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Rat beschließt Auflösung der Ortsfeuerwehr Großenberg / Kleinenberg übernehmen Brandschutz

Der letzte Handschlag

Bad Pyrmont. Von einem traurigen Ereignis spricht Bürgermeister Klaus Blome, doch zu vermeiden war es nicht mehr. Der Rat hat einen Schlussstrich unter die Geschichte der Ortsfeuerwehr Großenberg gezogen und ihre Auflösung zum Jahresende beschlossen. Wie geht es weiter?

veröffentlicht am 20.12.2015 um 11:48 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:41 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Bad Pyrmont. Diesen Handschlag hätten sich alle Beteiligten gerne erspart. Doch weder Bürgermeister Klaus Blome noch Großenbergs Ortsbrandmeister Wilhelm Lohmann und dessen Stellvertreter Frank Wöltje blieb nichts anderes übrig, denn in wenigen Tagen hat ihre Ortsfeuerwehr aufgehört zu existieren. Für die beiden Feuerwehrmänner bedeutet diese vom Rat nun auch ganz offiziell beschlossene Auflösung die Entlassung aus dem Ehrenbeamtenverhältnis. „Das ist ein sehr trauriges Ereignis“, so Blome, der seiner Hoffnung Ausdruck gab, dass möglichst viele Aktive aus Großenberg in eine andere Ortswehr wechseln.

Bekanntlich fehlt der Wehr das Personal für die vorgeschriebene Mindeststärke. Alle Bemühungen der Wehr selber, des Ortsvorstehers Dirk Wöljte und des Bürgermeisters Blome, weitere Großenberger für den Dienst an der Allgemeinheit zu gewinnen, waren gescheitert. Der Ortsbrandmeister konnte und wollte die Verantwortung nicht länger tragen und beantragte die Auflösung der Ortsfeuerwehr zum Jahresende.

Zurzeit ist die Wehr damit beschäftigt, eine Inventarliste ihrer Ausrüstung, zu der auch ein etwa 14 Jahre altes Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) gehört, aufzustellen. Wohin die Ausrüstung geht, ist noch offen. „Wir wollen nicht die Totengräber sein und werden das darum erst im Januar nach der offiziellen Auflösung der Wehr entscheiden“, so Stadtbrandmeister Maik Gödeke. Es gebe allerdings Überlegungen, das Fahrzeug gegen ein älteres TSF in Löwensen oder Thal auszutauschen. Den Brandschutz und sonstige Hilfeleistungen habe bereits Anfang Dezember die Ortsfeuerwehr Kleinenberg übernommen.

Während sich die Altersabteilung wahrscheinlich der Feuerwehr Kleinenberg anschließen wird, ist noch unklar, wie viele aktiven Großenberger Kameraden ihren Feuerwehrdienst zukünftig im Rahmen einer der anderen Ortswehren ausüben werden. Selbst der stellvertretende Ortsbrandmeister Frank Wöltje, der seit 30 Jahren Feuerwehrmann ist, hat das für sich noch nicht entschieden. Er sei beruflich im Außendienst und es sei nicht ganz einfach, das mit dem Feuerwehrdienst zu vereinbaren, meint er.

Vertreter aller Fraktionen bedankten sich bei den Aktiven. Uwe Schrader (SPD), Vorsitzender des Feuerwehrausschusses, der ironisch meinte „Wahrscheinlich hatten die, die sich um den Fortbestand der Ortswehr bemühten, nicht die richtige App.“ Alwin Steinmeyer (CDU), selbst zwölf Jahre lang Ortsbrandmeister, befürchtet, dass Großenberg nicht die letzte Ortswehr sei, die aufgelöst werden müsse. Er macht „stark angezogene“ Vorschriften dafür verantwortlich, dass es immer weniger Freiwillige gebe. „Wenn Lehrgänge über zwei Jahre dauern, dann kann man das niemandem verdenken, der schon älter ist und voll im Beruf steht.“ Er frage sich, ob dadurch die Strukturen der Feuerwehren zerstört werden.



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