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Pyrmonter wollen nicht aufgeben

Der Kampf um den Augenarzt

BAD PYRMONT. Vier Jahre ist her, seit sich der Seniorenbeirat Bad Pyrmont mit einer Petition an den Landtag in Hannover gewandt hat, um die augenärztliche Versorgung in der Kurstadt zu verbessern. Erfolglos. Doch aufgeben wollen die Vorsitzende Annegret Weber und Prof. Dr. Jochen Scheibe vom Ärzteverein nicht.

veröffentlicht am 15.08.2017 um 14:01 Uhr
aktualisiert am 15.08.2017 um 17:26 Uhr

Auge in Auge: In Bad Pyrmont fehlt nach wie vor ein Augenarzt, um die Versorgung zu verbessern. Foto: dpa
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Webel hat jetzt erneut in Abstimmung mit Scheibe Cornelia Rund (SPD), Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, um Hilfe gebeten. Die Antwort lässt zumindest ein wenig Hoffnung zu.

Einen halbtags tätigen Augenarzt im Rentenalter gibt es in Bad Pyrmont derzeit, ein zweiter ist nach Auffassung von Webel und Scheibe darum dringend notwendig. „Es vergeht immer noch kaum ein Tag, an dem wir nicht auf dieses Problem angesprochen werden“, schildert Webel ihre Erfahrungen. „Viele der älteren Patienten sind nicht so mobil, dass sie einen Augenarzt in Hameln oder Detmold aufsuchen können, oder ihnen fehlt einfach das Geld“, schildert sie die Folgen dieses medizinischen Engpasses, der auch für die frauenärztliche Versorgung gilt. Nach dem Wechsel einer Arztstelle nach Hameln sei eine Lücke entstanden, die in Bad Pyrmont gegenwärtig zu Wartezeiten von drei bis sechs Monaten bei den verbleibenden zwei Frauenärztinnen führe, so Scheibe.

Über die Vergabe von Arztstellen entscheidet die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsens (KVN), aber die legt dabei den Versorgungsgrad im gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont zugrunde und hier gebe es eine Überversorgung. „Dabei wird die besondere Situation Bad Pyrmonts mit zusätzlichen Patienten aus den Kliniken und Lügde sowie vielen älteren Patienten nicht beachtet“, lautet die Kritik Scheibes, der davon spricht, dass die KVN „blockt“, weil sie ihre Bestimmungen habe. Das zu ändern, sei keine medizinische, sondern eine politische Entscheidung.

Wir sind offenbar von der KVN bisher nicht für voll genommen worden.

Annegret Webel, Vorsitzende Seniorenbeirat

Ausführlich hat Webel in ihrem Brief der Sozialministerin die Situation in der Kurstadt geschildert. Doch die Politikerin verweist im Wesentlichen auf die Zuständigkeit der KVN und die Vorgaben. Eine Verbesserung der augen- und frauenärztlichen Versorgung könnte sich nur durch freiwillige Verlegung eines Vertragsarztsitzes innerhalb des Planungsbereichs beziehungsweise die Gründung einer von de KVN genehmigten Zweigarztpraxis durch einen zugelassenen Vertragsarzt ergeben, schreib Rundt. Und genau darauf setzen die Pyrmonter ihre Hoffnung. Das Problem: Es gibt aktuell keinen Augenarzt, der sich in Bad Pyrmont niederlassen möchte. „Weitere Bemühungen machen darum erst einen Sinn, wenn wir einen Bewerber haben“, so Scheibe. Wenn es so weit sei, werde man die Ministerin beim Wort nehmen und sie an ihre Äußerung erinnern.

Zwei Dinge ärgern Webel und Scheibe in dem Brief. Zum einen sei die Behauptung der KVN, auf die sich Rundt beruft, dass bislang kein Sonderbedarfsantrag für einen Augenarzt und einen Frauenarzt gestellt worden sei, schlicht falsch, zum anderen lasse die Beteuerung der KVN gegenüber der Ministerin, dass sie „zukünftig“ Fachärzte auf die Versorgungssituation aufmerksam machen wolle, nur einen Schluss zu. „Wir sind offenbar mit allen unseren bisherigen Bemühungen von der KVN nicht für voll genommen worden, denn genau darauf haben wir doch immer gedrängt“, so Webel.

Wie dem auch sei, der Kampf geht weiter. Im September will sich Scheibe mit Bürgermeister Blome über das weitere Vorgehen abstimmen und mit einem Detmolder Augenarzt treffen, der nach wie vor Interesse an einer Zweigpraxis in Bad Pyrmont habe.



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