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Keine billige Imitation: Christian Mädler überzeugt mit Udo-Jürgens-Programm

Der weiße Bademantel bleibt tabu

BAD PYRMONT. Der weiße Bademantel hängt den ganzen Abend am Garderobenständer auf der Bühne, doch in dieser Beziehung werden sich mögliche Erwartungen vieler Zuschauer im Kurtheater nicht erfüllen: Christian Mädler, versierter Udo Jürgens-Interpret, wird das Markenzeichen des gefeierten Sängers und Liedermachers nicht antasten, sondern nur als vielsagendes Requisit nutzen.

veröffentlicht am 29.12.2017 um 17:45 Uhr

Der Mann am Klavier überzeugt als Udo-Jürgens-Interpret, doch Christian Mädler hat auch einen eigenen Stil zu bieten und kommt mit seinem Humor und seiner lockeren Art gut beim Publikum im Kurtheater an. Foto: Hei
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Autor

Karin Heininger Reporterin
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„Den ziehe ich nicht an, das würde dann doch nicht passen“, weiß der Künstler um die Gefahr, in die billige Imitation abzurutschen. Da besteht allerdings bei Christian Mädler ohnehin keine Gefahr. Seit sieben Jahren beschäftigt er sich mit dem Phänomen Jürgens, zum dritten Mal jetzt auf der Bühne des Kurtheaters. Und noch immer bringt er das Kunststück fertig, bei aller Annäherung nicht nur seinen eigenen Stil zu wahren, sondern auch neben den bekannten Welthits immer wieder unbekanntere Songs auszugraben – was bei dem Riesenrepertoire des Urhebers von insgesamt über 1000 Liedern natürlich möglich ist.

Udo Jürgens ist unvergessen und hat noch immer viele Fans, das zeigt der voll besetzte Zuschauerraum. Und bei so beliebten Hits wie „Griechischer Wein“, „Aber bitte mit Sahne“ oder „Mit 66 Jahren“ wird geklatscht, geschnippt und auch mal leise mitgesungen. Alle lauschen konzentriert, wenn Mädler nachdenkliche Songs vorträgt, wie das 1959 komponierte Liebeslied „Jenny“ oder den Kummer eines vernachlässigten Kindes „Ich will mit dir einen Drachen bau`n“. Dass das „Ehrenwerte Haus“ über ein unverheiratetes Paar heute nicht mehr ganz so aktuell ist – geschenkt. Bei dem Lied „Ich war noch niemals in New York“ tauscht Mädler mit einem Augenzwinkern die alte „Dalli-Dalli“-Sendung aus gegen „Bauer sucht Frau“.

So weit, so bekannt. Doch auch einen „Valse Musette“, den Udo Jürgens mit zwölf Jahren komponierte, oder die Erkenntnis „Nur ein Lächeln – und ein Fremder wird zum Freund“ interpretiert der Künstler überzeugend. Mit einer kräftigen Stimme, deren Timbre dem von Jürgens ähnlich ist, aber nie „nachgemacht“ wirkt. Und der Mann spielt fantastisch Klavier – mindestens so gut wie Udo.

Dann hängt er sein blütenweißes Jackett neben den Bademantel und geht. Doch der Beifall ruft ihn noch einmal zurück auf die Bühne. Später erfüllt er den Wunsch einer Zuschauerin nach einem Selfie und spricht mit den Leuten. Ein sympathischer Künstler!

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