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Shmuel Barzilai bei jüdischer Gemeinde zu Gast

Der Kantor steckt voll Musik

BAD PYRMONT. Zum dritten Mal schon war Shmuel Barzilai, Oberkantor der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, bei der liberalen jüdischen Gemeinde Bad Pyrmont zu Gast. Doch etwas war neu für ihn: Seine begleitende Pianistin Stella Perevalova von der Jüdischen Gemeinde Hannover hatte der 64-jährige Tenor erst eine Stunde vor dem Auftritt im katholischen Gemeindehaus kennengelernt.

veröffentlicht am 24.10.2021 um 19:30 Uhr
aktualisiert am 25.10.2021 um 11:30 Uhr

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Reporterin

Als die Zuhörer in den Saal kamen, probten die beiden Interpreten noch am Klavier. Doch als dann das Konzert begann, und beide sich zuerst etwas zögerlich, dann immer sicherer dem hebräischen und jiddischen Liedgut widmeten, war es schließlich so, als hätten der Sänger und die Pianistin schon lange zusammen musiziert, so harmonisch und selbstverständlich wurde ihr Miteinander. Das lag sicher am Können der Klavierspielerin und an ihrem Verständnis für jüdische Musik, aber auch an der Persönlichkeit des Sängers. Ein Mann mit großer Ausstrahlung und einem beachtlichen Stimmenvolumen.

Shmuel Barzilai wurde in Jerusalem in einer renommierten Kantorenfamilie geboren. Er studierte in Tel Aviv und Wien kantorales Singen, Philosophie und Judaistik und ist seit 1992 Oberkantor der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Weltweit ist er aufgetreten mit bekannten philharmonischen und symphonischen Orchestern, unter anderem aber auch mit den Wiener Sängerknaben. Die Tenorstimme des Sängers ist markant, sehr ausdrucksvoll und in der Interpretation der Lieder, mal besinnlich und mal schwungvoll, wandlungsfähig. Im Laufe des gut einstündigen Konzertes verstand er es immer mehr, sein Publikum mitzunehmen. Es waren offenbar vor allem Mitglieder der jüdischen liberalen Gemeinde, die im Publikum saßen. Viele der traditionellen hebräischen Lieder, die zum Jahreslauf und zu den Feiertagen jüdischer Familien gehören, waren den Zuhörern und Zuhörerinnen bekannt, sie wurden leise, manchmal auch ein wenig wehmütig mitgesungen. Da bedurfte es nicht erst der aufmunternden Frage des Kantors „Singen wir zusammen oder nicht?“.

Schön anzuhören: Die jiddischen Lieder wie „Mein Städtele“ oder das bekannte „Yiddishe Mame“. Und Smuel Barzilai steckt voll Musik, er sang die rhythmisch mitreißenden Lieder, die zu Israels Lebensfreude gehören, mit dem ganzen Körper, holte schließlich die Vorsitzende der Gemeinde, Klara Behnke, aufs Parkett zu einem kleinen Tänzchen.

Und Stella Perevalova am Klavier spielte temperamentvoll mit, brachte Schwung und Tempo in den Saal. Mit „Osse Shalom“ endete das Konzert, und Klara Behnke verabschiedete die Künstler mit kleinen Präsenten. Vielleicht ja bis zum nächsten Mal.



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