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Minister Voloshin kurt und wirbt für wirtschaftliche und touristische Zusammenarbeit mit Tschuwaschien

Der „Premiumgast“ mit dem Diplomatenpass

Bad Pyrmont. Jury P. Voloshin ist ein kleiner, hellwacher und sehr freundlicher Mann. Und er liebt seine Heimat, die Tschuwaschische Republik. Das trifft sich gut, denn der 68-Jährige soll als tschuwaschischer Minister für Industrie und Energetik dabei helfen, dass die Geschäfte gedeihen und es seinen 1,3 Millionen Landsleuten gut geht. Also rührt er die Werbetrommel für die gut 650 Kilometer südöstlich von Moskau an der Wolga gelegene autonome Republik Russlands. Dass er das jetzt auch im Bad Pyrmonter Hotel Steigenberger vor einem Kreis hochrangiger Vertreter von Stadt, Staatsbad, Landkreis und Land tun konnte, hat einen einfachen Grund: Voloshin kurt in Bad Pyrmont.

veröffentlicht am 14.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 12:21 Uhr

Minister Voloshin (3. v. li.) trägt sich ins Goldene Buch der St

Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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„Dem Minister geht es darum, die wirtschaftliche und touristische Zusammenarbeit zwischen seinem Land und Niedersachsen zu fördern“, so Kurdirektor Heinz-Hermann Blome, der das Treffen im Fünf-Sterne-Hotel unter dem Aspekt der Kontaktpflege arrangiert hat. Potenzial als Wirtschaftspartner hat Tschuwaschien – gilt es doch als eine der reicheren Republiken Russlands. Maschinenbau, Leichtindustrie, Holz-, Textil- und Lebensmittelindustrie zählen zu den wichtigen Wirtschaftszweigen. Ein gutes Drittel aller Importe liefert Deutschland. „Wir sind ein verlässlicher Partner“, ließ der Minister über seinen Dolmetscher Konstantin Bögel die Gesprächsrunde wissen, in der unter anderen Staatssekretärin Cora-Jeanette Hermenau vom Niedersächsischen Finanzministerium, Landrat Rüdiger Butte und Bad Pyrmonts Bürgermeisterin Elke Christina Roeder saßen, die allesamt viele Gemeinsamkeiten mit dem Land sehen.

Kurdirektor Blome würde natürlich gern möglichst viele, zahlungskräftige Kurgäste aus Tschuwaschien nach Bad Pyrmont importieren. Mit dem Minister hat er den höchst-rangigen Gast aus Russland seit Zar Peter dem Großen zu Gast. Und der soll, wenn er wieder zu Hause ist, ordentlich Werbung für den Kurort machen. Doch das Gesundheitsgeschäft mit Russen wird wohl vorerst ein Nischengeschäft bleiben. Auf 100 „Premiumgäste“ aus dem Riesenland hatte Blome bis Jahresende gehofft, zwischen 30 und 40 sollen es bisher sein. Denen erschweren zudem die Visabestimmungen die Einreise nach Deutschland. Für Voloshin sind die kein Problem, er reist mit Diplomatenpass. Doch seine Begleiterin Nataliya Alexsandrova, Abteilungsleiterin seines Ministeriums, war auf eine offizielle Einladung des Staatsbades angewiesen, um die Reisepapiere zu bekommen.

Phoenix Contact setzt längst auf Tschuwaschien

Als Geschäftspartner und Gäste seien sie in Niedersachsen auf jeden Fall willkommen, versicherte Staatssekretärin Hermenau und betonte. „Wir sind sehr daran interessiert, die Gespräche fortzusetzen.“ Begonnen haben die bei der diesjährigen Hannovermesse, wo Voloshin Niedersachsens Wirtschaftsminister Philipp Rösler getroffen hatte. Anschließend unternahm er einen Abstecher nach Bodenwerder, um die Heimatstadt des Barons von Münchhausen kennenzulernen, der in Russland großes Ansehen genießt. Blome hatte darum auch Bodenwerders Bürgermeister Ernst-August Wolf und dessen Vorgänger Herbert Brökel, der Voloshin schon kennt, zu dem Treffen gebeten. In den beiden Bodenwerderanern haben die Tschuwaschier offenbar Fans gefunden. Brökel schwärmte von ihnen als kultur- und kurinteressierten Gästen. Wolf bat sie aber, das Weserbergland nicht nur als Museum zu betrachten, „denn davon können wir nicht leben“.

Auch Ulrich Meyer vom Arbeitgeberverband der Unternehmen im Weserbergland (AdU) warb für Geschäftsbeziehungen mit Russland. „Russische Partner sind mittlerweile als sehr zuverlässig bekannt“, betonte der AdU-Chef.

Dass Tschuwaschien ein Land mit florierender Wirtschaft ist, wie die Staatssekretärin feststellte, glaubt man auch bei Phoenix Contact. „Wir haben im letzten Jahr in der Hauptstadt Tscheboksary eine Niederlassung eröffnet“, berichtete der für Europa zuständige Vertriebschef Andreas Rossa. „Haben sich Ihre Hoffnungen erfüllt?“, wollte Minister Voloshin prompt wissen. Dass zu bewerten, dafür sei es noch zu früh, lautete Rossas Antwort, der für zwölf Niederlassungen in ganz Russland verantwortlich ist. Und auch er outete sich als Fan. „Ich liebe dieses Land“ bekannte der Phoenix-Manager. Der Minister strahlte.

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