine Lebensgefährtin mit Benzin übergossen hatte und drohte, sie anzuzünden.

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Sechs Raubüberfälle – fünf weniger – wurden der Polizei bekannt, drei davon ereigneten sich in der Dämmerung. Spektakulär war der Überfall auf einen Kiosk an der Schlossstraße im August, als ein bewaffneter Maskierter die Tageseinnahmen raubte.

Die Zahl der Körperverletzungen ging zwar zurück. Doch die Polizei musste feststellen, dass die Anzahl der Taten, bei denen besonders rohe Gewalt oder Waffen eingesetzt wurden, gestiegen ist.

Mit 45 gefährlichen Körperverletzungen hat es fünf mehr als im Vorjahr gegeben, bei denen die Opfer nicht unerhebliche Verletzungen erlitten haben. Ein Trost: Die Aufklärungsquote liegt bei 94 Prozent. Dass die Zahl der Körperverletzungen insgesamt zurückgegangen ist, wertet die Polizei als besonders positiv, da hier sehr häufig jüngere Menschen als Täter beteiligt sind. Viele der Straftaten wurden von alkoholisierten Tätern verübt.

Ein besonders erfreulicher Aspekt ist der deutliche Rückgang bei den Diebstählen. Laut Nacke hat es bereits im Jahr 2010 einen deutlichen Rückgang gegeben, der sich nun noch einmal fortgesetzt hat. Die Gesamtzahl ging um 217 Taten auf 399 Delikte zurück. Das ist ein Rückgang um 35 Prozent. Aufklären konnte die Polizei 43 Prozent dieser Taten.

Auffällig ist, dass die Polizei mit 77 Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz nur eine relativ geringe Zahl von Strafverfahren durchgeführt hat. „Diese Zahl belegt jedoch nicht, dass der Betäubungsmittelmissbrauch so wie der Handel mit Drogen in Bad Pyrmont signifikant zurückgegangen ist, sondern dass in diesem Bereich im vergangenen Jahr die polizeilichen Ermittlungen eine geringere Intensität hatten“, erläutert der Kommissariatsleiter. „Das hing auch von den personellen Möglichkeiten in unserem Kriminal- und Ermittlungsdienst ab.“

Gegen 1184 Tatverdächtige haben Nacke und seine Mitarbeiter im vergangenen Jahr in Bad Pyrmont und dem benachbarten Aerzen ermittelt. Viermal mehr Männer als Frauen gerieten ins Visier der Beamten. Der Anteil der Jugendlichen an allen Tätern macht 16 Prozent aus, der der Ausländer etwa 7 Prozent.

Insgesamt ist die Kriminalitätsbelastung Bad Pyrmonts im vergangenen Jahr gesunken und liegt laut Nacke deutlich unter dem Landesdurchschnitt.



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