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Judith Guntermann und Isabella Rapp sind nicht nur im Drama stark

Der heimliche Hang zum Chanson

BAD PYRMONT. Den ersten Beifall des Abends bekommt der Hausmeister im blauen Kittel, der offenbar mies gelaunt, aber gründlich die Bühne im Casino saugt. Jörg Schade, der Mann für alle Fälle, bereitet mit dieser kleinen Einlage den Boden für das ungewohnte, mit Spannung erwartete musikalische Programm seiner Kolleginnen Judith Guntermann und Isabella Rapp.

veröffentlicht am 16.02.2018 um 19:41 Uhr

Vom Typ her sehr verschieden, aber als Sängerinnen auf der Bühne nicht nur im Solo, sondern auch im Duo ganz stark: Isabella Rapp (li.) und Judith Guntermann, beide als Schauspielerinnen der Theater Companie in Bad Pyrmont gut bekannt. Foto: Hei
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Autor

Karin Heininger Reporterin
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Mal allein, mal zu zweit zeigen die beiden langjährigen Mitglieder der Theater Companie, dass sie nicht nur hervorragende Schauspielerinnen sind, sondern sich auch als Diseusen hören und sehen lassen können. Die zwei vom Typ her ganz unterschiedlichen Künstlerinnen mixen ein buntes Programm aus bekannten Liedern, Musicalsongs und Chansons.

Szene eins: Vorbereitung für die Show. Pianist Andres Reukauf, noch lässig in Jeans, krümelt sein letztes Brötchen am Klavier, die Darstellerinnen kommen in die Künstlergarderobe, machen es sich gemütlich mit Plüschpantoffeln und Bademantel, schlüpfen in ihre „Kledage“ für die Bühne und singen nebenbei ihre Songs. Die Filmschnulze „Für eine Nacht voller Seligkeit“ gehört ebenso dazu wie Günther Neumanns „Er ist immer so müde“. Die Liebe wird besungen, auf Englisch „Falling in love with you“ und auf Deutsch „Heut abend lad` ich mir die Liebe ein“. Und für die orgiastische Verzückung, die Isabella Rapp da temperamentvoll an den Tag legt, hat sie auch gleich eine Erklärung: „Manchmal ist es nur eine Frage von Technik.“ Beifall. Und Pause.

Die Szene wird zur Showbühne mit Flittervorhang, Andres Reukorf, nun fein gemacht, begleitet die beiden Ladys souverän bei ihren Cabaret-Songs. Die flippige Isabella Rapp ganz stark mit „All that Jazz“ aus dem Musical „Chicago“, und Judith Guntermann, plötzlich klein und „unscheinbar“ als Edith Piaf, eine Rolle, mit der sie im Theater Hagen jüngst Furore machte. Nun kann auch das Pyrmonter Publikum erleben, wie stimmlich gekonnt und einfühlsam sie die Lieder der Piaf interpretiert, authentisch, aber auch persönlich. Piaf und die Knef (Isabella Rapp), welch ein Kontrast, der real stattgefunden haben soll und hier sehr gut umgesetzt wird. „La vie en rose“ auf gut deutsch: „Schau mich bitte nicht so an“....

Dass die Nacht nicht allein zum Schlafen da ist, stellt das Duo flippig und munter am noch frühen Abend fest, am Ende eines kleinen, feinen Programms, das die Vielseitigkeit der beiden Künstlerinnen zeigt und viel Beifall findet.

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