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Timur Gasratov springt für Chiyan Wong ein

Der Tastenwühler

Bad Pyrmont. Wer sich auf einen Nachmittag mit Liszt pur gefreut hatte, kam am Samstag im kleinen Saal des Konzerthauses nicht so richtig zu seinem Recht. Wegen der Erkrankung des Pianistes Chiyan Wong präsentierte Impressario Artur Pacewicz als Ersatz den ukrainischen Klaviervirtuosen Timur Gasratov – und landete damit einen wahren Volltreffer.

veröffentlicht am 07.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:21 Uhr

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Autor:

Rudi rudolph
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Der vielfach mit Preisen überhäufte Gasratov entpuppte sich als ein wahrer Tastenwühler, der gleich mit Robert Schumanns Fantasiestücken op. 12 dumpf, drohend und brachial die Richtung vorgab. Zarte und energische Passagen, vor allem im 3. Satz „Fabel“ zeigten die enorme Bandbreite zwischen gehauchten und wuchtigen Partien. Die Sonate Nr. 18 Es-Dur op. 31 Nr. 3 verströmte virtuosen Glanz und gelöste Heiterkeit. Hier zeigte sich die souveräne Meisterschaft Beethovens und die hochklassige Interpretation durch den 35-Jährigen. Schon die Satzanordnung mit zwei schnellen Ecksätzen und dazwischen ein Scherzo und ein Menuett ist von duftiger Leichtigkeit in dieser einzigen Beethoven-Sonate ohne langsamen Satz. Die furiose Steigerung mit Zweiunddreißigstelläufen im 2. Satz und die folgende schwermütige Endung des 3. Satzes mündeten in ein „Presto con fuoco“, in das Timur Gasratov alle Empathie und Virtuosität hinein legte.

Ein wahrer Leckerbissen war die stilistisch Komposition „Gaspard de la nuit“ von Maurice Ravel, sein Lieblingsstück, wie Gasratov verkündete. Nach den Sätzen „Ondine“ und „Le gibet“ folgte mit „Scarbo“ ein persönlicher Revancheakt Ravels. Damit wollte er Mili Balakirews „Islamej“, das bis dahin als schwierigstes Klavierstück der Welt galt, übertreffen, was ihm auch gelang. Gasratov schöpfte alles aus, was er an Vielfalt, Sensibilität, Kraft und Spielfreude zu bieten hatte. Mit der „Fantasie h-moll op. 28“ von Alexander Scrjabin ließ der Pianist das Konzert ausklingen, doch musste, stürmisch verlangt, zwei Zugaben anhängen. Zunächst eine kleine Prelude von Ravel und schließlich den „Türkischen Marsch“ von Wolfgang Amadeus Mozart.



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