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Carsten Iltsche holt internationalen Aktionstag nach Bad Pyrmont

Der Zauber der Unschärfe – Sonntag ist „Pinhole Day“

BAD PYRMONT. Irgendein Gedenk- oder Aktionstag ist immer. Den heutigen Freitag zum Beispiel hat die Unesco zum Welttag des geistigen Eigentums ausgerufen. Morgen wird dann der Atomkatastrophe von Tschernobyl gedacht. Und am Sonntag? Da ist „Pinhole Day“ – und zwar auch und ganz besonders in Bad Pyrmont.

veröffentlicht am 25.04.2019 um 23:10 Uhr

Carsten Iltsche vor seiner Pinhole-Aufnahme „db33“. Der Titel kombiniert die Abkürzung für Dachboden mit der Hausnummer eines Berliner Altbaus, in dem er das Motiv entdeckte. Seine Ausstellung zum „Pinhole Day“ am Sonntag ist eine von neun Schauen we
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Hier zelebriert Carsten Iltsche, ein Berliner Fotograf mit ausgeprägtem Pyrmont-Faible, den weltweiten Tag der Lochkamera-Fotografie mit einer eigenen Ausstellung. Seine kleine Schau belebt – ganz nebenbei – das zuletzt leerstehende Ladenlokal im Erdgeschoss des Hauses Hemmerich, gleich neben dem Eiscafé in der Kirchstraße.

Dort, wo jahrzehntelang Hüte und später zeitweilig Handarbeiten nebst Zubehör verkauft wurden, hängen nun Iltsches Fotos an der Wand. Benannt hat der 58-Jährige seine auf Vermittlung der Heimatbund-Frontfrau Adelheid Ebbinghaus hier untergekommene temporäre Galerie nach einem großformatigen Pinhole-Foto im Zentrum seiner Schau. „db33“ heißen der Ausstellungsraum und das auf dem Dachboden eines Berlin Altbaus mit der Hausnummer 33 aufgenommene Bild.

In der Lochkamera-typischen Unschärfe zeigt es eine vom Deckenlicht angestrahlte Holztreppe in einem Altbau-Gang. „Die Unschärfe ist geheimnisvoll“ sagt Iltsche. „Es sieht nicht unbedingt wie ein Foto aus. Es hat einen ganz anderen Charme und Zauber als ein scharfes Bild. Das ist langweilig dagegen.“

Und, tatsächlich: Beim Blick auf die wie in Dachboden-Staub eingenebelt diffuse Szene scheinen das Verwunschene und sein Geruch den Betrachter förmlich einzusaugen. Da kann sich jeder zusammenspinnen, welche vergessenen Schätze, welcher Plunder wohl hinter den Türen und im Stockwerk über der angelehnten Leiter unter dichten Spinnweben lagern mögen – und wird es doch nie erfahren.

Aber Iltsche kann natürlich auch scharf. Das ist an diversen Aufnahmen klassicher Bad-Pyrmont-Motive zu sehen, die er in reizvollen Stimmungen eingefangen hat. An den auf solide Platten gedruckten Fotos dürften sowohl Einheimische als auch Besucher der Kurstadt Gefallen finden. Wer möglichst viele von ihnen sehen will, sollte allerdings noch vor Sonntag in der Galerie vorbeischauen. Denn zum Pinhole Day will Iltsche sie gegen noch mehr Lochkamera-Bilder tauschen.

Doch, wie kommt ein Profifotograf in heutigen Digitaltechnik-verliebten Zeiten ausgerechnet auf die gute, alte Camera obscura? „Damit hat mich vor über 30 Jahren unser Ausbilder Bernhard Bunzel im bfw in Berührung gebracht“, erzählt Iltsche. Die Faszination hat ihn nie wieder losgelassen.

Allerdings zieht Iltsche nicht mit einem Holzkasten durch die Gegend, sondern arretiert, statt eines üblichen Objektivs, eine Scheibe mit winzigem Loch in der Mitte am Gehäuse seiner Nikon-D800-Kamera. Die schraubt er dann aufs Stativ, denn die Belichtungszeiten sind mehrere Sekunden lang.

Seiner vor zwei Jahren eröffneten Galerie in Berlin hat er aktuell einen Betriebsurlaub verordnet, um sich nun „vier Wochen Auszeit in Bad Pyrmont zu gönnen“, wie er sagt. Getreu seinem persönlichen Motto: „Mach einfach, wo du Bock drauf hast.“ Was sein Pyrmont-Engagement bringe, wisse er nicht. „Aber ich finde es gut.“


Die Galerie „db33“, Brunnenstraße 47 (Eingang Kirchstraße) ist voraussichtlich bis 15. Mai täglich in der Regel ab 14 Uhr geöffnet. Am kommenden Sonntag, 28. April, zum Pinhole Day, von 15 bis 20 Uhr.



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